Oberthulba
Gemeinderat

Schneller ins Krankenhaus

Eine neue Rettungswache in Oberthulba knüpft das Versorgungsnetz in der Region dichter. Der private Rettungsdienst RKT stellte dem Gemeinderat sein Konzept vor.
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Ein privater Rettungsdienst hat den Zuschlag für den geplanten Rettungspunkt in Oberthulba erhalten. Symbolbild: Daniel Schröder/dpa
Ein privater Rettungsdienst hat den Zuschlag für den geplanten Rettungspunkt in Oberthulba erhalten. Symbolbild: Daniel Schröder/dpa

Nicht Rotes Kreuz, Johanniter oder ASB, ein privater Rettungsdienst, die RKT OHG (Regensburger Krankentransporte) hatte die Ausschreibung für den neu zu schaffenden Rettungspunkt am Standort Oberthulba gewonnen. Die Firma aus Regensburg ist seit einigen Jahren auf dem Markt, beschäftigt insgesamt 360 Mitarbeiter und baut in Autobahnnähe, zunächst am Standort des KOB (Kreis-Omnibus-Betrieb) mit zwei ausgebildeten Fachkräften den Rettungspunkt auf. Sie bieten professionellen Einsatz an 365 Tagen von 8 bis 20 Uhr.

Damit wird schnellere Hilfe in Notfällen im Raum Bad Kissingen-Neustadt-Schweinfurt möglich. Geschäftsführer Jan Quak und Wachleiter Mario Grohmann stellten in der Gemeinderatssitzung ihr Konzept vor, verwiesen auf koordiniertes Einsatzgeschehen durch die Leitstelle, ausgebildete Fachkräfte, moderne Technik und eine dem Ehrenamt gegenüber zu erwartende höhere Professionalität: "Weil wir das jeden Tag machen, können wir das besser als Hilfsorganisationen", gab sich der ausgebildete Notfall-Sanitäter selbstbewusst und bot den Feuerwehren der Marktgemeinde enge Zusammenarbeit an. Eine umfangreiche Tagesordnung hatten die Gemeinderäte außerdem abzuarbeiten, folgten aber in allen Bauanträgen den Vorschlägen der Verwaltung. So wurde Stahlblech statt roter Ziegel beim Dachgeschossausbau in Oberthulba im Baumgarten genehmigt, der Antrag zur Errichtung eines gewerblichen Lagerplatzes in Thulba in der Obererthaler Straße akzeptiert, die Befreiung von einer vorgeschriebenen Dachform bei der Aufstockung eines Bürogebäudes mit Anbau und Übergang in der Schlimpfhofer Straße in Oberthulba erteilt, die Voranfrage zur Errichtung eines Einfamilienhauses in Frankenbrunn im Hägholz durchgewunken und dem Abbruch einer Scheune mit Neuerrichtung einer Sichtschutzwand in Oberthulba in der Kissinger Straße zugestimmt.

Bernd Wald und Thomas Kirchner informierten mit vielen Bildern über die derzeit laufenden Baumaßnahmen im Gemeindebereich, die von der Kita in Thulba über Gräben in Hetzlos, Hochwasserschutz in Thulba und Reith, Waldwege und Blühflächen bis zum Ausbau der Breitbandnetze in den Ortsteilen reicht. Dazu Thomas Kirchner: "Unsere Telekomunikation kommt voran."

"Schön, dass auch der Marktplatz fertig ist", stellte Bürgermeister Schlereth fest und dankt Gemeinderat, Bauhof und der Verwaltung für das Zusammenwirken bei der gelungenen Visitenkarte des Marktes.

Erfreuliche Jahresrechnung

Recht zufriedene Gesichter zeigten Bürgermeister Gotthard Schlereth und die Gemeinderäte auch bei der Erläuterung der Jahresrechnung der Marktgemeinde für das abgelaufene Jahr 2018. Sie schließt im Verwaltungshaushalt mit 10,7 und im Vermögenshaushalt mit 4,3 Millionen Euro ab. Die Schulden konnten trotz großer Baumaßnahmen unter 2,1 Millionen Euro gedrückt werden und besonders erfreulich wurde registriert, dass in 2018 dem Vermögenshaushalt immerhin 2,2 Millionen Euro zugeführt werden konnten.

Bürgermeister Gotthard Schlereth stellte die Unterschriftenliste der Bürgermeisterkollegen gegen die Stromtrasse P43 durch den Bäderlandkreis vor und informierte das Gremium über den Härtefallfonds der Bayerischen Staatsregierung. Der Fond hilft Bürgern, die in der Zeit vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2017 zu Straßenausbaubeiträgen herangezogen und unzumutbar belastet worden sind. Bis 31. Dezember 2019 sind unter www.strabs-haertefall.bayern.de von den Bürgern die Anträge zu stellen.

Schlereth schlug dem Gemeinderat vor, die durch den Ausbau der Ortsdurchfahrten in Oberthulba und Reith betroffenen Bürger, schriftlich auf die Möglichkeit der Antragstellung hinzuweisen.

Unsere Berichterstattung hat offenbar zu Missverständnissen geführt. RKT-Geschäftsführer Jan Quak hat während der Sitzung gesagt: "Wir betreiben den Rettungsdienst professionell, ohne ehrenamtliches Personal" - und stellt richtig, dass er damit keiner ehrenamtlichen Organisation auf die Füße treten wollte. Er wollte lediglich ausdrücken, dass es bei der RKT nur fest angestellte Mitarbeiter gibt. Quak: "Ehrenamtliche Organisationen sind sehr wichtig. Ich selbst bin ehrenamtlich im Malteser Hilfsdienst tätig und Fördermitglied der Wasserwacht in meinem Ort."

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