Hammelburg
Tourismus

Saaletal als Tourismus- und Erlebnisregion stärken

Um im Wettbewerb um Gäste mithalten zu können, entstand vor zehn Jahren die Arbeitsgemeinschaft "Frankens Saalestück". Sie steht nun vor Veränderungen.
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Der Weinbau macht den besonderen Reiz im Saaletal aus. Foto: Archiv/Arkadius Guzy
Der Weinbau macht den besonderen Reiz im Saaletal aus. Foto: Archiv/Arkadius Guzy
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Vor zehn Jahren bündelten die Saaletal-Gemeinden ihre touristischen Bemühungen unter der Marke "Frankens Saalestück". Die ersten Jahre waren eine Phase des Zusammenwachsens und der Bewusstseinsbildung, dass man nur gemeinsam als Tourismusregion wahrnehmbar auftreten kann. Doch damit "Frankens Saalestück" noch besser greifen kann, ist es jetzt an der Zeit für Veränderungen.

Denn seit der Gründung hat sich einiges getan, wie der Hammelburger Bürgermeister und Sprecher von "Frankens Saalestück", Armin Warmuth (CSU), sagte. Bei einem Pressegespräch stellte er vor, wie "Frankens Saalestück" sich wandeln wird.

Das Schlagwort war Professionalisierung. Personal, Budget und Strukturen sollen überprüft werden, damit "Frankens Saalestück" an Handlungsfähigkeit gewinnt. An der Professionalisierung führt auch kein Weg vorbei, da mit der Auflösung des Vereins "Tourismus Fränkisches Saaletal Hammelburg" das ehrenamtliche Engagement im Tourismussektor wegfällt.

Das öffnet aber die Chance für einen einheitlichen Auftritt. So gibt es im Internet bisher drei touristische Infoangebote, die des Tourismusvereins, der Stadt und von "Frankens Saalestück", wie Warmuth als Beispiel anführte.

"Frankens Saalestück" war zunächst an die Tourismus GmbH Bayerische Rhön angegliedert. Sie stellte die Stelle des Produktmanagers. Mittlerweile ist die Tourismus GmbH Bayerische Rhön von der neuen Rhön GmbH abgelöst worden. Der Produktmanager von "Frankens Saalestück", Geerd Müller, ist nun dem Landkreis zugeordnet. Dieser brachte die Stelle mit seinem Beitritt zu "Frankens Saalestück" in die Arbeitsgemeinschaft ein. Das macht die Konstellation etwas vertrackt.

Die Zusammenarbeit der zehn Kommunen Bad Kissingen, Hammelburg, Oberthulba, Wartmannsroth, Elfershausen, Fuchsstadt, Aura, Euerdorf, Ramsthal und Sulzthal unter dem Dach von "Frankens Saalestück" ist nicht formalisiert. Daher soll die Arbeitsgemeinschaft in einen Verein oder Zweckverband umgewandelt werden.

Außerdem soll ein Fachgremium gebildet werden, das den Bürgermeisterrunden zuarbeitet. Warmuth sagte: "Wir kennen uns alle ein bisschen aus, sind aber keine Tourismusexperten." Dem Gremium sollen Vertreter von Rhön und Fränkischem Weinland, dem Staatsbad Bad Kissingen, dem Landkreis und der Tourist-Info Hammelburg angehören. Sie sollen ein Konzept für "Frankens Saalestück" ausarbeiten.

Dabei geht es um ein weit gefasstes Konzept für den "Erlebnisraum", wie es Landrat Thomas Bold (CSU) bezeichnete. Wichtig sei ein breites Angebot, sagte er.

Und es muss noch geklärt werden, was mit Gräfendorf passiert. In der Gemeinde gibt es mit dem Baumhaushotel oder dem Freizeitcamp touristische Attraktionen, die gut ins Spektrum passen. So will Gräfendorf, das Mitglied im Hammelburger Tourismusverein war, zu "Frankens Saalestück" kommen. Die Gemeinde liegt aber im Nachbarlandkreis, weshalb die Aufnahme zunächst geprüft werden muss.

Diese Entwicklungslinien hatten die Bürgermeister Anfang Juli bei einem Workshop ausgearbeitet, unterstützt vom Beratungsunternehmen "Project M". Bis Herbst soll alles so weit konkretisiert sein, dass die einzelnen Gemeinderäte die Beschlüsse fassen können.

Bei dem Pressetermin äußerten sich die Bürgermeister positiv. "Keiner soll denken, wir brauchen das nicht", sagte Kay Blankenburg (SPD), Oberbürgermeister von Bad Kissingen. Er wies zum Beispiel darauf hin, dass durch E-Bikes der Radtourismus einen ganz neuen Schwung bekommen werde. Gotthard Schlereth (CSU/Freie Wähler), Bürgermeister von Oberthulba, und Patricia Schießer (CSU), Bürgermeisterin von Euerdorf, war ein anderer Aspekt erwähnenswert: Der Ausbau des Freizeitangebots komme nicht nur den Gästen und Touristen zugute, sondern auch den Einheimischen.

Als Wein- und Schnapsbrennergebiet hebt sich "Frankens Saalestück" heraus, wie Thorn Plöger erklärte. Der Geschäftsführer der Rhön GmbH sagte: "Wenn Frankens Saalestück sich so professionell aufstellt, wie es angedacht ist, wäre es eine Vorzeige-Destination."

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