Hammelburg
Sehenswürdigkeit

Restaurierung der Kreuzigungsgruppe

Jesus hat an den Füßen Risse, die Waden des linken Schächers bröckeln: Um das Denkmal am Schlossberg zu erhalten, steht eine Restaurierung an.
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Im Juni hat Restaurator Clemens Muth die Figuren der Kreuzigungsgruppe inspiziert.Fotos: Arkadius Guzy
Im Juni hat Restaurator Clemens Muth die Figuren der Kreuzigungsgruppe inspiziert.Fotos: Arkadius Guzy
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Ab der kommenden Woche wird Restaurator Clemens Muth sich der Kreuzigungsgruppe am Schlossberg annehmen. Die Figuren, die zu den Stationen des Kapellenkreuzwegs gehören, zeigen deutliche Witterungsspuren. "Den Winter überstehen sie so nicht", erklärt Reiner Baden.

Baden kümmert sich seit Jahren um den Erhalt des Kreuzwegs. Die Figuren der Kreuzigungsgruppe leiden vor allem im Fußbereich, weiß der 77-Jährige. Denn dort sammelt sich das Regenwasser, was den Stein langfristig schädigt. Daher wird der Restaurator das Material zu nächst festigen. Nach den Arbeiten sind die Figuren dann für vier Wochen eingepackt, damit sie trocknen und aushärten können, wie Baden erklärt. Danach werden einzelne Stellen noch ausgebessert.

Auf 6500 Euro beziffert Baden die Kosten - inklusive der Steintafel an der elften Station, die nun wieder leserlich ist. Dass Baden die Reparaturarbeiten "guten Gewissens", wie er sagt, organisieren kann, liegt an der Spendenbereitschaft des Rhönklubs Hammelburg: Vorsitzender Alfred Jeurink überreichte zusammen mit weiteren Mitgliedern einen Scheck über 4000 Euro. "Wir haben uns als Verein auf die Fahnen geschrieben, auch die Kultur erhalten zu wollen", sagte Jeurink bei der Spendenübergabe.

Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) nahm den Scheck vor der bereits eingerüsteten Kreuzigungsgruppe entgegen. "Wir werden den Kapellenkreuzweg im Rahmen der Möglichkeiten weiter unterstützen", sagte er und verband es mit einem Dank an den Rhönklub und Baden.
Baden hat in den vergangenen 13 Jahren für den Kapellenkreuzweg ungefähr 86 000 Euro an Spendengeldern eingeworben, wie er erklärt. Meistens liegen die Beträge, die von Privatleuten kommen, zwischen zehn und 200 Euro, sagt Baden: "Ich bin über jeden noch so kleinen Betrag froh."

Denn die Stationen des Kapellenkreuzwegs werden auch in Zukunft fachmännische Zuwendung brauchen. Die lohnt sich: Die Anlage weist künstlerische Qualität auf und ist von kulturhistorischer Bedeutung, auch über die Region hinaus. Das bestätigt Restaurator Clemens Muth immer wieder aufs Neue, weshalb er gerne an dem Denkmal arbeitet.

Entstehung Der Ursprung von Kreuzwegen liegt in den frühmittelalterlichen Pilgerfahrten begründet. In Jerusalem wollten Gläubige dem Leidensweg Christi an den biblischen Stätten im wahrsten Sinne des Wortes nachgehen. Die Franziskaner sorgten später dafür, dass sich fern der Originalschauplätze Kreuzwege als Darstellungsformen der Leidensgeschichte verbreiteten. Der Kreuzweg am Hammelburger Schlossberg wurde im Jahr 1733 im Auftrag der Franziskaner gebaut. Der Hammelburger Bildhauer Johann Jakob Faulstieg und Frater Wenzelaus Marx gelten als ausführende Künstler.

Besonderheiten Der Kreuzweg am früheren Kloster Altstadt, der als Rundweg angelegt ist, ist sehr üppig und plastisch ausgearbeitet. Die Szenen sind kapellenartig umbaut. Die 14. Station befindet sich in einer richtigen Grabeskapelle. Der Hammelburger Kreuzweg diente als Vorbild für den Kreuzweg zum Würzburger Käppele.

Erhalt Seit Ende der 1990er Jahre gibt es einen Wartungsvertrag mit Clemens Muth. Der Restaurator inspiziert den Kreuzweg regelmäßig. Dafür und für Reparaturarbeiten wirbt Reiner Baden um Spenden. Das Geld läuft über Spendenkonten der Stadt unter anderem bei der Sparkasse Bad Kissingen (IBAN DE07 7935 1010 0760 1000 08) oder der Raiffeisenbank Hammelburg (IBAN DE59 790 650 280 004 401  476) unter dem Kennwort "Kapellenkreuzweg Saalecker Berg" ein.
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