Hassenbach
Bürgerversammlung

Radweg sorgt für Diskussionen

Die geplante Streckenführung sorgte für rege Debatten in der Bürgerversammlung. Auch über den schlechten Mobilfunkempfang wurde ausführlich gesprochen.
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Wie nah der Radweg an die Straße kommt ist noch nicht klar. Durch eine Verbreiterung der Kreisstraße KG 18 auf Höhe Hassenbach würde vor allem in dieser waldbestandenen Kurve die Gefahr für Autofahrer vermindert.  Foto: Rathaus Oberthulba
Wie nah der Radweg an die Straße kommt ist noch nicht klar. Durch eine Verbreiterung der Kreisstraße KG 18 auf Höhe Hassenbach würde vor allem in dieser waldbestandenen Kurve die Gefahr für Autofahrer vermindert. Foto: Rathaus Oberthulba

Der von der Telekom geplante neue Funkmast war wider Erwarten kein Aufreger-Thema bei der Bürgerversammlung. Rund 60 Bürgerinnen und Bürger konnten der Erste Bürgermeister Gotthard Schlereth (CSU(FWG) und der Dritte Bürgermeister und Hassenbacher Ortsbeauftragte Mario Götz (FWG Hassenbach) im Sportheim begrüßen. Diese interessierten sich sehr für den geplanten Rad- und Fußweg zwischen Hassenbach und Schlimpfhof und sparten nicht mit Argumenten für und gegen beide Varianten.

Ein lang gehegter Wunsch in Ortsteil Hassenbach ist der Bau eines Radweges an der KG 18 nach Schlimpfhof. Er sollte zuerst nördlich der Kreisstraße verlaufen, die letzten 200 bis 300 Meter aber nach Nordwesten über den bereits bestehenden Wirtschaftsweg auf eine Straße im Wohngebiet abschwenken. Vor wenigen Wochen hat das Landratsamt der Marktgemeinde eine alternative Streckenführung vorgeschlagen, die vorsieht, dass der Geh- und Radweg komplett entlang der Kreisstraße verläuft. Der Marktgemeinderat diskutierte darüber, aber fällte noch keine Entscheidung, da Varianten offenbar Vor- und Nachteile haben.

Kosten von 40 000 Euro

Bürgermeister Schlereth führte aus, dass die ursprüngliche Variante (Abzweigung auf den Wirtschaftsweg) die Gemeinde rund 40 000 Euro kosten würde, da der Weg dann Wirtschaftsweg bleibe. Auf die Frage eines Bürgers teilt er auch mit, dass in diesem Fall die Marktgemeinde weiterhin für den Unterhalt zuständig sei. "Wir müssen abwägen, ob wir den Weg unten oder oben bauen, denn er muss auch genutzt werden", betonte der dritte Bürgermeister. Ein Bürger klagte, wenn der Radweg acht Meter von der Straße entfernt gebaut werde, dann müssten Bäume gefällt werden und der Gemeinde würden wie erwähnt 40 000 Euro Kosten entstehen. "Wenn der Radweg straßenbegleitend gebaut wird, werden auch Steuergelder gebraucht, die ebenfalls aus dem Steuertopf kommen", meinte dazu der Bürgermeister und riet dazu, erst einmal die Planung des Landkreises abzuwarten.

Ein Teilnehmer kritisierte "die Leute fahren einfach nicht auf weiter entfernten Radwegen. "Da heißt es ‚rettet die Bienen‘ und dann machen wir mit Radwegen wieder alles zu" , kritisierte eine Bürgerin. Einer anderen war der Flächenfraß aufgefallen, weil drei Trassen (Straße, Radweg und Wirtschaftsweg) parallel laufen würden. Mit der Bemerkung von Bürgermeister Schlereth "ich kann mit der einen wie der anderen Lösung leben", endete diese Diskussion.

"Taufrisch", so der Bürgermeister, waren die Informationen über den geplanten Radweg von Hassenbach nach Oberthulba. Am selben Tag seien Gespräche mit Grundstückseigentümern geführt worden. Pläne würden bis September eingereicht, damit dann im Jahr 2020 von Behördenseite etwas gemacht werden könne.

Zwei Standorte im Visier

Seit langem gibt es Klagen über schlechten Mobilfunk-Empfang. Der vorhandene, 30 Meter hohe und 44 Jahre alte Mast der Telekom sei technisch nutzbar, "aber er steht mitten im Wohngebiet und an einem Kinderspielplatz. Die Telekom war kulant", erklärte dazu Mario Götz. Nun seien zwei hochgelegene Punkte im Visier, die ausreichend weit vom Wohngebiet entfernt seien. Entschieden werde aufgrund von Gesetzen und Verordnungen, "wir brauchen keine emotionalen Diskussionen zu diesem Thema mehr." Auf Nachfrage eines Bürgers hieß es, dass dieser Mast für alle modernen Funkstandards ausgerüstet werden solle, für Telefonie ebenso wie für schnelle Datenübertragung.

Auf das Stichwort "wir haben mal einen zweiten Platz bei ‚unser Dorf soll schöner werden errungen‘" von Bürgermeister Gotthard Schlereth, teilte Mario Götz mit, dass die Marktgemeinde die beiden Häuser Bergstraße 10 und 12 in Hassenbach, "die nicht mehr zu den schönsten Plätzen im Dorf zählen" , gekauft habe. Es sei zuerst schwierig gewesen, überhaupt die Eigentümer zu ermitteln. Er stellt sich vor, dass das linke Haus abgerissen und das rechte von den örtlichen Vereinen genutzt wird, die auch Lagerräume bräuchten. Es solle nutzbar werden, aber kein Prunkbau. Die Außenanlage soll hergerichtet werden. Auch der Bürgermeister begrüßte dieses Projekt, denn das Sportheim sei zu weit entfernt vom Ort.

Moniert wurde auch der Zustand eines Hauses im Dorf. Dazu merkte der Bürgermeister nur an "solange die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht gefährdet ist, können Sie Schönheit nicht einklagen." Ein Bürger ist gar nicht einverstanden mit den Zuständen an einem Wasser-Tretbecken, "das Wasser stinkt dermaßen nach Hund." Das Becken werde im Frühjahr saubergemacht und das schon vorhandene Hundeverbots-Schild durch ein besseres ersetzt, versprach der Bürgermeister.

Auch gelegentliche Konflikte am Badeplatz waren Thema, ebenso wie die Randsteine in der Schulstraße oder die Mountainbike-Strecken im Landkreis.



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