Hammelburg
Experiment

Physikspielerei für den Viehmarkt

Norbert Binder will den Platz um ein Barometer ergänzen. Wie ein solcher Luftdruckmesser funktionieren könnte, demonstriert er bei einer Vorführung.
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Nobert Binder (rechts) und Herbert Baus (links) führen das Prinzip des Luftdruckmessgeräts von Otto von Guericke vor. Foto: Winfried Ehling
Nobert Binder (rechts) und Herbert Baus (links) führen das Prinzip des Luftdruckmessgeräts von Otto von Guericke vor. Foto: Winfried Ehling

Norbert Binder hat einen Traum. Der Rektor im Ruhestand möchte ein Barometer am Viehmarkt installieren lassen, auf dem Passanten den Luftdruck und das nahende Wetter ablesen können - in "Hammelburger Einheiten", wie er sagt.

Wie diese Einheiten in Hammelburg zu definieren sind, ist noch nicht festgelegt. Höchstwahrscheinlich meint Binder jedoch eine gängige Zahlenskala, die das kommende Wetter für die Nahregion ausweist. Bei dem Luftdruckmesser orientiert Binder sich an dem Barometer von Otto von Guericke. Der Erfinder (1602 bis 1686) baute am Rathaus seiner Geburtsstadt Magdeburg ein Wasserbarometer. Es wird überliefert, dass damit ein Unwetter richtig vorhergesagt werden konnte.

Wie so ein Barometer gestaltet werden könnte ist derzeit völlig offen. Binder führte kürzlich am Marktplatz allerdings das physikalische Wirkprinzip eines solchen Luftdruckmessgeräts. Unter den Schaulustigen der Physik-Lehrstunde war auch Bürgermeister Armin Warmuth (CSU).

Binder, der sich für sein Experiment die notwendigen Utensilien von Apotheker Sebastian Hose ausgeliehen hatte, arbeitete bei der Demonstration mit einem Helfer zusammen: Herbert Baus aus Untererthal. Dieser ging ihm zur Hand. Seine Vorstellung wäre ein Blickfang am Viehmarkt aus Holz oder einer schmiedeeisernen Ausführung.

Binder bezog sich bei seinem Experiment auf eine Entdeckung von Otto von Guericke: Mitte des 17. Jahrhunderts wussten die meisten Menschen nicht, dass es Luftdruck gibt. Wird in ein einseitig geschlossenes Rohr Wasser gefühlt, das mit dem offenen Ende in einem Wassergefäß steht, zeigt die Wassersäule im Rohr den Luftdruck der Umgebung an: Sie steigt oder fällt mit dem Luftdruck.

Guericke bediente sich bei seiner Erfindung sogar eines bis zum vierten Stock seines Hauses reichenden Zylinders, in dem das Wasser in etwa zehn Meter Höhe stehen blieb. Dies führte Binder vor dem Rathaus im Kleinformat nach. Barometer gibt es heutzutage in unterschiedlicher Bauweise. Sie können durchaus auch als Dekorationsobjekt dienen.

Viele Menschen besitzen heute noch ein Barometer, auf das sie manchmal vorsichtig klopfen. Wenn der Zeiger schnell fällt, bedeutet dies den Abfall des Luftdrucks und damit eine Wetterverschlechterung. Die Einheit, mit denen der Luftdruck gemessen wird, heißt Pascal. Der Luftdruck liegen im normalen Bereich zwischen 1030 und 960 Hektopascal.

Bleibt noch die Frage nach dem Standort. Es wäre zum Beispiel vorstellbar das ein Barometer am Europa-Haus am Viehmarkt aufgestellt werden könnte. Mit der Vorführung wollte Binder seine Idee zunächst der Öffentlichkeit präsentieren, um zu klären, ob sich Unterstützer für ein solches Schmuckelement auf dem Viehmarkt finden. Binder sieht das Wettervorhersagegerät als eine Möglichkeit, den Platz zu beleben.

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