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Sulzthal
Gemeinderat

Ortstermin an der Linde

Ein Anwohner sieht Handlungsbedarf, die Räte wollten sich deshalb ein Bild von der Sache machen.
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Linde an der Brunnenanlage  Foto: Hilmar Ruppert
Linde an der Brunnenanlage Foto: Hilmar Ruppert

Zu einem Ortstermin traf sich der Sulzthaler Marktgemeinderat vor der eigentlichen Sitzung, um über den Umgang mit dem Lindenbaum an der Brunnen-Grünanlage zu entscheiden. Fällen oder Auslichten, da sei er nicht der Fachmann dafür. "Dass etwas passieren muss, ist aber unbestritten", so Bürgermeister August Weingart. Der Anwohner möchte den Baum gerne weghaben. Das anfallende Laub sei dabei eher zweitrangig, viel störender sei das Lichtraumprofil, so der Anwohner. Er plädierte dafür, die Linde durch einen Hochstamm-Apfelbaum zu ersetzen.

Wie man nun mit der Linde umgehen will, dafür wartet man eine Stellungnahme von Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege Dieter Büttner ab, hieß es in der Sitzung.

Schwammspinner bekämpfen

Die Anzahl der Besucher der Gemeinderatsitzung hielt sich in Grenzen, war man doch in Erwartung einer größeren Zahl vom Sitzungssaal in den Clubraum der Mehrzweckhalle ausgewichen. Den größten Teil der Sitzung nahm die Bekämpfung des Schwammspinners ein, zu dem Bernhard Zürner - AELF Bad Neustadt - eingeladen war. Im letzten Jahr hatte der Rat die Bekämpfung mit Spritzmitteln mit 5:4 Stimmen abgelehnt.

"Ich bin der Meinung, dass wir heuer nicht um die Bekämpfung herumkommen", so Weingart. Die Wahl sei auf das gleiche Mittel wie letztes Jahr gefallen, es gelte den Grad des Fraßes auf ein unkritisches Niveau zu bringen, plädierte auch Zürner für den Einsatz. Über die Auswirkung auch auf andere Arten könne man jedoch noch nicht allzu viel sagen. Es sei aber immer ein Abwägungsprozess, und auf Dauer stehe der Eichenwald auf dem Spiel.

Die letzten beiden Populationen - sie treten grob alle zehn Jahre auf - habe der Wald gut weggesteckt, aber die letzten beiden trockenen Jahre hätten die Bäume schon sehr geschwächt. An der Belaubung sehe man deutlich, wo gespritzt worden sei und wo nicht.

"Wir geben uns Mühe bei der Zählung und auch bei der Auswahl der zu bekämpfenden Gebiete und haben auch ein System ausgeklügelt", sagte Zürner. Auch für Gemeinderätin Gabi Dehmer war die Entscheidung nicht einfach. Einerseits mache man bei Grüngitter mit und wolle die Bienen retten, andererseits wolle man sich auch nicht nachsagen lassen durch unterlassenes Bekämpfen am Baumsterben durch den Schwammspinner schuld zu sein. "Ich habe Angst, dass wir das Problem nur verschieben, denn in zehn Jahren darf ja nur drei Mal gespritzt werden und grundsätzlich nur alle zwei Jahre. Was machen wir dann, wenn in sechs Jahren wieder eine große Population auftritt?", fragte Dehmer in die Runde.

Als es zur Abstimmung kam, forderte Weingart eine namentliche Abstimmung. Generell sprach sich der Rat mit 6:1 Stimmen für eine Bekämpfung aus, einzig Klaus Keller sprach sich dagegen aus. Die Abstimmung ob auf allen sechs geforderten Gebieten gespritzt werden solle endete 2:5. Dafür stimmten nur August Weingart und Jens Weingart, die übrigen wollten den Einsatz nur auf drei der Regionen und auf einer Teilfläche des vierten Vorschlagsgebietes.

Die Höhe der in 2019 eingegangenen Spenden betrug 2061 Euro - der Rat hegte keine Einwände. Der Planungsauftrag zur Ermittlung der Kosten - zur Optimierung und Schonung des Trinkwasserbrunnens - durch das Büro Arz wurde erteilt. Die Informationsveranstaltung aller beteiligten Gemeinden fand bereits im Februar in Euerdorf statt. Mit dem Wasserwirtschaftsamt werde demnächst besprochen, wie der Hochbehälter saniert wird. Da es sich um ein Zwei-Kammer-Bauwerk handelt, könne eine Kammer nach der anderen saniert werden. Die Wasserversorgung sei dadurch zu jeder Zeit gewährleistet. Auch für den Einbau eines Feinrechen in die Gemeinschaftskläranlage warte man auf die Zustimmung des Wasserwirtschaftsamtes. Weingart informierte den Rat darüber, dass sowohl am Standort Festplatz, als auch am Standort Mehrzweckhalle leitungstechnisch eine E-Ladestelle möglich sei. Der Kindergarten sei in einer sehr guten Entwicklung, daher müsse bedarfsgerecht noch eine Erzieherin eingestellt werden. Außerdem lobte er das vorbildliche Verhalten des am Corona-Virus Erkrankten und dessen familiären Umfeld.