Hammelburg
Engagement

Ortstafeln sind renoviert worden

Frisch lackiert und mit einer Würdigung an den Rhöntroubadour versehen wurden die Begrüßungsschilder in Obererthal. Für die Renovierung eingesetzt haben sich Bruno Weigand und Hans Schönau.
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Bruno Weigand (links) und Hans Schönau (rechts) bei der Restaurierung der Grußtafeln.  Fotos: Winfried Ehling
Bruno Weigand (links) und Hans Schönau (rechts) bei der Restaurierung der Grußtafeln. Fotos: Winfried Ehling
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Zum schönsten Entrée zählten die beiden Begrüßungstafeln im Stadtteil nicht mehr. Wind und Wetter gingen nicht spurlos an ihnen vorbei, der Lack blätterte und die Schrift war nur noch schwer erkennbar. Das störte zwei Obererthaler Bürger. Bruno Weigand und Ortssprecher Hans Schönau beschlossen daher, dies zu ändern und gleichzeitig eine neue Inschrift einzubringen.

Sie nahmen Kontakt zu einer Grafiker-Firma auf, die einen Entwurf in kurzer Zeit fertigte. Das Wappen mit der Krone und den fränkischen Farben und die Inschrift "Grüß Gott" - und auf der Rückseite "Auf Wiedersehen in Obererthal - waren ein Muss. Auf himmelblauen Hintergrund kam eine Huldigung an einen großen Rhönfreund hinzu - Leopold Höhl, 1844 hier geboren - bekannt als der "Rhöntroubadour".

Die "Öwerirdler" kennen den glühenden Rhön-Verehrer noch vom Hörensagen, natürlich auch Freunde und Liebhaber der Rhön wie beispielsweise Mitglieder des Rhönklubs, wissen um den Sohn von Lehrer Johann Höhl, der im Obererthaler Schulhaus geboren wurde. Eine Inschriftentafel an der ehemaligen Schule im Stadtteil weist auf den Urheber des "Rhönspiegels" hin, der heuer seinen 175. Geburtstag hätte.

Nach dem Abitur in Würzburg studierte Höhl katholische Theologie und wurde 1867 zum Priester geweiht. Als Kaplan drei Jahre im hessischen Ulster-Grund eingesetzt, kam er als Stadtpfarrer nach Ebern, wo er 1896 verstarb. Vom Aufenthalt in der Rhön geprägt, wird ihm ein einfühlsam-seelsorgerisches Wirken und enge Kontakte zu den Rhönern bestätigt, die ihn schon bald als einen der ihren anerkannten.

In seinen Schriften beschrieb Höhl detailliert Arbeit und Brauchtum in der kargen Hügellandschaft und setzte sich damit ein literarisches Denkmal. Mit seinem 1892 veröffentlichten Büchlein "Rhöntroubadour" erinnert und tröstet er Menschen, die, wie er, die Liebe zur Rhön und zu ihren Bewohnern empfinden. Bis zu seiner Erkrankung, 1892, verfasste Leopold Höhl mehrere Bücher, Hefte und Schriften, darunter eine Sammlung von Namen und Worten des Kreuzbergklosters. Er wolle noch eine ganze Reihe von Manuskripten herausgeben, verriet er einem Freund, wenn er gesund vom Gardasee zurückkomme, wo er sich Genesung erhoffte. Dazu kam es bedauerlicherweise nicht mehr. Doch hinterließ der Verstorbene noch einige weitere Werke wie zum Beispiel die "Blüthenlese".

Das Andenken auf den Begrüßungstafeln erinnert an einen stillen aber leidenschaftlichen Verehrer der Rhön, dessen Liebe und Gedanken bis heute Bestand haben.

Dies hatten auch Schönau und Weigand im Kopf, als sie die Grußtafeln restaurierten und dem Rhöntroubadour widmeten. Sie schliffen die unansehnlich gewordenen Holzgestelle ab, versahen sie mit neuem Lack und richteten sie an den Ortseingängen wieder auf.

Die Materialkosten übernahm die Stadt Hammelburg, das Obererthaler Duo kümmerte sich um das Praktische. Die eingelassenen Blumenkästen erhielten winterharte Pflanzen, die zur warmen Jahreszeit gewechselt und von den Nachbarn gepflegt werden.

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