Hammelburg
Festlichkeiten

Neue Schulleitung im Jubiläumsjahr des Frobenius-Gymnasiums

Das Frobenius-Gymnasium erinnert 2019 an seine 350-jährige Tradition. Den Auftakt macht ein Empfang mit Vorstellung des neuen Schulleiters.
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Matthias Ludolph (Mitte) wird neuer Schulleiter des Frobenius-Gymnasiums. Elternbeiratsvorsitzender Andreas Troll und Noch-Schulleiter Helmut Schreiner nehmen ihn schon einmal in ihre Mitte.Foto:  Arkadius Guzy
Matthias Ludolph (Mitte) wird neuer Schulleiter des Frobenius-Gymnasiums. Elternbeiratsvorsitzender Andreas Troll und Noch-Schulleiter Helmut Schreiner nehmen ihn schon einmal in ihre Mitte.Foto: Arkadius Guzy
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Die Federführung bei der Organisation des Jubiläumsjahrs hat er bereits seit vergangenem Jahr. Nun bekommt Matthias Ludolph eine zusätzliche Aufgabe: Zum 16. Februar übernimmt er die Leitung des Frobenius-Gymnasiums in Hammelburg.

Bei einem Empfang des Elternbeirats für das Kollegium stellte Schulleiter Helmut Schreiner seinen bisherigen Stellvertreter als seinen Nachfolger vor. Schreiner geht zum Ende des Schulhalbjahrs in Ruhestand.

Ludolph war zum 1. August 2018 vom Albert Einstein Gymnasium in München ans Frobenius-Gymnasium nach Hammelburg gewechselt. Er hat sich gut eingearbeitet, wie Schreiner erklärte, der die Einarbeitung als Knochenjob bezeichnete. Ludolph stammt gebürtig aus der hessischen Stadt Marburg. In Hammelburg unterrichtet er neben seinen Aufgaben als Stellvertreter Geschichte und Latein - in dem altsprachlichen Fach promovierte Ludolph sogar.

Dass er die Stelle des Schulleiters übernimmt, entspricht dem Wunsch von Lehrerkollegen und Elternvertretern nach personeller Kontinuität. Wer nun neuer stellvertretender Schulleiter wird, steht noch nicht fest. Laut Schreiner ist das Bewerbungsverfahren noch nicht abgeschlossen.

Schreiner konnte aber eine andere Personalie bekannt geben: Ebenfalls zum 16. Februar rückt Kerstin Köhler als Mitarbeiterin in die Schulleitung auf. Köhler unterrichtet seit 2005 Latein und Französisch am Frobenius-Gymnasium.

"Ich werde versuchen, den in mich gesteckten Erwartungen gerecht zu werden", sagte Ludolph. Der künftige Schulleiter skizzierte die Geschichte des Hammelburger Gymnasiums und gab einen Ausblick auf die anstehenden Jubiläumsfeierlichkeiten (siehe Info). Dabei erklärte er: "Es kann sein, dass im Laufe des Jahres noch die eine oder andere Idee dazu kommt."

Der Empfang des Elternbeirats bildete den Auftakt zum Jubiläumsjahr, sagte Andreas Troll, Vorsitzender des Elternbeirats. Er sollte für Lehrerkollegium und Elternschaft eine Gelegenheit zur Begegnung bieten, wozu sonst keine Zeit ist. Die Idee ist gemeinsam entstanden. Es ist daran gedacht, diese Art des Zusammentreffens in den kommenden Jahren fortzusetzen, wie Troll erklärte.

Im Rahmen des Empfangs wurde auch das neue Logo vorgestellt, das auf das Jubiläum aufmerksam machen soll. Schule mit gymnasialem Niveau hat in Hammelburg eine lange Tradition, die jedoch durch mehrere historische Brüche gekennzeichnet ist. Mathe- und Physiklehrer Werner Seitz hat sich mit der Geschichte befasst. Am Rande des Empfangs erläuterte er die Traditionslinien.

Demnach lässt sich bereits für das Jahr 1530 eine Ratsschule nachweisen, die einige Jahrzehnte später mit der Gegenreformation ein Ende fand. Das eigentliche historische Datum, auf das sich das 350-jährige Jubiläum des Gymnasiums bezieht, markiert das Jahr 1669: Damals schloss der Rat der Stadt Hammelburg mit dem Konvent der Franziskaner von Kloster Altstadt einen Vertrag. Dieser begründete eine Schule mit gymnasialem Bildungsrang. Der Unterricht hatte allerdings bereits im Dezember 1668 begonnen, wie Seitz erklärte.

Dass diese Schule, wie häufig erzählt, in der sogenannten Lateinschule, einem kleineren Fachwerkgebäude hinter dem Kloster, untergebracht war, lässt sich laut Seitz nicht nachweisen. Das Kloster kann unzweifelhaft als Ursprungsort des Gymnasiums gelten, schließlich sollte durch die Ausbildung der Priesternachwuchs gesichert werden.

Dieser Bedarf sei wegen der Säkularisation abgebrochen, sodass das Gymnasium der Franziskaner 1817 aufgelöst wurde. Im Jahr 1844 knüpfte die Königlich Bayerische Lateinschule an die Geschichte an. Sie gilt als eigentliche Vorgängereinrichtung des heutigen Gymnasiums. Jakob Rinecker ist die Neugründung zu verdanken. Er hatte 3000 Gulden - das entspricht heute wohl einer Kaufkraft von mehr als 50 000 Euro - für die Errichtung der Lateinschule vermacht.

Das Gymnasium hatte im Laufe der Geschichte wechselnde Standorte. Erst mit einem Neubau in den 1960er Jahren bekam es seinen Sitz in der Von-der-Tann-Straße. Und auch erst seit 1960 heißt das Hammelburger Gymnasium Frobenius-Gymnasium.

Programm fürs Jubiläumsjahr Die Termine für die Hauptveranstaltungen im Jubiläumsjahr des Frobenius-Gymnasiums stehen bereits fest. Am Sonntag, 17. März, gibt es ein Ehemaligenkonzert. In dessen Rahmen wird die Fair-Trade-Jubiläumsschokolade vorgestellt. Der Schwerpunkt der Feierlichkeiten liegt dann im neuen Schuljahr. Den Auftakt bildet ein Gottesdienst am 13. September im Kloster Altstadt. Das Festwochenende mit Schulfest, Gottesdienst und Festakt sowie dem Ehemaligentreffen findet vom 27. bis 29. September statt. Weitere Veranstaltungen können noch dazu kommen.

Anlässlich des Jubiläums wird das Ehemaligentreffen, das sonst alle fünf Jahre stattfindet, um ein Jahr vorgezogen. Alle ehemaligen Schüler des Frobenius-Gymnasiums sind aufgerufen, teilzunehmen und am Festwochenende zusammenzukommen.



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