Obererthal
Baustelle

Neue Brücke für Obererthal

Nach Morlesau, Diebach und Obereschenbach bekommt jetzt auch Obererthal eine neue Brücke. Möglich macht das das Kernwegekonzept.
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Die alte Brücke ist abgerissen. Teile der Widerlager bleiben stehen. Ortssprecher Hans Schönau, Planer Klaus Wolf, Allianzmanager Holger Becker, Bürgermeister Armin Warmuth und Peter Kreß vom Tiefbauamt besichtigen die Baustelle. Foto: Arkadius Guzy
Die alte Brücke ist abgerissen. Teile der Widerlager bleiben stehen. Ortssprecher Hans Schönau, Planer Klaus Wolf, Allianzmanager Holger Becker, Bürgermeister Armin Warmuth und Peter Kreß vom Tiefbauamt besichtigen die Baustelle. Foto: Arkadius Guzy
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Die Thulbabrücke in Verlängerung des Kapellenwegs ist weg. Nur die Widerlager sind an den Ufern noch zu sehen. Sie bilden die Grundlage für eine neu Konstruktion. Es ist die fünfte Brücke innerhalb von drei Jahren, die in den Stadtteilen neu entsteht.

"Wir werden die alte Brücke teilweise nutzen", sagt Klaus Wolf. Die alten Widerlager werden Teil der Gründung der neuen Konstruktion, wie der Ingenieur des gleichnamigen Büros aus Bad Bocklet bei einer Besichtigung der Baustelle erklärt. Der wichtigste Unterschied zwischen dem bisherigen und dem neu entstehenden Bauwerk ist die Breite: Die neue Brücke wird auf 4,50 Meter ausgebaut. Rechnet man alles zusammen, sind es zwischen den Geländern sogar 5,50 Meter, sagt Wolf.

Genug Platz also für landwirtschaftliche Maschinen. Auch die Tragfähigkeit ist für heutige Ansprüche ausgelegt. Die alte Brücke, die vor 60 Jahren entstand, war nur für zwölf Tonnen ausgelegt. Zuletzt gab es sogar ein Überfahrverbot für Fahrzeuge über sechs Tonnen Gewicht, da die Brücke deutliche Altersschäden zeigte. So gab es Abplatzungen und die Eisen lag frei, wie Peter Kreß vom Tiefbauamt der Stadt berichtet.

Die Erneuerung der Brücke war daher eine jahrelange Forderung, bestätigt Ortssprecher Hans Schönau. Dass der Übergang über die Thulba jetzt neu gebaut werden kann, liegt am Kernwegekonzept der kommunalen Allianz "Fränkisches Saaletal", zu der Hammelburg gehört. Das Kernwegekonzept beschreibt die Flurwege, die für die Landwirtschaft als Verbindungsstrecken von Bedeutung sind. Für den Ausbau dieser Strecken gibt es daher eine Förderung.

Nach Sulzthal, wo in diesem Jahr ein 250 Meter langes Stück der Langenbergstraße als ein solcher landwirtschaftlicher Kernweg ausgebaut wurde, ist die Thulbabrücke nun das zweite Vorhaben im Gebiet der Allianz "Fränkisches Saaletal". Für den Hammelburger Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) ist damit bewiesen, dass das Kernwegekonzept "kein Schubladenkonzept" sei. Schon allein durch den Ausbau in Sulzthal habe es sich gelohnt.

Ohne die Förderung hätte der Brückenneubau in Obererthal auch nicht oder zumindest nicht so schnell umgesetzt werden können, wie Warmuth ausführte. Der Neubau kostet rund 500 000 Euro, knapp die Hälfte der Summe bekommt die Stadt als Zuschuss vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE). Für das ALE ist der ländliche Wegebau eine "multifunktionale Maßnahme", die die Infrastruktur in Feld und Flur verbessert, und dadurch Zeit, Kosten und Ressourcen spart.

Die Brücke in Obererthal nutzt aber nicht nur der Landwirtschaft. Am Waldrand gelegen, schafft sie für die Forstwirtschaft eine Zufahrt zu einem in jüngster Vergangenheit ausgebauten Waldweg. Die Brücke hat eine Länge von 25 Metern. Da auch ein Stück Weg vor und nach dem Bauwerk angepasst wird, umfasst die gesamte Ausbaulänge etwa 100 Meter.

Laut Wolf wird die neue Brücke, eine Plattenbalkenkonstruktion, gegenüber der bisherigen um 35 Zentimeter angehoben. Außerdem wird nach dem Bau das Bett der Thulba auf einigen Metern Länge ausgeräumt, um den Abfluss weiter zu verbessern.

Die Stadt hat 37 Brücken in ihrer Verantwortung. Wenn die Thulbabrücke in Obererthal gegen Ende des Jahres fertig sein wird, stehen erst einmal keine weiteren Brückenbauten an. Für das Kernwegekonzept wird es aber vielleicht die nächsten Einsatzmöglichkeiten geben: In Sulzthal und in Ramsthal ist der Ausbau von landwirtschaftlichen Wegen in der Diskussion.

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