Hammelburg
Projekt

Netzwerk für Künstler im Landkreis

Der Landkreis organisierte ein erstes Treffen bildender Künstler. Über 50 Kunstschaffende diskutierten in Hammelburg, was die Kunst hierzulande voranbringt.
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Felix Gantner und Cordula Kuhlmann präsentieren das Logo des Kulturprojekts, das Künstler im Landkreis zusammenbringen soll.Werner Vogel
Felix Gantner und Cordula Kuhlmann präsentieren das Logo des Kulturprojekts, das Künstler im Landkreis zusammenbringen soll.Werner Vogel
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Ludwig J. Bauer arbeitet mit Stein, Eva Feichtinger gibt Malkurse und Konrad Albert zeichnet. Mia Hochrein hat eine Galerie, Heidi Lauter bannt Lichteffekte der Natur auf die Leinwand, Norbert Klodwig schafft Kunstwerke aus altem Holz und Romana Kochanowski bringt Fotografie und Malerei zusammen. Sie leben und arbeiten in Aschach, Bad Kissingen, Hammelburg und Münnerstadt und ihr Beruf oder ihre Leidenschaft für Kunst, hat sie in die Markthalle nach Hammelburg geführt. Dorthin hatte der Landkreis, genauer gesagt das Projektmanagement Kultur, Kulturschaffende aus der Sparte "Bildende Kunst", also Malerei, Bildhauerei, Grafik, erstmals zu einem Austausch geladen.

In einem gemeinsamen Workshop wurden Rahmenbedingungen, Bedürfnisse, Herausforderungen und Perspektiven der Akteure thematisiert. Weil über das Gebiet des Landkreises eine erstaunliche Vielfalt an Malern, Bildhauern, Fotografen, Musikvereinen, Bands, Chöre und Theatergruppen ihrer Passion nachgehen, möchte der Landkreis diese Kulturschaffenden ortsübergreifend besser in Kontakt bringen.

Erstmals ein Projekt Kultur

Cordula Kuhlmann, Leiterin des Regionalmanagements des Bäderlandkreises begrüßte die über 50 Teilnehmer und stellte das Projektmanagement Kultur vor. "Das Kulturangebot sollte nicht auf die Zentren beschränkt sein, sondern auch im flachen Land die Attraktivität der Region stärken". Man spürte ihr Herzblut für diese Aufgabe, zumal sie im Nachbarlandkreis Bad Neustadt erfolgreich eine ähnliche Kulturzusammenarbeit organisiert hat. "Und wenn man schon mit dem herausfordernden Logo 'Landkreis Bad Kissingen Hier gehts besser' wirbt, dann gehört identitätsstiftende Kultur als Marke dazu." Deshalb hat man das Kulturmanagement, das staatlich gefördert wird, geschaffen.

Felix Gantner verantwortet das Projekt seit dem 1. Januar. Er soll beraten, vernetzen, unterstützen und spartenübergreifend Kulturschaffende und -Institutionen innerhalb des Landkreis Bad Kissingen zusammenführen. "Wir beginnen mit den bildenden Künstlern, Musik und Theater werden folgen", führte Gantner aus. Dass er beim Studium Kulturmanagement gut aufgepasst hat, zeigte sich in der professionellen Art, wie er den Workshop konzipiert hat und ihn führte. Nach kurzer Vorstellung der Teilnehmer, entwickelte sich ein erstaunlich fruchtbarer Austausch von Meinungen, Vorschlägen und Anregungen.

Erste Vorschläge

Der Status Quo wurde festgehalten und Perspektiven zusammengetragen. Silvia Pfister-Stanjek und andere Malerinnen zum Beispiel suchen Ausstellungsräume. Wo gibt es Leerstände, die man nutzen könnte, wie es die Gruppe "KUNSTvereint" aus Hammelburg macht. Auch das "Haus "erLebenskunst Ramsthal" bietet regionalen Künstlern Möglichkeiten. Die Erfahrungen von "ART97688", der Kissinger Kunstvereinigung flossen ebenfalls ein. Wie binden wir offene Gruppen ein? Sollte ein Künstlerverzeichnis entstehen und eine Homepage? Wer gibt Kurse für ambitionierte Laien, die sich fortbilden wollen. Wie können Fördermittel beantragt werden? Können Austausch und Vernetzung helfen? Wer von seiner Kunst lebt, hat weitergehende Forderungen wie Bildhauer Peter Lorenz Emmert, der fragte, ob bei Ausschreibungen öffentlicher Gebäude im Landkreis "Kunst am Bau" wieder verpflichtend werden soll?

Der ländliche Raum hat viele Vorteile für die Kunst machte Ludwig J. Bauer den Teilnehmern aus dem Landkreis Mut: "Es gibt hier viele Parks, das ist wie eine Galerie, die 24 Stunden offen hat".

Wie steht's mit dem Selbstbewusstsein der Künstler? Erfährt die Szene genug Anerkennung? Werden für Ausschreibungen auch die örtlichen Künstler eingeladen? Welche Strukturen und welche Aktivitäten helfen weiter? Wie erreichen wir Kunstförderer? Brauchen wir einen Kunstrat? Alles wurde festgehalten und nichts zerredet.

Stärken stärken

Cordula Kuhlmann schwor die Gruppe auf Nachhaltigkeit ein, bat um Mitwirkung, empfahl den Künstlerinnen und Künstlern: Reden Sie nicht über Schwächen. "Wir wollen unsere Stärken stärken". Felix Gantner nahm viel mit für seine Arbeit. "Es ist ein Erfolg, wenn jemand zum Telefon greift, um einen Künstler anzurufen, den er hier kennengelernt hat", stapelte er tief. Gelegenheit gibt's dazu bei der Ausstellung "Bewegt", zu der Barbara Winter, Maria Rienecker und Maria Heckmann von "KUNSTvereint" in das Kaufhaus Hammelburg einluden. Beim Hinübergehen meinte Ludwig. J. Bauer: "Das alles hört sich ja schon mal gut an".

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