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Untererthal
Fasching

Mit Esprit auf der UKG-Bühne

Die Untererthaler Karnevals-Gesellschaft veranstaltete bei ihrer Prunksitzung ein furioses Spektakel.
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Ein Trumpf, der sticht, die Jugend-Showtanzgarde mit "Vive la France".  Fotos: Winfried Ehling
Ein Trumpf, der sticht, die Jugend-Showtanzgarde mit "Vive la France". Fotos: Winfried Ehling
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Die Erthal-Halle brannte lichterloh. Das Feuerwehrfahrzeug neben dem Eingang kam jedoch nicht zum Einsatz. Den "Brand" verursachten die Ortsteilnarren mit ihren Prunksitzungen, in denen die Untererthaler Karnevals-Gesellschaft (UKG) regelrechte Stimmungs-Salven aus Show, Gags und Tanzdarbietungen abfeuerte.

Gute Laune, Lachen, Mitmachen, das war bei den "Fosenöchtern" angesagt. Zum Beispiel Sitzungspräsident Marc Scheller hieß die Gäste, die "Höpper" aus Albertshofen und die Narren-Zunft aus Westheim bei Haßfurt, mit Orden und Worten willkommen.

Die UKG hat den Wechsel an der Spitze geschafft. Eileen Wüscher löste nach mehr als acht Jahren Sandra Lenhard als Präsidentin ab und schlüpfte in deren (ziemlich große) Schuhe. Autorisiert, übergab sie dem "Stolz der UKG", der Prinzengarde, für zehn Jahre Tanzen eine Rose und ein Präsent. Ebenso den Trainerinnen, Linda Koch und Vanessa Lutz, die seit 20 Jahren das Tanzbein bei der UKG schwingen. Was sie hinterließen, zeigten die Gardistinnen in einem Formationstanz.

Nachwuchs-Bütt

In der Nachwuchs-Bütt schütteten Mona Heid und Annika Weigand ihre Teenie-Herzen aus. Ob der "Dokter mit die Kügelich", der Homöopath, bei Gewichtsproblemen helfen kann, steht dahin. Fest steht für die beiden hingegen: Auch künftig keine Hähnchen von Ratiopharm.

Eine junge Schwedin haben die Untererthaler schon länger ins Herz geschlossen. Nein, nicht Greta Thunberg, sondern die mit den Sommersprossen und den abstehenden, roten Zöpfchen, Pippi Langstrumpf. Sie war das Thema der 22-köpfigen Kindergarde für ein putziges Reigenspiel.

Turbo-Scheller bat Promis, Bürgermeister Armin Warmuth und Landrat Thomas Bold, auf die Bühne - allerdings nur unter dem Versprechen, keine Wahlwerbung zu machen. Daran gehalten, zollten diese der UKG für 58 Jahre Faschingstradition ihre Anerkennung. Beim "verdrehten Quiz" mussten Warmuth und sein Kontrahent, Norbert Schaub, immer die Antwort auf die zuvor gestellte Frage geben. Linda Gerlach und Laura Leitschuh brachten die Polit-Elite ganz schön in die Klemme. Natürlich heißt der Papst nicht Robin Hood, und der Bürgermeister haust nicht im Sherwood Forest.

Albertshofens Gastgeschenk entpuppte sich als schmissige Polka der temperamentvollen Höpper-Tänzerinnen. Auf das Dorfgeschehen blickten Roswitha Fischer, Wilma Schaub, Ruth Neder und Sabine Kuchenbrod zurück. Um die kleinen Missgeschicke übers Jahr einordnen zu können, ist etwas Insiderwissen gut. Kirche und Polizei, Nachbarn und die Aktricen selbst kriegten fettige Brote geschmiert. Männer sind wie immer ein Thema. Frauen sind jedoch verpflichtet, für ihren Mann zu kochen, weil laut Genfer Konvention jedem Gefangenen täglich ein warmes Essen zusteht. Dem Tanzmariechen-Duo Michelle Ebert und Hannah Kaiser galt der Dank des Publikums für eine hübsch getanzte Darbietung zu irischen Rhythmen. Die Talk-Runde mit Moritz Lanz (Moritz Hüfner), der sein TV-Vorbild treffend karikierte, drehte sich um Handys, Influencer und Followers. Was machte man eigentlich früher ohne Mobiltelefon? Da war die Familie noch die lebende "Whatsapp"-Gruppe.

Die UKG-Jugend-Showtanzgarde traf mit ihrem Thema "Vive la France" voll ins Schwarze. "Ela, ela,", ein agiles, fabelhaft getanztes Potpourri mit Eiffelturm, voilà. Premiere feierte der Gardetanz der Westheimer, den diese mit Esprit auf die Bühne zauberten. Petrus' Geburtstag feierten nur geladene Gäste, Stars wie Flori Silbereisen, Udo Jürgens, Heino, Peter Maffay und "Leni" Fischer war das "Knocking on Heavens Door" erlaubt. Der Klamauk, den sich "The Next Generation" ausdachte, endete in einem himmlischen Chaos. Eher beruhigend wirkte da Ralph Brehm. Der Straßenmusikant berichtete mit Gitarre zu Ereignissen aus dem vergangenen Jahr.

"Trouble in New York" war ein gefundenes Fressen für das Männerballett "Bröselbande", das mit einem furiosen Stakkato als "Big-Apple-Rookie-Gang" aufwartete.

Im Zeichen bevorstehender Wahlen überraschte ein weiterer Bürgermeisterkandidat - HaHa, Pseudonym für Hausmeister Hans alias Marc Scheller. Sein erkorenes Ziel ist das "Warmuths-Blättle", das Stadt-Blatt, in dem der Bürgermeister bis zu 18 Mal in einer Ausgabe zu bestaunen ist. Mit Witzen, Gags und regelrechten Attacken auf das Zwerchfell geizte der Hausmeister nicht.

Die Krönung zum Schluss. Die tragische Liebe von Romeo und Julia inszenierte die UKG-Showtanzgarde gefühlvoll und leidenschaftlich auf der Bühne und erhielt dafür "Standig Ovations". Großes Kino.

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