Untereschenbach
Bürgerversammlung

Markante Gebäude im Blick

Das Kihn'sche Anwesen ist marode. Nun wird geprüft, ob die Fassade erhalten werden kann, berichtete der Bürgermeister.
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Das Kihn'sche Anwesen modert seit Jahrzehnten vor sich hin. Die Denkmalpflege untersucht jetzt, was machbar ist.  Fotos: Winfried Ehling
Das Kihn'sche Anwesen modert seit Jahrzehnten vor sich hin. Die Denkmalpflege untersucht jetzt, was machbar ist. Fotos: Winfried Ehling
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Eine regelmäßige Bürgerversammlung ist eine Abmachung der Stadt mit den Stadtteilen. Die Anregungen und Sorgen will Bürgermeister Armin Warmuth auch in kleinen Ortsteilen anhören, wie es Untereschenbach ist. Meist sind es keine Sensationen, von denen der Rathausobere hört, immerhin erfährt er manches, das auch ihm nicht bekannt ist und kann Neues zu lokalen Aspekten berichten.

Denkmalschutz eingeschaltet

So informierte er in der Zentgrafenhalle über ein markantes Gebäude im Dorf, das so genannte "Kihn'sche Anwesen", das seit Jahrzehnten leer steht. Um wenigstens die Fassade zu erhalten sind Untersuchungen des Bestands vom Landesamt für Denkmalpflege (LfD) eingeleitet, das entsprechende Maßnahmen empfiehlt. Das 1593 erbaute Gebäude war Familiensitz des Wilhelm Katzmann von Engliß, ein fuldischer Zentgraf mit Amtssitz auf Schloss Saaleck. Der Bau mit seiner wechselvollen Geschichte ging durch zahlreiche Hände, zuletzt durch die des Brauereibesitzers Kihn, dessen Erben die Güter veräußerten. Ein zweites, exponiertes Gebäude im Stadtteil ist die um 1100 erbaute Wehrkirche auf einem kleinen Hügel. Der Vorschlag von Ortssprecher Albrecht Leurer, die Kirche von außen zu beleuchten ist noch nicht ganz ausgegoren, könnte aber in naher Zeit mit der Installation von Strahlern verwirklicht werden. Darüber sollen die Untereschenbacher entscheiden. Feststeht, dass die ummauerte Friedhofskirche, die den Bewohnern einst Schutz bot, ein neues Eingangstor erhält. Wie eventuell Besuchern der Zutritt oder eine Führung angeboten werden kann, eine Frage von Helma Schaupp, muss die Kirchenverwaltung klären.

Der Gegenwart geschuldet sind die von einigen Bürgern angemahnten Mäh- und Rodungsarbeiten an beiden Ortsausfahrten zur Bundesstraße. Ohnehin schlecht einzusehen, vermindern Gras und Büsche die Sicht noch mehr. Hier soll Abhilfe her. Gegen zu schnelles Fahren im Ort empfahl der Bürgermeister ein Geschwindigkeitsmessgerät, wie es die Gebietsverkehrswacht besitzt. Dietmar Schaupp regte eine Inspektion, gegebenenfalls eine Ausbesserung, am Ortsbrunnen an. Eine dortige Bank stiftet die Stadt. Das Backhaus erhält eine Dachsanierung. Der kürzlich eingeweihte Spielplatz erfreut sich guter Resonanz und des Lobes der Einwohner.

Was Bauplätze in Untereschenbach angeht, will die Stadt die Innen-Entwicklung vorantreiben. "Wenn sich Möglichkeiten ergeben, kaufen wir Grundstücke im Ort auf", versicherte Warmuth. Im Zusammenhang mit der geplanten Allianz-Ausstellung "Dorf grün gestalten", fragte Stefanie Dalke nach dem Procedere, das nach Worten des Bürgermeisters auf jeden Fall fachlich begleitet wird. Unbehagen erzeugte die Information von Frieder Barth, der von einem durch Prozessions-Spinner verletzten Bürger aus dem Nachbarort berichtete. Hier will Ortssprecher Leurer nach dem rechten schauen.

251 Einwohner

Dem Bürgermeisterbericht war zu entnehmen, dass die Einwohnerzahl Untereschenbachs seit 2013 um 25 Personen auf 251 Bürger gesunken ist. Das Gros der Einwohner ist zwischen 51 und 60 Jahre alt. Seit zwei Jahren gab es keine Geburten mehr im Ort. Der sanierte Kindergarten im Nachbarort Obereschenbach kann noch Plätze anbieten.

Neben den wichtigsten Baumaßnahmen - das Bürgerhaus, den Umbau an der Musikakademie, die fast vollendete Rathausmaßnahme - wartete Warmuth mit dem aktuellen Haushalt der Stadt auf, der unter dem Strich mit einem Guthaben von 3,7 Millionen Euro abschließt. Eine moderate Neuverschuldung ist vorgesehen. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt derzeit rund 336 Euro, weniger als die Hälfte des Landesdurchschnitts vergleichbarer Kommunen (678 Euro, Stand Ende 2017).

Verabschiedet wurde vom Stadtrat der neue Feuerwehrbedarfsplan. Er beinhaltet die Beschaffung neuer Feuerwehrfahrzeuge und auch neuer Gerätehäuser in verschiedenen Ortsteilen. Für Untereschenbach ist ein neues Tragspritzenfahrzeug vorgesehen. Die Mittel dafür sind im laufenden Haushalt eingestellt.

Mehr Übernachtungen

"Good News" meldete der Rathausobere auf dem Tourismus-Sektor. Die Übernachtungszahlen sind in den letzten fünf Jahren um mehr als zehn Prozent gestiegen. Weitere touristische Projekte und Maßnahmen sind vorgesehen.

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