Hammelburg
Notfälle

Lebensrettender Defi übergeben

In der Raiffeisenpassage ist der Defibrillator des Zentrums für Telemedizin Bad Kissingen (ZTM) installiert worden. Dort ist er jederzeit für alle zugänglich.
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Eva Fella und Bürgermeister Armin Warmuth demonstrieren den Einsatz des Defibrillators, den (von links) Reimar Glückler, Roland Knoll und Jürgen Klubertanz verfolgen.  Foto: Winfried Ehling
Eva Fella und Bürgermeister Armin Warmuth demonstrieren den Einsatz des Defibrillators, den (von links) Reimar Glückler, Roland Knoll und Jürgen Klubertanz verfolgen. Foto: Winfried Ehling

Der Lebensretter steht im Foyer der Vereins- und Raiffeisen-Bank. Ein kürzlich installierter Defibrillator des Zentrums für Telemedizin Bad Kissingen (ZTM) erhielt hier an einem für jeden zugänglichen Standort, der rund um die Uhr zu erreichen und vor der Witterung geschützt ist, seinen Platz.

"Optimal", wie Bürgermeister Armin Warmuth befand, der die Präsenz des Schock-Gebers im Herzen der Stadt begrüßte. "In Bayern wird alle 30 Minuten ein Mensch reanimiert. Werden keine Maßnahmen ergriffen, liegt die Überlebenschance bei einem von lebensbedrohlichen Herzrhythmus-Störungen Betroffenen bei lediglich vier bis sieben Prozent", betonte er mit Blick auf die Wichtigkeit solcher Geräte.

Automatischer Notruf

In einem Joint Venture-Projekt finanzierten die Stadt und die VR-Bank die Beschaffung des mit einem automatischen Notruf zur Rettungsstelle ausgerüsteten "Defi". Die Stadt übernahm einen Anteil von rund 4200 Euro an den Kosten, die VR-Bank steuerte 1000 Euro und bezahlte die erforderliche Metall-Platte. Die monatlichen Servicekosten von knapp 30 Euro für die technische Wartung, Dokumentation, Kontrollen, etc. kommen ebenfalls aus dem Stadtsäckel.

Reimar Glückler, erfahrener Sanitäter und Ausbilder, benannte den plötzlichen Herztod in Deutschland als häufigste Todesursache außerhalb von Krankenhäusern. Dieser Todesursache geht meist ein sogenanntes Kammerflimmern voraus. Die Herz-Lungen-Wiederbelebung in Kombination mit Defibrillation ist die einzige, wirksame Behandlung des Flimmerns, denn der Schock-Geber kann die elektrische Erregung im Herzen unterbrechen. "Entscheidend bei der Defibrillation ist der frühestmögliche Einsatz, da durch das Kammerflimmern ein Sauerstoffmangel im Gehirn entsteht. Der Erfolg eines Defi steht und fällt mit der richtigen Durchführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Das Gerät ist daher nur eine Ergänzung, doch kein Ersatz", informierte Glückler. "Jeder der den Mut aufbringt, etwas zu tun, kann Leben retten. Sie können nichts falsch machen - außer nichts zu tun", fügte er mit dem Hinweis auf die Audio-Unterstützung hinzu, die beigefügt ist.

Praktische Vorführung

Eine praktische Demonstration, in die es den Bürgermeister einbezog, zeigte das Geschwisterpaar Eva und Christoph Fella, die Mitglieder der Wasserwacht sind. Im Beisein der beiden VR-Bank-Vorstände, Roland Knoll und Jürgen Klubertanz wies letzterer darauf hin, dass sich der Einbau im Vorraum der Bank durch Umbauabsichten und die Fusion mit der VR-Bank Bad Brückenau verzögerten. "Wir hoffen, das Gerät wird nicht gebraucht. Wenn doch, dann um Leben zu retten." unterstrich Klubertanz, der auf mehrfache Empfehlung noch ein bis zwei Hinweisschilder zum Defi-Standort am Gebäude anbringen lassen will.

Im Zuge des Ersthelfer-Kurses, den die Bank in der Vorwoche ihren Mitarbeitern anbot, ließen die beiden Wasserwacht-Mitglieder wissen, dass ein Info-Abend zur Handhabung des Defibrillators in der Markthalle stattfindet. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.

Hammelburg ist zwischenzeitlich mit diesen Impulsgebern recht gut versorgt. Sowohl das Schwimmbad wie auch das Frobenius-Gymnasium und das TV/DJK-Vereinsheim verfügen über das Gerät. Nach Aussage des Bürgermeisters wird in naher Zeit auch ein Defi in der Grundschule installiert.

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