Obererthal

Landwirte sorgen sich um ihre Wiesen

Burkhard Kippes und Patrick Fella, zwei junge Nebenerwerbslandwirte, haben Probleme mit übernässten Wiesen.
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Burkhard Kippes (links) zeigt eine der Stellen, wo ein Biberdamm Wasser auf die Wiese laufen lässt.Arkadius Guzy
Burkhard Kippes (links) zeigt eine der Stellen, wo ein Biberdamm Wasser auf die Wiese laufen lässt.Arkadius Guzy

Schuld ist der Biber. An mehreren Stellen staut er den Rumbach an, einen kurzen Nebenarm der Thulba. Kippes dringt auf eine Lösung, weshalb er Behördenvertreter und die beiden Landtagsabgeordneten der Grünen, Kerstin Celina und Paul Knoblach, zu einer Besichtigung zusammenrief.

Kippes und Fella führten die Gruppe auf ihre Flächen. Die beiden nutzen die Wiesen als Futterquelle für ihre Tiere. "Ich brauche das Heu für etwa zehn Schafe", sagte Kippes. Obwohl das Jahr sehr trocken war, seien die Wiesen nass, erklärte Kippes. Die Arbeit mit Maschinen ist dadurch schwierig. Außerdem fürchtet Kippes, dass sich die Fläche verändert. Denn an den feuchten Ufersäumen breitet sich schon Schilfgras aus.

Im kurzen Lauf der Rumbach hat der Biber mehrere Dämme gebaut, die das Bett in die Breite dehnen. In einem der Dämme steckt mittlerweile ein Rohr, um das Wasser besser abfließen zu lassen. Für Kippes hat es zu lange gedauert, bis diese Verbesserung umgesetzt wurde. "Ein halbes Jahr wurde herumgemacht", sagte er.

Der 28-jährige Nebenerwerbslandwirt erläuterte den Behördenvertretern daher seine Vorstellungen, wie das Miteinander mit dem Biber aussehen sollte. Kippes schlug einen Arbeitskreis aus Landwirten und Vertretern des Naturschutzes vor. Der Arbeitskreis soll sich jeweils mit einem lokalen Biberproblem befassen. Kippes verspricht sich dadurch eine schnelle und unkomplizierte Lösungssuche. Die Drainagierung des Damms mit Hilfe des Rohrs hätte aus Kippes' Sicht so viel eher passieren können. Kippes: "Dann hätte man viel schneller Ruhe in die Sache reingebracht."

Aber nicht nur die Landwirte teilten ihre Sorgen mit. Mühlenbesitzer Herbert Baus sprach seine Befürchtung aus, dass durch die Anstauungen bei anhaltender Trockenheit das Wasser für die Mühle fehlen werde.

Roland Lenhart von der Naturschutzbehörde am Landratsamt Bad Kissingen begrüßte den Vorschlag für einen Arbeitskreis: "Es wäre gut, wenn so etwas stattfinden würde." Gegen eine solche Institutionalisierung sei nichts einzuwenden. Seine Kollegin Doris Hupfer erklärte, dass in diesem Fall die Kommune für den Unterhalt des Gewässers zuständig sei. "Wir können den Prozess nur betreuen", sagte sie. Kippes hatte auch einen Vorschlag an das Wasserwirtschaftsamt (WWA) Bad Kissingen. Er wollte einen Nutzungstausch mit Flächen des WWA, die als Uferstreifen dienen. Doch ein solcher Nutzungstausch sei nicht möglich, wie Birgit Imhof vom WWA erklärte.

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