Ramsthal
Kunst

Kunst vernetzt

Ein neu eröffneter Kunstweg verbindet Menschen, Künstler, Orte und Legenden.
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Mit einem gespiegelten K ist der neue Kunstweg gekennzeichnet.  Fotos: Jacqueline Vera Edgü-Mihm
Mit einem gespiegelten K ist der neue Kunstweg gekennzeichnet. Fotos: Jacqueline Vera Edgü-Mihm
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Eine neue Hitzewelle erfasst die Region, doch das Interesse am neuen Projekt des Ramsthaler Haus Erlebenskunst ist ungebrochen. Weit über 60 Kunstinteressierte trafen sich zur Eröffnung des neuen Ramsthaler Kunstweges am Mitfahrer-Bänkchen mitten im Ort. Die Einweihung des 2,6 Kilometer langen Rundwegs - am westlichen Ortsende der Gemeinde Ramsthal gelegen, idyllisch unterhalb der Weinberge - war ein Magnet. Fünf Skulpturen, die während des ersten Ramsthaler Bildhauersymposiums im Rahmen der Kunstwoche 2019 geschaffen wurden, säumen den teils geteerten, teils grasbewachsenen Weg. Vornehmlich aus Holz gefertigt, sind sie der Auftakt eines möglichen, sich weiter in andere Orte ziehenden Kunstweges.

Skulpturen für diese künstlerische Vernetzung Ramsthals zum Beispiel mit Wirmsthal, Euerdorf und anderen Gemeinden, könnten im Rahmen neuer Kunsttage in den kommenden Jahren entstehen, so der Wunsch der Initiatoren. Der Verein Erlebenskunst Ramsthal e.V., seit vielen Jahren erfolgreich in Sachen Kunst, Kreativität und Vernetzung aktiv, hat mit diesem Kunstweg wieder einmal etwas ganz Besonderes geschaffen. Etwas, das weit über die alle zwei Jahre stattfindende Kunstwoche hinaus Bestand hat.

Thea Keßler und Bernhard Gößmann-Schmitt, die beiden Vorsitzenden des Vereins, freuen sich. Viele Kunstinteressierte und Vertreter verschiedener Ämter, vom stellvertretenden Landrat Emil Müller über den Ramsthaler Bürgermeister Alfred Gündling, Ehrenbürger, Gemeinderäte, Vereinsmitglieder bis hin zur Weinprinzessin Mirjam Gößmann-Schmitt waren gekommen, um an der Eröffnung teilzunehmen. Gößmann-Schmitt bedankte sich bei den drei anwesenden Künstlern Sebastian Bach, Klaus Schneider und Günter Nöleke für ihre Werke. Er vergaß dabei auch nicht, den Vereinsmitgliedern und Helfern seine Anerkennung für den unermüdlichen Einsatz auszusprechen. Ein Einsatz, ohne den dieses Projekt nicht möglich gewesen wäre.

"Die Idee für diesen Kunstweg kam uns bei einem Weimarbesuch", so Gößmann-Schmitt. Als ersten Fachmann holte man sich den Euerdorfer Künstler Helmut Droll ins Boot, sowie Partner und Sponsoren, wie zum Beispiel die Waldkörperschaft Altenreichthal, die den Künstlern die Baumstämme zur Verfügung stellte.

Die Holzskulptur Otto von Bambergs bildet die erste, mitten im Ort gelegene Station. Bischof Otto habe, so Kessler, eine besondere Bedeutung für Ramsthal. Er ermöglichte die Gründung des Orts. Die Skulptur wurde von Sebastian Bach geschaffen und QR-Codes, die in die Skulptur eingelassen sind, regen zum Vertiefen der Thematik ein. Die Skulptur wurde mit den Spenden aus den monatlich stattfindenden Spendenkaffees realisiert, war von Keßler zu erfahren. "Das Logo ist in Gemeinschaftsarbeit entstanden und zeigt ein doppelt gespiegeltes K", so Thea Keßler. "Das K steht für Kunstweg, und die Spiegelung steht für die angedachte, mögliche Vernetzung dank neu entstehender Skulpturen mit den Nachbarorten in den kommenden Jahren."

Frisch mit Getränken versorgt startete die Gruppe: ob zu Fuß, im Rollstuhl, im Kinderwagen oder mit Walking-Stöcken. Über einen geteerten Fußweg entlang der Schrebergärten erreicht man nahe der Straße die zweite Kunststation. Klaus Schneider, Schöpfer der Ikarus-Skulptur, führt in die Sage des Ikarus ein. "Vernetzung", die dritte Skulptur wurde von dem im Gambach lebenden Künstler Günter Nöleke aus 250 Meter Rundstahl geschaffen. Auch für Nöleke ist heute eine Premiere, ist es doch die erste seiner Skulpturen, die im öffentlichen Raum zu finden ist. Die vierte Skulptur, der Heilige Urban von der Künstlerin Margit Unterthiner, befindet sich direkt unterhalb der Weinberge.

Herbert Holzheimers Skulptur "Traubensäule" kann rundum betrachtet werden. Sie thront inmitten einer kleiner Insel, und man könne sich hier ein schönes aus Holz geschaffenes Liegesofa vorstellen, auf dem man bequem Sterne und Weinberge betrachten kann. Da ein solches aktuell noch nicht vorhanden war, zog die Gruppe der Kunstinteressierten hin zum Hoffest des Weinguts Neder, um sich noch bei dem einen oder anderen Getränk über den inspirierenden Spaziergang auf dem Kunstweg auszutauschen.

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