Thulba
Training

Knifflige Aufgaben stärken den Teamgeist

Nadine und Michael Pragmann aus Frankenbrunn schicken Teams auf eine spannende Reise ins Ungewisse und fördern dabei ungeahnte Talente zu Tage.
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Auch "Verletzte" zu bergen gehörte zu den Aufgaben. Melissa Kalmund
Auch "Verletzte" zu bergen gehörte zu den Aufgaben. Melissa Kalmund
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Das romantische Thulbatal hat mit seinen schattigen Wäldern und stillen Tälern ganz eigene landschaftliche Reize. Und doch kann es auch eine echte sportliche Herausforderung sein. An diesem Wochenende stellte sich die Fußballmannschaft des SV Kürnach unter Anleitung von Nadine und Michael Pragmann von "Kommando Ponyhof" aus Frankenbrunn ganz ungewöhnlichen Herausforderungen in freier Natur. Bei der eintägigen Reise ins Ungewisse ging es vor allem darum, das Team an ganz unterschiedlichen Stationen mit kniffligen Aufgaben ins Staunen, Grübeln und Tüfteln zu bekommen. "Die Teilnehmer wissen nie genau, was auf sie zukommt. Letztlich dienen alle Aufgaben dazu, das Team zu formen und neue Talente und ungeahnte Führungsqualitäten zu entdecken", so Michael Pragmann, der als Berufssoldat die Notwendigkeit von guter Teamarbeit kennt. Ganz nebenbei lernen die Teilnehmer auch, mit Karte und Kompass umzugehen und sich mit natürlichen Hilfsmitteln in der Landschaft zurechtzufinden. Beim gemeinsamen Essen am Abend werden dann die Erlebnisse und Erkenntnisse in lockerer Runde ausgetauscht.


Natur pur

Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen vom ständigen Klingeln des Handys genervt sind, schätzen die Teilnehmer Natur pur und herausfordernde Aufgaben, die nur in der Gruppe gemeinsam gelöst werden können. Das Team als solches besser zu machen, das hat oberste Priorität für Nadine und Michael Pragmann von "Kommando Ponyhof". Dabei stimmen die Trainer den Parcours immer ganz gezielt auf die Konstitution und das Leistungsvermögen der Gruppe ab. Grundsätzlich sind die Teilnehmer aber immer mehrere Stunden in der freien Natur unterwegs, überwinden Bachläufe, steile Anstiege oder auch künstliche Hindernisse bei einem nicht ganz alltäglichen Teambuilding-Trip, der mit einem gemeinsamen Abendessen abschließt. Kilometer für Kilometer meistert das Team immer neue Aufgaben und lernt so, miteinander mehr zu erreichen und sich auf einander zu verlassen. "Vereine, Firmen, Behörden, Auszubildende, Freunde, Sportler - die Zielgruppen sind ganz unterschiedlich", sagt Michael Pragmann. Seit vier Jahren ist das Ehepaar als "Kommando Ponyhof" in Aktion. Nadine, die hauptberuflich Bauzeichnerin ist, übernimmt hauptsächlich Organisatorisches außerhalb der eigentlichen Tour: Sie kümmert sich zum Beispiel vor und während des Aufenthalts um Verpflegung und Unterkunft und steht zu jedem Zeitpunkt auf Abruf bereit. Ihr Ehemann Michael hat als Berufssoldat und schon viel Erfahrung mit Teambuildingmaßnahmen und Survivaltraining sammeln können. Er begleitet die Gruppe während der Tour durch das Thulbatal und bereitet die unterschiedlich komplexen Aufgaben vor. Zusätzlich begleiten ein oder zwei weitere Trainer die Gruppe - je nach Teilnehmerzahl. Auch die Aufgaben und der Schwierigkeitsgrad der Tour werden dem Leistungslevel der Gruppe angepasst. Start der Tour ist in der Regel am Wake-Park-See in Thulba. Dort bekommt jeder der Teilnehmer einen eigenen Rucksack. Auf die Rucksäcke werden dann Gegenstände verteilt, welche die Gruppe zur Lösung der Aufgaben benötigen könnte. Auch die Brotzeit, die in der Mittagspause stattfindet, wird aufgeteilt. So hat manch einer das Vergnügen, einen Laib Brot zu tragen und ein anderer schleppt einen Fünf-Liter-Kanister Wasser. Voll bepackt machen sich die Teilnehmer auf den Weg ins Ungewisse. Mehr als zehn Übungen meistert die Gruppe gemeinsam. Darunter gibt es knifflige Denkaufgaben sowie körperlich fordernde Hindernisse. Immer wieder unterstützen die Trainer das Team mit hilfreichen Survival-Kenntnissen. Unter anderem erfährt die Gruppe, wie man eine Entfernung mit der eigenen Schrittzahl abmisst oder wie man mit einer fast schon unleserlichen Karte und Kompass zu Fuß sein Ziel findet.
Die Thulba muss an verschiedenen Stellen sicher überquert werden - sei es einfach über Steine oder mit Hilfe eines Seilstegs. Ein "Verwundeter" muss gemeinsam geborgen werden und jeweils zwei oder drei Teilnehmer dürfen mit zusammengebundenen Beinen einen steilen Berg erklimmen. Knifflig ist für die Gruppe auch, sich mit verbundenen Augen und ohne zu reden zurechtzufinden. Vor jeder Übung gibt es von Michael Pragmann oder einem der Trainer eine kurze Beschreibung der Aufgabe. Dabei wird lediglich geschildert, wie das Ziel der Übung aussehen soll. Wie die Gruppe dieses Ziel erreichen kann, muss sie selbst durch Teamwork herausfinden. Nachdem die Übungen geschafft sind, bekommt die Gruppe ein Feedback zu ihrer geleisteten Arbeit. Gemeinsam besprechen sie Fehler und mögliches Verbesserungspotenzial.


Eine Gemeinschaft formen

"Unsere Erfahrungen im Beruf, vor allem bei mir als Soldat, haben gezeigt, wie wichtig ein funktionierendes Team ist. Dieses Wissen wollen wir, verbunden mit viel Spaß, an andere weitergeben", erklärt Michael Pragmann seine Motivation. Die Begriffe "Kommando" und "Ponyhof" verdeutlichen das Zusammenspiel von ernsthaften Themen wie Teambuilding oder Survival mit dem Spaß, der bei aller Ernsthaftigkeit nicht fehlen soll. "Allzu viel Unterschied zwischen einer militärischen Grundausbildung und einem Teambuilding-Event besteht nicht. Es gilt, aus einer Gruppe von Menschen, die sich mehr oder weniger kennen, eine Gemeinschaft zu formen. Als Team gestaltet sich die Zusammenarbeit wesentlich einfacher. Aufgaben werden effizienter bearbeitet, und durch den Einsatz aller kommt man schneller zu ausgereifteren Lösungen", ist Michael Pragmann überzeugt. "Ansprechen möchten wir natürlich jeden. Das heißt auch, jeder kann sich anmelden. Am sinnvollsten ist die Durchführung mit einer Gruppe. Ob untereinander bekannt oder nicht, ist zweitrangig. Der engere Personenkreis, für den unsere Events interessant sein könnten, sind Firmen, Vereine oder auch Junggesellenabschiede, die mal etwas anders unterwegs sein möchten", ergänzt Nadine Pragmann.
Die Events an sich laufen fast immer nach einem standardisierten Schema ab: "Nach einer kurzen Vorstellungsrunde bekommt das Team sein Material, jeder packt seine persönliche Ausrüstung und los geht's. Am Ende des Tages werden zum Beispiel die Unterkünfte gebaut und der Tag klingt am Lagerfeuer aus. Am nächsten Morgen gibt es noch die ein oder andere Aufgabe und den Rückmarsch zum Ausgangspunkt." Funktioniert das Team, dann fällt das Resümee der Teilnehmer fast immer sehr positiv aus. Besonders befreiend ist für einige Teammitglieder, dass sie ausnahmsweise mal nicht ständig am Handy erreichbar sein müssen. Das idyllische Thulbatal bietet dafür die perfekte, urige Kulisse.
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