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Wartmannsroth
Gemeinderat

Klimawandel hinterlässt seine Spuren

Mit einem breiten Artenspektrum soll der Gemeindewald im Hinblick auf den Klimawandel stark gemacht werden. Die Räte billigen den Forstwirtschaftsplan.
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Für den Gemeindewald Wartmannsroth wird mit einem sechsstelligen Gewinn gerechnet. Foto: Gerd Schaar
Für den Gemeindewald Wartmannsroth wird mit einem sechsstelligen Gewinn gerechnet. Foto: Gerd Schaar

Mit einem sechsstelligen Gewinn aus dem Gemeindeforst rechnete der Forstsachverständige Markus Schömig, als er den Forstwirtschaftsplan dem Gemeinderat Wartmannsroth vorstellte. Rund 113 000 Euro seien aus etwa 4700 Festmetern Holzernte zu erwarten. Ein Zuwachs in entsprechender Menge sei der Garant für die Nachhaltigkeit, konnte Schömig von guten Jungbeständen der vergangenen zehn Jahre berichten. Die Räte billigten den aktuellen Forstwirtschaftsplan mit ihrem einhelligem Beschluss.

Der Klimawandel mache sich deutlich bemerkbar, wies Schömig auf die unterschiedlichen Überlebenschancen der Baumarten hin. Kiefer, Eiche, Buche und Fichte seien zwar immer noch die Hauptarten, aber Änderungen seien in Sicht. "Die Fichte ist wegen des häufigen Käferbefalls zum Problembaum geworden", sagt Schömig. Die Buche sei auf dem Weg vor der Eiche zur Nummer eins zu werden. "Wir sollten aber nicht abhängig von der Buche werden", warnte er. "Hat man früher versäumt, andere Baumarten in den heimischen Wald einzubinden?", fragte Bürgermeister Jürgen Karle. Nein, mit der Douglasie sei eine erfolgreiches Gegenbeispiel zu nennen. Diese Baumart reagiere hervorragend auf den Klimawandel, sagt Schömig. Die Sicherung eines breiten Artenspektrums gehöre zu den vorbeugenden Maßnahmen wegen des Klimawechsels.

Forstoberrat Bernhard Zürner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bad Kissingen, berichtete von Schälschäden an den Bäumen. "Diese Bäume sollte man entnehmen", schlug er vor. Waldverträglich sollen die Bestände von Rot- und Rehwild reguliert werden, nannte Schömig das Ziel. Zu den weiteren Schwerpunktaufgaben des Gemeindeforstes gehören Verjüngungsarbeiten mit Beimischung von Edelhölzern, Lärche, Douglasie und Tanne.

Der Gemeindewald Wartmannsroth hat rund 740 Hektar Fläche.

Schwerlastfähige Waldwege müssen erhalten und das Erschließungsnetz vervollständigt werden. Schömig setzte sich für eine funktionsfähige und nachhaltige Bewirtschaftung des Gemeindewaldes ein. Wertvolles Holz in angemessener Menge und Nachhaltigkeit seien die Garanten dafür, dass auch in den kommenden Jahren zuverlässig schwarze Zahlen beim Gemeindeforst geschrieben werden. Dabei sei ein positives Betriebsergebnis langfristig besser als eine kurzfristige Gewinnmaximierung. Die gute Nachricht für die Kaminfreunde lautete: "Künftig wird uns das Brennholz nicht ausgehen".

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