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Kiga Elfershausen:Suche nach Ausweichquartier läuft

Der Kindergarten Elfershausen ist alt und zu klein. Die Zeit drängt. Der Gemeinderat lässt prüfen, ob Neu- oder Umbau sinnvoller sind.
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Die meisten Gruppenräume haben ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Mehr Kinder geht nur Mit einer Erweiterung oder einem Neubau.              Winfried Ehling
Die meisten Gruppenräume haben ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Mehr Kinder geht nur Mit einer Erweiterung oder einem Neubau. Winfried Ehling
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Einziger Tagesordnungspunkt der Gemeinderatssitzung war der Neubau oder die Erweiterung des Kindergartens Elfershausen - ein Thema, das sich seit Jahresbeginn trotz mehrerer Besichtigungen und Inspektionen an Entscheidungen vorbeischlängelte oder am Veto des Ratsgremiums scheiterte. Um endlich zu einem Beschluss zu kommen nahm eine Delegation aus Räten, Fachleuten, Kindergarten-Personal und Vereinsvorstand einen weiteren Ortstermin vor.

Der 1976 erbaute Kindergarten an der Auraer Straße ist in vieler Hinsicht überaltert und kann keine weitere, prognostizierte, Gruppe aufnehmen. Die Elektrik, Wasser- und Abwasserleitungen und die Fenster sind noch auf dem Stand der damaligen Zeit, die Gruppenräume sind zu klein und dem Personal fehlt der Platz für ein vernünftiges Besprechungszimmer. Die mit Heizöl betriebene Heizung lässt im Winter auf ihre Wärme warten. Kindergartenleiterin Irena Baster fügte noch ein ganzes Mängel-Paket hinzu.

"Vor allem entbehrt der Hort aber dem vorgeschriebenen Stand beim Brand- und Schallschutz und der Barrierefreiheit", betonte Bürgermeister Karlheinz Kickuth (SPD) im Sitzungssaal. Ein Katz- und Maus-Spiel entwickelte sich zunächst um Neu- oder Umbau, respektive Erweiterung, denn für die Varianten sind unterschiedliche Fördersätze zu erwarten. Bei einem Neubau könnte die Förderung bis zu 85 Prozent betragen. Bei einem hochpreisigen Umbau oder einer Erweiterung müsste der Markt durch verminderte Förderung tiefer in den Säckel greifen.

Varianten vergleichen

Aufschluss gäbe eine Machbarkeitsstudie, die die beiden Varianten miteinander vergleicht. Diese dürfte einen Batzen Geld kosten, den die Gemeinde nicht alleine zahlen will und deshalb die Diözese Würzburg, Besitzerin des Kindergartens, mit ins Boot nehmen will. Eine grobe Schätzung eines Planers gebe es bereits, wie Vize-Bürgermeister Jürgen Englert (SPD/FWG) erinnerte, was auch der Landkreis-Kita-Beauftragte, Manfred Kutz, begrüßte. Er ist überzeugt, dass eine zweite Regelgruppe im jetzigen Gebäude nicht unterzubringen sei.

Muss: Wirtschaftlichkeitsberechnung

Daran knüpfte sich die logische Frage an, wo die Kinder während des Umbaus ein Domizil finden. Weder der Kindergarten Langendorf noch der in Machtilshausen verfügen über entsprechende Kapazitäten. Andere in Frage kommende Gebäude sind nach aktuellen Vorgaben des Gesetzgebers zu gestalten, was mit erheblichem, finanziellen Aufwand verbunden ist. Rainer Friedrich, Architekt im Bischöflichen Bauamt, bedauerte bisher keine belastbaren Zahlen zu haben. Er riet, die Erfahrungen des Personals in ein künftiges Konzept einfließen zu lassen. Als Basis sei eine Wirtschaftlichkeitsberechnung unentbehrlich.

Im Rahmen zahlreicher Detailfragen und Vorschlägen brach Volker Partsch (Neue Liste) eine Lanze für den bestehenden Kindergarten, respektive dessen Sanierung und Erweiterung. "Wir sollten nicht nur möglichst viele Kinder hier unterbringen, sondern auch an sparsames Handeln denken", empfahl er und forderte mit den Worten "die Kirche muss sagen was zu machen ist" einen Architekten der Diözese.

Eltern sorgen sich

Konträr stand die Aussage von Daniela Weifenbach, der Vorsitzenden des St. Johannis-Zweigvereins, die den Bestand des Kindergartens als "massiv marode" bezeichnete. Nach ihrem Dafürhalten sei die Unterbringung der Kinder im Markt während der Bauphase unmöglich. Nach Ansicht von Gemeinderätin Sandra Deissenberger muss die Frage "wie es im nächsten Juni weitergeht" Priorität haben. Denn: "Die Eltern fragen jetzt danach, ob sie ihre Kinder unterbringen können", begründete sie.

Bürgermeister Kickuth stellte nach eineinhalb Stunden den Beschluss zur Abstimmung eine Machbarkeitsstudie bei einem Architekten in Auftrag zu geben, dessen Honorarauflistung der Markt an die Diözese mit der Bitte um Zuschuss weiterleitet. Der Beschluss fiel gegen eine Stimme.

Auch der zweite Vorschlag des Rathausoberen passierte mehrheitlich den Gemeinderat. Demnach werden der Kindergarten- und Jugendausschuss der Gemeinde, die Verwaltung, das Landratsamt, der Trägerverein und die Kindergartenleitung gemeinsam nach einer Möglichkeit zur Unterbringung der Kinder aus St. Johannis während einer möglicher Umbauphase suchen.

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