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Hammelburg
VHS

Keine Angst vor dem Defibrillator

In einem Kurs lernten die Teilnehmer, dass bei der Ersten Hilfe mit dem Defibrillator die Ersthelfer genau angeleitet werden und eigentlich nicht falsch machen können.
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Reimar Glückler (r.) zeigt wie Herzdruckmassage geht.  Foto: Claudia Beyrle
Reimar Glückler (r.) zeigt wie Herzdruckmassage geht. Foto: Claudia Beyrle

Seit November 2019 hat Hammelburg einen Defibrillator, der rund um die Uhr verfügbar ist. Er ist in der Eingangshalle der Raiffeisenbank Hammelburg ganz in der Nähe des Marktplatzes zu finden. Aus diesem Anlass führte die Hammelburger Volkshochschule in Kooperation mit Bayerischen Roten Kreuz-Kreisverband Bad-Kissingen einen Kurs "Erste Hilfe mit Defibrillator und mehr" durch. Reimar Glückler, Ausbilder beim Roten Kreuz, nahm den fast 30 Teilnehmern die Angst: "Sie können nichts falsch machen!"

Mit einem Defibrillator kann auch ein Laie Wiederbelebungsmaßnahmen im Bereich Herz-Kreislauf-System durchführen. "Wenn der Kreislauf zusammenbricht, versucht das Herz dies mit einer hohen Schlagfrequenz auszugleichen", erklärt er. Das Gefährliche daran: Durch das Kammerflimmern entsteht ein Sauerstoffmangel im Gehirn. "Der Defibrillator beendet dieses sogenannte Herzflimmern mit einem Stromstoß."

Bevor das Gerät eingesetzt wird, müsse wie bei jedem Notfall geprüft werden, ob der Patient ansprechbar oder bewusstlos ist und ein Notruf (Telefon 112) abgesetzt werden. Die Atmung wird in Rückenlage, am besten mit den Händen auf dem Bauch, kontrolliert. Ist keine Atmung feststellbar, muss die Person über eine Herzmassage (30 Mal) und Atemspende (zweimal) wiederbelebt werden.

Wird der Defibrillator aus seiner Halterung genommen, ist zugleich die Verbindung zur Rettungsleitstelle in Schweinfurt aktiviert und diese gibt Anweisungen zum Vorgehen. Auch das Gerät selbst gibt nach Einschalten Sprachanweisungen. Über Abbildungen auf den Elektroden ist leicht zu erkennen, an welcher Position sie am nackten Oberkörper zu befestigen sind. Sobald die Elektroden angeklebt sind, misst das Gerät die Herzfrequenz. Ein lebensrettender Stromschlag kann somit nur ausgelöst werden, wenn der Patient keine Herzfrequenz hat. Nur eins ist laut Glückler zu beachten: Derjenige, der den Stromschlag auslöst, ist verantwortlich, dass keiner der Helfer in diesem Moment den Patienten berührt - das wäre gefährlich. Nach dem ersten Stromschlag sind wieder 30 Herzdruckmassagen und zweimalige Atemspende vorgesehen - den Takt gibt der Defi vor. Erst dann ist ein zweiter Stromschlag auslösbar.

Begeistert konnten einige Kursteilnehmer am Dummy Herzdruckmassagen unter Anleitung von Reimar Glückler üben und auch den mobilen Defi ausprobieren.

Seit Anfang Februar gibt es in Obereschenbach an der Eschenbachhalle einen Defibrillator, weitere Standorte sind am Schwimmbad, Realschule, Frobenius-Gymnasium und TV/DJK-Vereinsheim, die allerdings nur zu den Öffnungszeiten zugänglich sind. Bei der Suche nach dem nächsten Defi hilft eine Defi-App für das Handy.

Kursteilnehmern, die schon lange keinen Erste-Hilfe Kurs mehr gemacht haben, fiel im Kurs auf, dass die stabile Seitenlage jetzt anders gelehrt wird. Die alte Methode sei nicht falsch, sagt Glückler. Die neue Methode ist kraftsparender. Bei weiterem Interesse empfiehlt er einen achtstündigen Erste Hilfe Kurs in Hammelburg. Wer Interesse hat, kann sich auf eine Interessentenliste der Vhs melden. Bei genügend Anfragen wird ein Kurs organisiert. Anmeldungen sind online über www.vhs-kisshab.de oder direkt über das vhs-Büro (10 bis12 Uhr) auch telefonisch 09732/902 434 möglich. Anfragen werden per E-Mail: vhs@hammelburg.de oder hammelburg@vhs-kisshab.de beantwortet. red