Hammelburg
Ehrenamt

Jubiläum des Hammelburger Bürgerbusses

Seit nun schon zehn Jahren verbessert das ehrenamtliche Angebot die Mobilität gerade der älteren Menschen.
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Zum Service des Bürgerbusses gehört die Einstiegshilfe für ältere Fahrgäste. Foto: Archiv/Arkadius Guzy
Zum Service des Bürgerbusses gehört die Einstiegshilfe für ältere Fahrgäste. Foto: Archiv/Arkadius Guzy

Im September 2009 startete der Bürgerbus zu seiner ersten Fahrt. Seitdem hat er sich zu einer festen Einrichtung entwickelt, mit vielen treuen Fahrgästen. Zu verdanken ist all das einem großen ehrenamtlichen Engagement.

"Wenn man überzeugt ist, dass etwas gut für die Bevölkerung ist, kann man es auch schaffen", sagt Annemarie Fell. Sie, Beate Schilling, heutige Vorsitzende des Bürgerbusvereins, Angelika Beichel, die stellvertretende Vorsitzende, und anfangs auch Ingrid Scherpf gehören zu dem Frauenteam, das die Idee für den Bürgerbus durchsetzten.

Diese war 2008 im damaligen Agenda-21-Arbeitskreis "Mobilität" entstanden. Hammelburg habe viele Stadtteile. Von diesen komme man nicht immer in die Stadt rein, erklärt Fell die Überlegungen. Die Frauen informierten sich über den öffentlichen Nahverkehr, schauten sich Bürgerbussysteme in anderen Kommunen an und setzten sich für einen Zuschuss durch die Stadt ein. Klar war, dass es kein Rufsystem werden sollte: "Da machen die älteren Leute nicht mit", erklärt Fell.

So entstand ein Netz aus festen Linien. Laut Fell sind es elf Strecken mit ungefähr 130 Haltestellen. Für die gibt es einen festen Fahrplan. "Wir sind durch die Dörfer gefahren, haben geschaut, wo eine Haltestelle gut wäre, und haben die Zeit gestoppt", berichtet Fell. Die Haltestellen seien dort, wo sie auch gebraucht würden, zum Beispiel in den Siedlungen.

"Die Fahrgäste müssen sich nur eine Fahrzeit merken und sie wissen, welcher Fahrer unterwegs ist", erklärt Beichel. Das Team der ehrenamtlichen Fahrer wechselt sich so ab, dass jeder alle 14 Tage mit den Touren an der Reihe ist. Die Fahrer helfen den Passagieren mit ihren Einkaufstaschen und fahren diese auch direkt vor die Haustür, wenn der Zeitplan es zulässt.

Dennoch hat es etwas gedauert, bis sich das Angebot des Bürgerbusses über Mundpropaganda durchgesetzt hat. Heute gibt es aber etliche Stammfahrgäste, die es nicht mehr missen wollen - im Jahr sind laut den Zahlen des Bürgerbusvereins durchschnittlich 6000 Passagiere mit dem Bürgerbus unterwegs. Er verbindet nicht nur die Stadtteile mit Hammelburg, sondern auch Fuchsstadt und Elfershausen samt seinen Ortsteilen.

Spenden und der Beitrag der Fahrgäste - 1,50 Euro sind pro Fahrt zu zahlen - sind für die Deckung der laufenden Kosten bestimmt. Im Jahr 2014 erkämpfte der Bürgerbusverein mit Einbeziehung der Politik die Gemeinnützigkeit - als bisher einziger Bürgerbus. Seitdem muss der Verein nachweisen, dass mindestens 75 Prozent der Fahrgäste zum Beispiel aufgrund ihres Alters auf den Bürgerbus angewiesen sind. Die Stadt gibt einen Zuschuss von 5000 Euro und die beiden anderen Kommunen von je 1000 Euro. Dieses Geld dient als Rücklage, um alle paar Jahre das Fahrzeug wechseln zu können.

So will der Bürgerbusverein künftig einen elektrischen Bus einsetzen. Doch bisher hat er noch kein passendes Modell gefunden. Aber Fell ist zuversichtlich, dass der Bürgerbus bald wieder ein Beispiel geben kann.

Bürgerbus Zum zehnjährigen Bestehen des Bürgerbusses gibt es am Samstag, 5. Oktober, ein Fest auf dem Marktplatz. Fahrer, Unterstützer, Fahrgäste und die Öffentlichkeit sollen die Geschichte des Bürgerbusses feiern. Die Veranstaltung findet von 10 bis 16 Uhr statt. Es gibt Essen und Trinken, eine Geburtstagstorte und Live-Musik, wie es in der Ankündigung heißt.

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