Untererthal
Jagd

Jäger aus dem Altlandkreis Hammelburg erfüllen Abschussplan

Die Trophäenschau und jagdliche Themen standen im Mittelpunkt der Hegeschau des bayerischen Jagdverbandes für den Altlandkreis Hammelburg.
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Aufgefallen war den Betrachtern jener besondere Rehbock, der ausgestopft an der Wand hing. Es ist ein Albino, der bei einem Wildunfall sein Leben gelassen hatte.: Gerd Schaar
Aufgefallen war den Betrachtern jener besondere Rehbock, der ausgestopft an der Wand hing. Es ist ein Albino, der bei einem Wildunfall sein Leben gelassen hatte.: Gerd Schaar
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In der Erthalhalle präsentierten des Altlandkreises Hammelburg die Trophäen des im abgelaufenen Jahr erlegten Rehwildes. Rund zwei Dutzend von etwa 550 Gehörnen kamen in die Medaillenliga. Doch berichtete Jagdberater Helmut Keller nicht nur von Abschüssen dieser Rehböcke, sondern auch von rund 1300 erlegten weiblichen Rehen. Den stilechten musikalischen Rahmen setzte die Jagdhornbläsergruppe Hammelburg.

Daniel Lohfink, Vorsitzender der sieben BJV-Hegegemeinschaften aus dem Altlandkreis Hammelburg, war froh, dass der Abschussplan zu nahezu 100 Prozent erfüllt wurde. Dies rang Landrat Thomas Bold Anerkennung ab. In der Regulierung des Wildbestandes sah Bold ein Stück weit die regulierende Naturschutzfunktion des Jagdverbandes. "Diese Hegeschauen haben somit ihre Berechtigung", sagte er.

Anhand der modernen Mountainbike-Konzepte stellte Bold die emotionale Besetzung des Themas Naturnutzung fest. "Hier müssen die Interessenverbände in gemeinsamen Gesprächen Lösungswege suchen", meinte er. Den Jägern aber bestätigte Bold: "Jagd ist ein Stück unserer attraktiven Heimat".

Seltenes Exemplar

Die Längswand der Erthalhalle reichte gerade aus, um die Trophäen auf den Tischen zu präsentieren. Aufgefallen war den Betrachtern jener Rehbock, der ausgestopft an der Wand hing. "Das ist ein seltener Albino mit weißem Fell", erklärte Wilfried Uffelmann auf Nachfrage der Zeitung. Dieser Rehbock sei nicht abgeschossen worden, sondern per Wildunfall ums Leben gekommen. Das weiße Fell sei genetisch vererbt worden. "Sicherlich taucht irgendwann so ein weißes Fell wieder auf", so Uffelmann.

Weniger Wildschäden

Keller stellte anhand seiner Statistik einen Rückgang der Wildschäden fest. Beim Schwarzwild bezifferte er die Schadenshöhe für den Bereich des Altlandkreises Hammelburg mit rund 16 000 Euro. Entgegen dem leichten Abwärtstrend für das Rehwildvorkommen im gesamten Landkreis Bad Hissingen soll die Abschusszahl im Bereich der Marktgemeinde Sulzthal heuer um zehn Prozent erhöht werden.

Weiter vorn in der Population beim allgemein rückgängigen Vorkommen des Niederwildes ist der Fuchs. Keller setzte sich für die stärkere Bejagung des Fuchses ein, was zum Beispiel der Hasenpopulation zugute kommen werde. Sein Lob erhielten die Blühflächen, die nicht nur den Insekten nützen würden.

Über die Vermarktung des Wildes durch die Jäger hielt Dr. Thomas Koy, Leiter des Veterinäramtes Bad Kissingen, einen ausführlichen Fachvortrag. Dieser umfasste rechtliche Vorgaben, EU-Bestimmungen, Schulungshinweise und hygienische Vorgaben. Je nachdem, ob das Wild als Gesamtstück in der Decke oder in Fleischstücke zerlegt zum Verkauf an Gaststätten, für die Direktvermarktung oder zum privaten Gebrauch weitergereicht wird, ergeben sich verschiedene Vorgaben.



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