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Hammelburg: Volle Taschen für Bedürftige

Dank großzügiger privater Spender und Institutionen sowie der Bundeswehr konnten die Tafel-Helfer wieder große Taschen mit Lebensmitteln packen.
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Zum Abtransport bereit. Stellvertretende Tafelvorsitzende Luise Smolik (r.) gibt den Fahrern Anweisungen zu den Adressen der Abgabestellen.Foto: Winfried Ehling
Zum Abtransport bereit. Stellvertretende Tafelvorsitzende Luise Smolik (r.) gibt den Fahrern Anweisungen zu den Adressen der Abgabestellen.Foto: Winfried Ehling
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Der Hilferuf verhallte nicht ungehört. Die Tafeln in der Saalestadt und im Kreis konnten ihre Arbeit wieder aufnehmen - dank der Zuwendungen von privaten Spendern und Institutionen sowie der Bundeswehr im Lager Hammelburg, die aus Verpflegungsbeständen drei Tonnen wertige Lebensmittel zur Verfügung stellte.

Am Samstagmorgen füllten die neun Helferinnen, darunter mehrere junge Frauen, die sich spontan zur Mithilfe erklärten, die Tüten. Die beiden Fahrer packten die großen, adressierten Einkaufstüten ins Fahrzeug um die Behältnisse direkt ausfahren zu können. "Es ist alles dokumentiert, Empfängeradresse, die Zahl der Personen in dem jeweiligen Haushalt und wie viele Kinder sich darin befinden. So können wir die Taschen nach Bedarf packen", informierte Luise Smolik, die Stellvertretende Tafel-Vorsitzende.

"Die Bundeswehr stellte zum Beispiel 200 Kilogramm Hähnchen-Fleisch, große Mengen von Wurst und anderem Fleisch, Brot, Zentner von Nudeln, Käse, Milch, Joghurt und haltbares Gemüse zur Verfügung, soviel, dass wir den Abtransport gar nicht bewältigen konnten", berichtet Tafel-Vorsitzender Patrick Bindrum. Auch die aus Bad Kissingen und Bad Brückenau gekommenen Tafel-Fahrzeuge packten es nicht. Deshalb haben wir die Bad Neustädter Tafel mit ins Boot genommen. Es stand ein richtiger Konvoi zum Abtransport im Lager bereit", erzählt er begeistert.

Acht bis zehn Kilogramm schwer

"Von den Geldspenden haben wir zusätzliche Lebensmittel gekauft", fügt Bindrum an. So können großzügig gepackte Taschen zwischen acht und zehn Kilogramm das Tafel-Domizil verlassen. Alkoholfreie Getränke gibt es ebenfalls dazu. Sein Dank galt neben der Bundeswehr, der Sparkasse und der Raiffeisenbank, den Geschäftsleuten und privaten Spendern.

Sogar die Stadtratsfraktion Christlicher Bürgerblock (CBB) reihte sich in die Spenderliste ein. Vorsitzender Reimar Glückler und Stadtrat Dominik Sitter trafen persönlich ein um die Tafel zu unterstützen. "Der Hilferuf über wegbrechende Lebensmittelspenden hat auch uns erreicht. Der CBB-Vorstand entschied deshalb der Tafel mit einem Betrag von 1000 Euro unter die Arme zu greifen. Spenden für die Kommunalwahl und ein sorgsamer und zurückhaltender Werbeaufwand für die Wahlen versetzen uns in die Lage diesen Betrag zu Verbesserung der Situation zu leisten", so der CBB-Vorsitzende, der hoffte, dass "die Tafel ihre Arbeit weiter verrichten kann".

Die prall gefüllten Taschen sind bei etwas Zukauf als Rationen für die beiden nächsten Wochen gedacht. Am Gründonnerstag, 9. April, gibt die Tafel wieder Lebensmittelpakete zu den üblichen Öffnungszeiten für weitere Empfänger aus, denn es ist genug da. Aus dem Dilemma wegen Waren-Mangel ihre Türe schließen zu müssen - so wie dies der Hälfte der rund 1000 Tafeln in Deutschland widerfuhr - kommt die Hammelburger Tafel vorerst dank großzügiger und unbürokratischer Hilfe aller Spender heraus.