Hammelburg
Musikakademie

Hammelburg: Rock-Hotel als Sprungbrett

Der Nachwuchs in der Rock- und Popszene traf sich beim BandCamp der Populärmusikförderung "Mainpop" vom Bezirk Unterfranken in Hammelburg.
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Die jungen Teilnehmer hatten keine Langeweile in den Übungsräumen der Musikakademie. Foto: Gerd Schaar
Die jungen Teilnehmer hatten keine Langeweile in den Übungsräumen der Musikakademie. Foto: Gerd Schaar
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"Hier sind die Möglichkeiten zum Üben und die fachliche Unterstützung einfach toll", schwärmte Drummer Vladimir. Er ist einer der Teilnehmer des bereits zum 18. Mal jährlich stattfindenden BandCamps der Populärmusikförderung "Mainpop" vom Bezirk Unterfranken. Jeweils rund 50 Teilnehmer der Einstiegsklasse A (12 bis 16 Jahre) und der Älteren B (ab 16 Jahre) trafen sich in der Osterwoche zu den Workshops in Sachen Rock und Pop.

Längst ist die Nordbayerische Musikakademie ein Stück weit zur Keimzelle für den musikalischen Nachwuchs geworden. Acht Dozenten und zwei so genannte Guides, das sind Musik- und Sozialtherapeuten wie zum Beispiel Shanti Robert, kümmerten sich mit Sorgfalt und Einfühlungsvermögen um die jungen Teilnehmer. Die waren hauptsächlich aus Unterfranken, aber auch aus München, Frankreich und Italien angereist. Sie kannten sich zuvor nicht, ließen sich aber innerhalb von wenigen Tagen zu diversen Bands zusammenschmieden und übten neue Stücke ein, um sie als Rock- und Popkonzert auf die Bühne zu bringen.

"Im Laufe der Jahre kommt auch was zurück", freute sich Peter Näder, der Popularmusik- Beauftragte des Bezirks Unterfranken. Zum Beispiel der international erfolgreiche Musikmischer Hans Zimmer, der auch hier Hand an die Konzertklänge legte. Oder die beiden Songwriter Karan und Jens Schneider, die für jede Band extra Titel erschufen. Näder nannte auch die Snarky Puppy-Band und Jacob Collier als Erfolgsnamen, die zu ihren Anfängen hier im BandCamp schon Station machten. 18 Jahre BandCamp, das sei einmalig in Deutschland, sagt Näder.

Was die begabten jungen Rock- und Popmusiker einte, das war Begeisterung, Kreativität und Leidenschaft. Klar, in noch recht jungen Jahren auf der Bühne zu stehen und in den Großen Saal hinein zu singen, verlangt anfangs recht viel Mut. Doch wenn nach ein paar Takten das Publikum begeistert mitklatscht, dann geht es wie geschmiert. Frenetischen Applaus erntete auch so mancher Drummer, Gitarrist oder Keyboarder nach einem Solo. Improvisiert wie die Zusammenstellung der Mitspieler waren auch die Namen der vorübergehenden Bands: zum Beispiel "Power Plant", "Not Hot Wheels", "Drei Engel für die Charlies" oder "Future´s coming soon".

Jede Band trug zwei Stücke vor. Meist war eines aus dem Fundus schon vorhandener Kompositionen entnommen. Ein anderes war frisch auf diesem Workshop kreiert worden. Nein, die jungen Teilnehmer hatten keine Langeweile in den Übungsräumen der Musikakademie, die vorübergehend zum Rock-Hotel wurde.

Schon im Vorjahr war Drummer Vladimir im BandCamp. "Heuer habe ich mir extra für Hammelburg eine rote Glitterjacke zugelegt", sagte er. Und dann bat er am Keyboard um gedämmtes Licht und um das Schwenken der Handys, die wie Kerzen im Dunkel leuchteten. Pop und Rock können nämlich auch ihre besinnliche und zarte Seite haben.



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