Lager Hammelburg
Bundeswehr

Hammelburg: "Nahkampf wird nicht gewonnen, sondern überlebt"

Beim "Symposium Infanterie" ging es Neuerungen und Ausbildungsgrundsätze, wobei Stellungskampf, Jagdkampf und den militärischen Nahkampf im Mittelpunkt standen.
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Stellungskampf war einer der praktischen Stationen der Fortbildungsreihe "Symposium Infanterie".  Foto: Bundeswehr/Schleicher
Stellungskampf war einer der praktischen Stationen der Fortbildungsreihe "Symposium Infanterie". Foto: Bundeswehr/Schleicher
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Stellungskampf, Jagdkampf und militärischer Nahkampf standen beim "Symposium Infanterie" im Mittelpunkt. Die Gäste aus zahlreichen Verbänden und Großverbänden des Heeres sowie Vertreter höherer Kommandobehörden informierten sich über Neuerungen und Ausbildungsgrundsätze.

Brigadegeneral Michael Matz war als Kommandeur des Ausbildungszentrums Infanterie und General der Infanterie war er der Gastgeber. Beim "Treffen der Infanterie" nahmen überwiegend Kompaniechefs der infanteristisch eingesetzten Einheiten der Bundeswehr teil. Beim anschließenden 6. "Symposium Infanterie" folgten deren vorgesetzte Kommandeure.

Beide Durchgänge begannen mit einer Vortragsreihe zu aktuellen Entwicklungen in der Infanterie. Beispielsweise soll noch in diesem Jahr ein "Ausbildungshinweis Kampf und Einsatz in bewaldeten Gebieten" erscheinen. Diese Veröffentlichung ist nach dem "Ausbildungshinweis urbane Operationen" ein weiterer Schritt zur Vereinheitlichung der Ausbildung und fasst die taktischen Grundsätze und methodischen Hinweise im Waldkampf zusammen. Neben Text, Bildern und Videos bietet der Hinweis auch digitale Elemente.

Praktische Stationen

Auf besonderes Interesse der Teilnehmer stieß darüber hinaus der reformierte Ausbildungsgang für Infanterieoffiziere: Diese werden künftig zunächst in ihren späteren Verbänden und anschließend unter anderem am Ausbildungszentrum Infanterie ausgebildet.

Am zweiten Tag folgten praktische Stationen. Am "Ausbildungsparcours Stellungskampf" sahen die Teilnehmer Möglichkeiten, wie sie ihre eigenen Soldaten methodisch sinnvoll ausbilden können. Darauf aufbauend sahen sie eine Lehrvorführung zum militärischen Nahkampf. Gerade in einem Stellungssystem können Soldaten schnell in Nahkampfsituationen verwickelt werden. "Dann ist es das Ziel, schnellstmöglich zum bewaffneten Kampf zurückzukehren", erklärte Hauptfeldwebel Bert Bauer, Hörsaalleiter für den militärischen Nahkampf, das oberste Ziel der Ausbildung, "denn Nahkampf wird nicht gewonnen, sondern überlebt."

Als weitere Station folgte eine Einweisung in den Planungsprozess des Jagdkampfes. Oberstleutnant Mathias Rissel, Chef der XII. Inspektion des Ausbildungszentrums, unterstrich: "Beim Jagdkampf begeben sich Soldaten bewusst hinter feindliche Linien, um dort wichtige Infrastruktur oder Ziele des Feindes zu vernichten." Entsprechend komplex sei der Planungsprozess, denn der Führer des Jagdkommandos muss alle Eventualitäten berücksichtigen: "Wenn sich das Jagdkommando später hinter feindlichen Linien befindet, ist es auf sich allein gestellt", betonte der Inspektionschef die Herausforderung des Jagdkampfes. An beiden Veranstaltungen nahmen insgesamt über 100 Soldaten aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden teil. Als dienstgradhöchste Teilnehmer waren Generalmajor Michael Hochwart in Vertretung für den Inspekteur des Heeres sowie Generalmajor Norbert Wagner als Kommandeur Ausbildungskommando, verantwortlich für die Führung aller Ausbildungseinrichtungen des Heeres, anwesend. Bei der Abschlussbesprechung äußerten die Teilnehmer ein positives Feedback: "Das war eine gewinnbringende Veranstaltung, vor allem für den Austausch zwischen Truppe und Ausbildungszentrum", sagte Hauptmann Kai Falk. red

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