Hammelburg
Konzert

Hammelburg: Musik, die die Seele berührt

"Sing your soul" war wieder einmal zu Gast in Hammelburg mit Klezmermusik und Tango. Im Gepäck hatten sie neben einer ganzen Reihe Instrumente auch einige musikalische Überraschungen
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Musik für die Seele spielten Meike Salzmann und Ulrich Lehna, die als Duo "sing your soul" auftreten, wie hier in Hammelburg in der Stadtpfarrkirche.  Foto: Jacqueline Vera Edgü-Mihm
Musik für die Seele spielten Meike Salzmann und Ulrich Lehna, die als Duo "sing your soul" auftreten, wie hier in Hammelburg in der Stadtpfarrkirche. Foto: Jacqueline Vera Edgü-Mihm
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Meike Salzmann und Ulrich Lehna haben sechs Instrumente für ihre Konzert in der Hammelburger Stadtpfarrkirche mitgebracht: Klarinetten, Sopransaxophon und ein Akkordeon. Bereits vor zwei Jahren gaben sie hier ein Konzert. Dieses Jahr wollten sie wieder nach Hammelburg kommen, da es hier so schön sei, ist von Meike Salzmann zu erfahren. Diesmal präsentieren sie eine spannende Kombination aus Klezmer und Tango.

"Wir wollen die ganze Bandbreite zeigen, was Akkordeon und Klarinette zusammen spielen können", sagt Salzmann. "Das fängt bei der Klezmermusik an, da kennt man die Kombination.Schifferklavier und Klassik, das ist ja nicht so bekannt, dass das geht", fährt sie fort. Neben dem bekannten argentinischen Tango stehen auch der noch nicht so bekannte finnische Tango und andere Überraschungen auf dem Programm.

Meike Salzmann und Ulrich Lehna sind das preisgekrönte Duo "Sing your soul", das im Rahmen ihrer Tournee aus Deutschlands Norden anreiste. Ein Duo, das 2015 richtig durchstartete und mittlerweile bei internationalen Musikwettbewerben, renommierten Festivals und in den schönsten Kirchen und Klöstern Deutschlands zu Gast ist.

"Ose shalom" - traditionelle Klezmermusik, hier in der Kombination von Akkordeon und Altklarinette erfüllt die Stadtpfarrkirche. Gebannt lauschen die Zuhörer den klaren und ergreifenden Tönen. Als das Duo das Stück "Siciliano" von J.S. Bach anspielt, diesmal in der Kombination von Akkordeon und Sopransaxophon, hallen sphärische italienisch anmutende Klänge durch die heiligen Hallen. Die perlmuttbelegten Tasten des Akkordeons glänzen in der abendlichen Beleuchtung der Kirche, wie auch das Sopransaxofon. Die musikalische Reise geht weiter und führt nach Venedig. Lehna zückt seine Altklarinette und Tomaso Albinonis "Adagio" ertönt: intensiv, kraftvoll und leidenschaftlich begleitet von Akkordeonklängen. Salzmann, die immer zwischen den Stücken das folgende anmoderiert - einmal mit Informationen, einmal mit rezitierten Liedtexten, ist ganz in ihrem Element. Ebenso Lehna,beide bieten ein klangvolles Zusammenspiel ihrer besonderen Kombinationen, konzentriert und dennoch mit Leichtigkeit und Perfektion.

Im nächsten Stück, dem Adagio aus Mozarts Klarinettenkonzert, ersetzt das Akkordeon gekonnt gar ein ganzes Symphonieorchester und wird von Lehnas A-Klarinette begleitet. Während das Konzert voranschreitet werden die Zuhörer nach Ungarn mit der feurigen Csárdás entführt - das Publikum wippt mit den Beinen - dann nach Andalusien und Argentinien, Piazollas Ballade für einen Verrückten spielend ("Ballada por un loco"). Finnischer Tango, Polka, die Legende rund um den Mirjambrunnen und das intensive und berührende Rufen nach der jüdischen Mama ("Jidishe Mame") zeigen, dass das Duo gekonnt und professionell versteht, das Publikum zu erreichen, seine Seele zu berühren. Auch mit Selbstkomponierten warten die beiden Musiker auf. "Fleurs de Lys", ein Stück aus eigener Feder, vereint die Strände der Seychellen und Eckernfördes.

Gut ausgebildet sind sie beide, aber darüber hinaus besitzen sie eine große Kreativität und Phantasie bei der Kombination ihrer gewählten Stücke. Aus der Klezmermusik kommend entdecken sie immer mehr Genre für die Kombination bestehend aus Akkordeon und Klarinette. "So haben wir auch entdeckt, dass Mozart ganz toll klingt, wenn das Symphonieorchester durch das Akkordeon ersetzt wird", sagt Meike Salzmann, "und dass die Bass-Klarinette bei Piazolla schön wirkt". So experimentieren beide mit ihren Instrumenten, finden immer wieder neue Kombinationen und Wege und sorgen so dafür, dass ihre Zuhörer einen wunderbaren Musikgenuss erleben dürfen. Zwischen Schleswig und Überlingen am Bodensee sind sie an vielen Orten unseres Landes live zu erleben.

Dr. Albin Friedrich, selbst privat Akkordeon spielend, war von der Qualität des Spieles von Salzmann sehr angetan. "Sie hat viele Ausbildungen bei bekannten Akkordeonspielern gemacht und das merkt man einfach", sagt Friedrich. Das Konzert hat ihm außerordentlich gut gefallen, so wie auch dem begeisterten Publikum der gut gefüllten Stadtpfarrkirche, das an diesem Abend ein Konzert der Extraklasse erfahren durfte.

"Sing your Soul" berührte mit seiner Musik die Seele. Der Name des Duos war nicht nur Programm, sondern wurde an diesem Abend fühlbar.

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