Hammelburg
Dienstversammlung

Hammelburg: Feuerwehren rückten öfter aus

Im vergangenen Jahr hatten die Feuerwehren im Landkreis 260 Einsätze mehr zu leisten, als im Jahr davor. Dabei retteten sie 87 Menschen.
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Der Brandeinsatz in Langendorf Ende 2018 ist ein Beispiel für die interkommunale Zusammenarbeit der Wehren und die daraus datierende Schlagkraft. Foto: Sebastian Sebald
Der Brandeinsatz in Langendorf Ende 2018 ist ein Beispiel für die interkommunale Zusammenarbeit der Wehren und die daraus datierende Schlagkraft. Foto: Sebastian Sebald
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Die vielseitigen Anforderungen steigern sich. Damit ist der Zeitpunkt gekommen, die Freiwilligen Feuerwehren im Kreis mit dem entsprechenden Rüstzeug - einschließlich angepasster Gerätehäuser - auszustatten. Diese wichtige Erkenntnis aus der Kreisverbands- und Kommandantendienstversammlung ergeht zuvorderst an die Kommunen und den Freistaat.

Zur Versammlung hieß Kreisbrandrat (KBR) Benno Metz neben den Kommandanten und Delegierten, Repräsentanten aus Kommunal- und Landespolitik willkommen, unter ihnen MdL Sandro Kirchner, der diese Thematik in den Landtag mitnimmt. In seiner Berichtsvorlage listete Metz die relevanten Aspekte, darunter ein Zuwachs von 260 Einsätzen im vergangenen Jahr, auf.

Die Gesamtzahl zeigte Kreisbrandmeister (KBM) Georg Helfrich im Detail. Aus seiner Übersicht ging hervor, dass der Kreis über 111 Feuerwehren mit insgesamt 5137 Feuerwehrdienstleistenden verfügt. Eine stolze Zahl sollte man meinen, die sich angesichts der Gesamtzahl der Einsätze relativiert. Denn zu Buche schlagen 590 Brände, 1091 Technische Hilfeleistungen und 59 ABC-Einsätze, die 269 Sicherheitswachen und 431 sonstige Tätigkeiten komplettieren. Die Zahl der Einsatzstunden übersprang die Grenze von 32 000. Dabei retteten die Eingesetzten 87 Menschen, 224 Personen wurden versorgt.

KBR Metz wies auf weitere wichtige Fakten hin, darunter die Beschaffung von Digitalfunkgeräten und der Betrieb des Digitalfunks, der nahezu reibungslos läuft. Der Dank des KBR galt den Unterstützenden bei der Atemschutzausbildung sowie der Bundespolizei, die ihr Übungsgelände für das Fahrsicherheitstraining zur Verfügung stellte. Zudem wies er auf die notwendigen Luftbeobachtungsflüge im vorigen, trockenen Sommer hin.

Kinderfeuerwehren sind die Zukunft der Floriansjünger. Hier ist ein erfreulicher Aufwärtstrend zu verzeichnen. Ehren-Kreisbrandinspektor (KBI) Peter Sell leitet seit 2016 die Lehrgangsverwaltung und führte bei 149 Buchungen Gespräche mit Lehrgangsteilnehmern. Anerkennung zollte Metz den ABC-Beauftragten Peter Gehring und KBI Thomas Eyrich, KBM Manuel Geßner für die Brandschutzerziehung, Alexander Marx für seine Öffentlichkeitsarbeit und dem Engagement der Inspektoren und Meister. Selbstredend galt ein hohes Lob allen Aktiven.

Bürgermeister Armin Warmuth, der kurz auf die Stadt und auf die sanierte Saaletalhalle einging, fokussierte den Feuerwehr-Bedarfsplan, speziell die Feuerwehrgerätehäuser, die in Hammelburg "eine erhebliche Herausforderung" darstellen. "Beim Schaffen der Voraussetzungen stoßen wir manchmal an unsere Grenzen", räumte Warmuth ein, der den Wehren für ihre Geduld und die hervorragende Jugendarbeit dankte.

Nach Worten des Landesfeuerwehrverbands-Vorsitzenden, Alfons Weinzierl, decken die Berichte die ehrenamtlichen Leistungen auf, für die er den Dank des Landesverbands überbrachte. Den Kreisverband nannte er "eine Bürgerinitiative, die nicht nach dem Warum und Weshalb fragt, sondern anpackt". Seine Hochachtung richtete er an die Aktiven, die Führung, die flankierenden Kräfte und unterstützenden Kommunen.

Bei den anschließenden Ehrungen nahm der Leiter der Polizeiinspektion Hammelburg, Erster Polizeihauptkommissar Alfons Hausmann für die von ihm stets angestrebte Zusammenarbeit mit den Feuerwehren die Ehrenmedaille des Landesverbands entgegen. Landrat Thomas Bold ist die Fürsorge für die Wehren, die persönliche Ansprache und die verdiente Würdigung langjähriger Aktiver ein besonderes Anliegen. Ihm wurde die Ehrenmedaille des Deutschen Feuerwehrverbands verliehen.

Der Leiter des Atemschutzzentrums, Peter Gehring, bildete in 15 Jahren mehr als 1000 Atemschutzgeräteträger aus und wartet das spezifische Kontingent. Seine Leistung würdigte Metz mit dem silbernen Feuerwehr-Ehrenkreuz des Landesverbands. Diese Würdigung erhielt auch Dekan Stephan Hartmann, der dem Kreisverband seit seiner Versetzung in den Landkreis als seelsorgerischer Fachberater zur Verfügung steht.

In seinem Grußwort erinnerte Landrat Bold an die aktuelle, komplexen Anforderungen. Autobahn, Gefahrengut oder Solardächer gehören zu den neuen Aufgaben der Wehren. "Die funktionierende Zusammenarbeit zwischen Feuerwehren und den flankierende Kräften ist eine unserer Stärken", stellte er mir Dank an die Kommunen und den Freistaat fest.

Grußworte überbrachten Bezirkstags-Vizepräsidentin Adelheid Zimmermann, Alexander Kretz für das Bayerische Rote Kreuz sowie Andreas Kaufmann der befreundeten Wehr aus Thüringen, der eine Spende für die Jugendarbeit übergab.

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