Euerdorf
Lokalpolitik

Grünes Licht für neues Wohngebiet "Neuländer Weg"

Der Marktgemeinderat Euerdorf tagte diesmal vor großem Publikum. Ob der Andrang mit dem Baugebiet "Neuländer Weg" und einem möglichen Bürgerbegehren zutun hatte, blieb offen.
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heg/Foto: Ehling Für das künftige Wohngebiet "Neuländer Weg" beschloss der Gemeinderat mehrheitlich die Aufstellungsplanung.
heg/Foto: Ehling Für das künftige Wohngebiet "Neuländer Weg" beschloss der Gemeinderat mehrheitlich die Aufstellungsplanung.

Der Marktgemeinderat Euerdorf tagte diesmal vor großem Publikum. Neben den Räten füllten rund 30 Zuhörer auf eilig herbeigeholten Stühlen den Sitzungssaal. Ein besonderer Grund für diesen Zulauf ließ sich in der Tagesordnung nicht erkennen, doch für Wortgefechte im Euerdorfer Gremium ist immer wieder gesorgt.

So beim Aufstellungsbeschluss des Baugebiets "Neuländer Weg". Das Procedere ist nach Baugesetz als Grundlage für die Erstellung eines qualifizierten Bebauungsplan erforderlich. Es bedeutet, dass der Markt vorsieht, hier ein Wohnbaugebiet auszuweisen. Erst wenn der Beschluss fällt, kann über einen Bebauungsplan entschieden werden, informierte Bürgermeisterin Patrizia Schießer.

Die vorliegende Planung, die oft diskutierte Variante 2 des Büros Kirchner, die 40 Wohneinheiten vorsieht, lehnte Gemeinderat Elmar Hofmann von vorne herein ab. Er will erfahren haben, dass "einige Bürger gewillt sind ein Bürgerbegehren gegen die Planung zu initiieren". Da die Debatte drohte aus den Fugen zu geraten, stellte Guntram Gock Antrag auf Abstimmung, der mit 10 gegen 3 Stimmen den Aufstellungsbeschluss ermöglichte.

Das Vorhaben benötigte eine Änderung des Flächennutzungsplans mit integriertem Landschaftsplan. Der Neuländer Weg, bisher als Fläche für die Landwirtschaft deklariert, erhielt - vorläufig - den Titel "Allgemeines Wohngebiet", was Hofmann ebenfalls nicht passte. Die Bezeichnung erhält deshalb eine nachträgliche Änderung. Den Planungsauftrag vergab das Ratsgremium an das Büro Matthias Kirchner in Oerlenbach.

Neue Ausrichtung von Frankens Saalestück

Mit einem breit angelegten Informationspaket zur Neuausrichtung der Touristischen Arbeitsgemeinschaft (TAG) Frankens Saalestück wartete Jürgen Metz vom Landratsamt auf. Er erläuterte die im Juni in Obererthal erarbeiteten Eckpunkte, vertiefte das Erreichte der TAG und definierte deren künftige Herausforderungen. Neben einer klaren Zielsetzung und einem hinreichenden Profil dürfte es die Personal- und Mittelausstattung sein, die inhaltliche und strukturelle Veränderungen bedingen.

Nach zehn Jahren Frankens Saalestück sei eine Evaluation notwendig. Deshalb wäre ein Begleitgremium mit Beirats-Funktion wünschenswert. Künftig benötigt die Arbeitsgemeinschaft neben Geerd Müller eine zweite Kraft, die Metz mit 65 000 bis 70 000 Euro ansetzte. Das Marketing-Budget soll von 47 000 Euro soll auf 100 000 Euro steigen. Außerdem soll die TAG, der auch Gräfendorf beitreten will, als Zweckverband funktionieren. Nach einem Schlüssel ermittelt, muss der Markt ab dem kommenden Jahr statt ca. 5400 Euro dann 11 500 Euro an Mitgliedsbeitrag entrichten. Die Kosten von 7475 Euro für eine zusätzliche Stelle eingeschlossen, muss der Gemeindesäckel knapp 19 000 Euro per anno berappen.

Gemeinderat Hofmann rieb sich hier am Zahlenschlüssel und der "ungerechten Verteilung" auf die Mitgliedsgemeinden. "Wir zahlen, gemessen an der Einwohnerzahl, viel zu viel und haben nichts davon", wetterte er. Schießer bedeutete ihm, dass zunächst die Strukturen passen müssen "und das geht nicht von heute auf morgen". Danach sind die Kriterien, der Verteilungsschlüssel, neu zu beschließen. Den Beschlussvorschlag, der einen Zweckverband vorsieht, dem Euerdorf zunächst ein Jahr angehört, fiel mit 9:4 Stimmen.

Einmalige Spende statt Mitgliedschaft

Der Markt greift seinem Nachbarn Ramsthal unter die Arme. Die Rotkreuz-Bereitschaft bat in einem Schreiben um eine Spende oder die Mitgliedschaft im BRK für eine neues Rettungsfahrzeug. Auf die von Bernhard Herterich vorgeschlagenen 750 Euro setzte Schießer noch eins drauf und schlug zusätzlich eine Mitgliedschaft vor. Doch ihr Stellvertreter, Klaus Kaufmann, riet vom Mitgliedsbeitrag ab, der an den Kreisverband geht. Ob die Summe einem Ersatzfahrzeug zugute kommt, sei nicht klar. Michael Fells Empfehlung, der Bereitschaft eine einmalige Spende von 1500 Euro zu geben, sei auch ein "Dankeschön" für mehrmalige Hilfe und passierte den Rat.

Bauanträge

Ohne Einwände gestattete der Marktgemeinderat den Neubau von Doppelgaragen und Nebenräumen an der Ringstraße. Dort will der Bauwerber Unterstellmöglichkeiten für Fahrzeuge schaffen. Dabei tangiert er allerdings auch die historische Ringmauer, die mit Denkmal-pflegerischer Erlaubnis angepasst und verblendet werden soll. Der Vorteil: Die Autos wären von den Innerortsstraßen weg. Für den Neubau eines Einfamilienhauses in der Heinrich-Weber-Straße sprach der Rat eine Befreiung für die Farbe der Dacheindeckung aus. Eine weitere Befreiung von den Festsetzungen erhielt ein Bauwerber, der in der Wirmsthaler Friedhofstraße eine Einfamilienhaus errichten will.

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