Sulzthal
Geschichte

Gibt es so nur in Franken: Die Weth

Eine Weth war früher der Dorfteich, in dem gewaschen oder die Pferde getränkt wurden. Heute ist das Wort fast in Vergessenheit geraten
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Eine Weth war früher der Platz im Dorf, an dem gewaschen oder die Pferde getränkt wurden. Oder aber der Storch hat hier die Neugeborenen abgeholt und nach Hause gebracht. Foto: Archiv Elmar Schmidt
Eine Weth war früher der Platz im Dorf, an dem gewaschen oder die Pferde getränkt wurden. Oder aber der Storch hat hier die Neugeborenen abgeholt und nach Hause gebracht. Foto: Archiv Elmar Schmidt
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Viele Orte in der Rhön und in Franken hatten früher eine Weth, manche sogar mehrere, doch findet man sie mittlerweile nur noch selten und auch der Name ist manchmal - wenn überhaupt - nur noch manchen Dorfältesten bekannt. Die Rede ist von dem Dorfteich, genannt "Weth".

Alternative Schreibweisen sind "Weed", "Weet", "Weede", "Wede", "Wet" oder "Wedt". Im süddeutschen Raum wird sie auch "Wette" genannt. Der Wortursprung hat mit Waten, also "durch Wasser schreiten" zu tun.

Die Verwendung des Dorfteiches war mannigfaltig: als Feuerlöschteich, Waschplatz, Tränke, Pferdeschwemme, zum Wässern der geschnittenen Weiden oder auch nur als Tummelplatz für Gänse und Enten.

Die Funktion einer Pferdeschwemme war es, die Pferde nach getaner Arbeit ins Wasser zu führen, zum Tränken, Abkühlen und Reinigen. Ein prominentes Beispiel einer Pferdeschwemme findet sich auf der Festung Marienberg in Würzburg.

Der Begriff der Weth ist heute beinahe in Vergessenheit geraten und mancherorts nur noch in Straßennamen erhalten, wie zum Beispiel in Oberelsbach, Oberschwarzach, Volkershausen, Untereßfeld oder Gochsheim.

In Schondra hat er sich außerdem als Hausname erhalten. Die "Weth" (Hausname) wohnten direkt an der "Weth" (Dorfteich) und wurden daher auch so genannt - jeder wusste somit, wer gemeint war. Dort, in der "Brönngasse", erzählte man zudem den Kindern, dass der Storch die Neugeborenen aus der Weth abholt und dann nach Hause bringt.

Eine intakte Weth befindet sich noch heute in Sulzthal, wo sie das Wasser des Sulzbaches direkt nach der Quelle aufnimmt. Auch die Waschtische sind gut erhalten. Hier ist der Begriff auch noch allgemein bekannt.

Gleich zwei Dorfteiche, die "Öwer Weth" und die "Önner Weth" fanden sich in Langenleiten. Heute sind beide verschwunden.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Bezeichnung "Wehld" für den rätselhaften Teich am Dreistelzberg, wo der Sage nach das Schloss mitsamt der "drei Stolzen" versunken sein soll.

Einen völlig anderen Namen hat man dem Dorfteich in Detter gegeben. Den kennt man seit Alters her nur als "Kömpf", der aus dem "Öbel", wie man den Brunnen daneben nennt, gespeist wird.

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