In der ersten Sitzung des Gemeinderats von Oberthulba im neuen Jahr gab es kaum etwas zu entscheiden, aber doch einiges zu beraten. Neben Änderungen und Neuaufstellungen von Bebauungsplänen aus Nachbargemeinden war die Mobilfunkversorgung in den Ortsteilen Oberthulbas ein wichtiger Tagesordnungspunkt.

Zur Klärung des Sachstands hatte Bürgermeister Gotthard Schlereth (CSU/FWG) zuvor eine Anfrage an die Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU), gerichtet. In ihrer Antwort bezeichnete Bär die aktuelle Versorgung als überwiegend gut. Aktuell betreibt Vodafone drei mit LTE-Technik ausgerüstete Mobilfunkstandorte in der Marktgemeinde, so dass die mobile Sprachversorgung bei 100 Prozent, die mobile Breitbandversorgung mit Technik der dritten (3G) oder vierten Generation (4G) bei 92 Prozent liegt. Allerdings plant Vodafone bis 2021 den zusätzlichen Bau einer LTE-Basisstation im Ortsteil Hassenbach.

Erst vor wenigen Tagen hatte das Unternehmen die Verwaltung um Unterstützung bei der Standortsuche gebeten, informierte der Bürgermeister den Gemeinderat in der Sitzung. Dieser vierte Sendemast sei notwendig, da Hassenbach durch ein Waldstück abgeschirmt werde, weshalb die mobile Breitbandversorgung lückenhaft sei, hatte Dorothee Bär mitgeteilt.

Aus der Erfahrung früherer Diskussionen in der Bevölkerung im Vorfeld der Einrichtung von Mobilfunkmasten gab Zweiter Bürgermeister Jürgen Kolb zu bedenken: "Wir alle nutzen Mobilfunk und Internet, wir können die Entwicklung nicht aufhalten." Je besser die Ausstattung mit Funkmasten sei, umso niedriger sei außerdem die benötigte Sendestärke und die damit einhergehende, von manchen Kritikern befürchtete Strahlenbelastung. "Während in Deutschland noch über die neue G5-Technik gesprochen wird, hat man sie im Ausland längst", unterstützte ihn Gemeinderat Holger Fröhlich mit aktueller Erfahrung aus dem Weihnachtsurlaub. Das Gremium schlug dem Bürgermeister vor, die Hassenbacher darüber in der Bürgerversammlung am 13. Februar diskutieren zu lassen. Letztlich aber muss der Gemeinderat "in gebotener Sachlichkeit" beraten und entscheiden, schloss der Bürgermeister diesen Tagesordnungspunkt.

Bei den vier dem Gemeinderat vorgelegten Änderungen und Neuaufstellungen zu Bebauungsplänen der Nachbarkommunen Burkardroth, Aura und Bad Kissingen hatte das Ratsgremium keinen Beratungsbedarf und nahm diese Vorhaben lediglich zur Kenntnis. So soll in Zahlbach (Markt Burkardroth) im Baugebiet "Am Endweg" die Verkaufsfläche des Supermarktes auf 1200 Quadratmeter erweitert sowie die Einrichtung eines gastronomischen Angebots auf zusätzlichen 160 Quadratmetern ermöglicht werden. Im Geltungsbereich des Bebauungsplans "Bootsäcker" in Premich soll eine kleine Fläche um eine Baumreihe erweitert werden.

Der Markt Aura möchte die Fläche des Neubaugebiets "Am Hahn III" mit zunächst geplanten 14 Bauplätzen jetzt in südlicher Richtung auf insgesamt 26 Bauplätze vergrößern, um dem tatsächlichen Bedarf gerecht werden zu können. Schon jetzt liegen der Gemeinde mehr als 20 Bauvoranfragen vor. Zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes zur Errichtung des an der Bad Kissinger Therme Kisssalis geplanten Vier-Sterne-Hotels wurde das Ratsgremium der Nachbargemeinde nach geltendem Baurecht frühzeitig über die Neubaupläne unterrichtet.