Elfershausen
Natur

Futter für die Insekten

Gerhard Hetz legte auf rund 500 Quadratmeter eine Blumenwiese als Bienenweide an. Zwei Bienenbeuten für die Jungvölker sind direkt vor Ort, weitere 18 Völker betreut er an der Saalebrücke.
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Die Bienenweide der Familie Hetz bewundert auch Bürgermeister Karlheinz Kickuth (links) mit Beate und Gerhard Hetz. Fotos: Winfried Ehling
Die Bienenweide der Familie Hetz bewundert auch Bürgermeister Karlheinz Kickuth (links) mit Beate und Gerhard Hetz. Fotos: Winfried Ehling
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Seit Anfang des Monats ist das Volksbegehren Artenvielfalt "Rettet die Bienen" in Bayern Gesetz. Mit mehr als 18 Prozent Zuspruch übersprang das Votum locker die gesetzliche Zehn-Prozent-Hürde und wurde zum erfolgreichsten Bürgerbegehren im Freistaat überhaupt. Insekten aller Art - speziell die Bienen - sind dem Menschen damit besonders ans Herz gelegt.

Im Alt-Landkreis zeigen sich zunehmend Auswirkungen der aus dem Volkswillen entsprungenen Gesetzgebung. Wer es mit der Natur hält und ein wenig herumkommt bemerkt blühende Flächen, Straßenrandzonen und Raine, die früher der Mäher kurz hielt. Der Grund des Wandels: Kommunen, Landwirte, Vereine und Privatleute bemühen sich zusehends um die wichtigste Nahrungsquelle des fliegenden Kleingetiers.

Wer verstanden und die Möglichkeit dazu hat, lässt Blüten möglichst lange am Stiel oder pflanzt sie sogar im Garten und auf Freiflächen, wie dies Gerhard Hetz praktiziert. Er legte mit seiner Familie am Haus im "Trimburgblick" auf rund 500 Quadratmeter eine Blumenwiese als Bienenweide an, die niedrig wachsende Pflanzen beherbergt, meist Legominose (Klee) aber auch die Malve, Kornblume und Phacelia, der "Bienenfreund", der eine der ertragreichsten Bienentrachtpflanzen ist.

Der 25-jährige Agrarwissenschaftler mit abgeschlossenem Studium sagt über sich: "Ich bin Naturbursche und ein landwirtschaftlicher Beruf ist mein Wunschziel." Was liegt da näher als der Natur Gutes zu tun und die Insekten - auch Hummeln und Wildbienen - mit diesem Angebot anzulocken. Zwei Bienenbeuten für die Jungvölker sind direkt vor Ort, weitere 18 Völker betreut der junge Elfershausener an der Saalebrücke.

Ende Mai säte er aus. Allerdings musste dazu erst der Boden bearbeitet werden. Mutter Beate und Vater Wolfgang beteiligten sich beim Steine lesen, Brennnesseln und Unkraut entfernen. Dann musste nur noch das Wetter mitspielen. Denn bei zu viel Regen schwärmen die Bienen nicht und bei großer Trockenheit ergeben sich hohe Honigverluste, da die Blüten keinen Nektar produzieren.

Die neue Bienenweide im Ort interessierte auch Bürgermeister Karlheinz Kickuth, der sich zum Ortstermin einfand. Er wies auf das Grüngitternetz hin, das auch die Gemeinde praktiziert. "Wo die Möglichkeit gegeben ist, veranlasse ich eine einmalige Mahd nach der Blüte im Herbst. Das Grüngut bleibt liegen und damit auch der Pflanzensamen." Die Sorge des Bürgermeisters, dass Bienen und andere Insekten eine Gefahr für den Menschen sein könnten, ist nahezu unbegründet. Wie Gerhard Hetz bestätigt, ist der Stich einer Biene nur für Allergiker ein Problem. Den Aufenthalt vor dem Einflugs-Loch einer Bienenbeute sollte man jedoch vermeiden.

Seinen Honig, die Früh- und Sommertracht, verkauft Gerhard Hetz ab Haus und in der Elfershausener Bäckerei Roth. "Um vom Honig leben zu können, würde ich aber rund 200 Bienenvölker benötigen mit ca. 2000 Bienen pro Wabe", antwortet er auf Anfrage.

Als Mitglied im Deutschen Imker-Bund unterzieht er sich auch den einschlägigen Prüfungen seines Produkts. "Ich bin heuer bei den Tests dabei, die nur stichpunktartig und nicht bei jedem einzelnen Imker durchgeführt werden können", bestätigt er: "Im nächsten Jahr wandere ich mit meinen Völkern in neue Weidegebiete."

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