Ramsthal
Restaurierung

Frische Farben für die Madonnen-Figur

Die Zeit und die Witterung hatten der Figur in der ungeheizten Kapelle auf dem Marienberg stark zugesetzt.
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Reinhold Müller restaurierte die Madonnen-Figur.  Fotos: Andreas Lomb
Reinhold Müller restaurierte die Madonnen-Figur. Fotos: Andreas Lomb
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Ein Wahrzeichen für Ramsthal ist die Kapelle auf dem Marienberg. Eine Lourdes-Muttergottes ist die zentrale Figur in dieser kleinen Kapelle. Die Zeit und die Witterung haben der Figur in der ungeheizten Kapelle stark zugesetzt und sie viel von ihrer Ausstrahlung verlieren lassen. Der Dettelbacher Wallfahrtsverein kümmert sich immer wieder um die Kapelle und deren Umfeld. Der Restaurator und Kirchenmaler Reinhold Müller aus Langendorf hatte bei einem Spaziergang den schlechten Zustand der Madonna gesehen und sich angeboten, die Figur zu restaurieren.

Mit Unterstützung des Wallfahrtsvereins und Zustimmung der Gemeinde machte er sich ans Werk. In unzähligen Stunden erneuerte er die verblassten und stumpfen Farben und brachte die Figur wieder zum Strahlen.

Madonnen dieser Art steigerten nach der Erscheinung von Lourdes die Marienfrömmigkeit in der katholischen Welt. Bernadette, der Maria erschienen war, zeigte sich mit den vielen Bildern und Skulpturen ihrer Visionen nie ganz zufrieden. Erst kurz vor ihrem Tode sagte sie ihrer Schwester Oberin Dufés, nichts könne die Anmut und Schönheit der Erscheinung wiedergeben. Die Gesichtszüge der Jungfrau seien weder besonders jugendlich noch sehr freundlich gewesen, sondern eher ernst und etwas traurig. Fast alle neueren Marienskulpturen gehen direkt auf kirchliche Visionen wie in Lourdes oder Fatima zurück.

Preiswertere und schnellere Herstellungstechniken trugen zur Verbreitung dieser Marienbilder bei und so finden sich an manchen Häuserfronten, Andachtswinkeln oder Erscheinungsgrotten Gipsskulpturen wie die in der Ramsthaler Kapelle. Es ist eher der ideelle Wert und die lange Verbundenheit der Ramsthaler, die der Figur eine Bedeutung geben, als die künstlerische Leistung. Die Arbeit von Reinhold Müller begann mit der Entfernung der letzten Ölfarbenanstriche und Dispersionsfarbenrückstände. Er versuchte die wenigen Reste der Erstfassung zu erhalten.

Die Erstfassung war mit magerer Ölfarbe ausgeführt worden, die nur wenig in den Gipsuntergrund eingedrungen war und wenig Anhaftung hatte. Nun erfolgte eine Imprägnierung der Gipsfigur mit lösemittelhaltigem Tiefgrund. Jetzt erst war es möglich die klassischen Farben weiß am Kleid und Umhang und kobaltblau am Gürtel aufzutragen. Gold und Silber kommen als Farbe beim Kleidersaum und dem Rosenkranz zum Einsatz. Die Farbe von Gesicht und Händen wurde nass in nass angelegt, und Augen, Lippen und Augenbrauen erst nach dem Trocknen aufgemalt. Eine weitere Imprägnierung soll die Skulptur wetterbeständiger machen.

Hubert Simon dankte Reinhold Müller im Rahmen der Mitgliederversammlung für seine unentgeltliche Arbeit, die nun wieder allen Besuchern der Kapelle zugängig ist. Reinhold Müller kündigte an, sich auch noch um die Skulptur der Bernadette zu kümmern, die ebenfalls restauriert werden muss.

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