Wartmannsroth
Umwelt

Es grünt und blüht für die Insekten

Ein Projekt für die Vielfalt der Natur: Christoph Müller hat für sein Studium eine Bienenweide auf 6000 Quadratmetern am Waldrand ausgesät. Optimale Bedingungen für Wildbienen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Christoph Müller mit seinem Projekt Veitshöchheimer Bienenweide.  Foto: Gerd Schaar
Christoph Müller mit seinem Projekt Veitshöchheimer Bienenweide. Foto: Gerd Schaar

Christoph Müller ist schon ausgebildeter Landwirt. Zusätzlich sattelt er ein Studium in der landwirtschaftlichen Meisterschule darauf. Für sein Sommerprojekt im zweiten Semester habe er unter drei Themenbereichen die Auswahl gehabt, nämlich ein Tierprojekt, ein Pflanzenprojekt und die Biodiversität. Müller entschied sich Letzteres, also die Biodiversität.

Es ist eine Augenweide. Auf 6000 Quadratmetern neben den Kornfeldern blüht und sprießt es in bunten Farben. Ausgesät wurde die sogenannte Veitshöchheimer Bienenweide im April. Und weil auch der Waldrand in unmittelbarer Nähe ist, finden die Wildbienen hier optimale Lebensbedingungen. 48 verschiedene Blumensorten blühen das gesamte Sommerhalbjahr über. So zum Beispiel Sonnenblumen, Mohn, Kornblumen und Frauenmantel.

Zeitrahmen von drei Jahren

"Wie verändert sich die Artenvielfalt der Insekten?", hatte sich Müller gefragt. Seine Betrachtungen gehen über die Vielzahl der Wildbienen hinaus, so zum Beispiel auch auf die Schmetterlinge. Auch Rehe und Hasen hätten sich an dieser Bienenweide schon gütlich getan, habe er beobachtet. "Diese Weide ist eine Erweiterung des Biotops Wald", sagt Müller. Leider ist diese Fläche von der benachbarten Kreisstraße aus nicht einsehbar, was zwar den Tieren nützt, aber den Vorbeifahrenden den Blick nimmt. Die Bienenweide des Projekts sei auf einen Zeitrahmen von drei Jahren konzipiert, so Müller weiter. Heuer werde dort nicht gemulcht. Denn in dieser Weide hätten die Wildbienen dann die Möglichkeit, in den ausgetrockneten Stöcken zu überwintern. Allein unter dem finanziellen Gesichtspunkt sei das Projekt nicht zu betrachten, sagt Müller. Klar, die 0,6 Hektar große Fläche werde für drei Jahre nicht als landwirtschaftliche Nutzfläche beansprucht, also falle die entsprechende Ernte weg. Diesem Verlust stehe aber die Verbesserung der Bodenbeschaffenheit und die allgemeine Aufbesserung der Natur positiv entgegen. Und wenn sich die Wildbienen vermehrt ansiedeln, dann sei im kommenden Frühjahr mit einer zuverlässigen Bestäubung der angrenzenden Getreidefelder zu rechnen.

Die Landwirte seien als unverzichtbare Partner gefragt, um die Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu erhalten und den Artenverlusten zu entgegnen, lautet der Hinweis des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). Die Haltung von extensiven Weidetieren und die Nachhaltigkeit der Kulturlandschaft sei vonnöten. Als Beispiele nennt das AELF Streuwiesen, Salbei-Glatthaferwiesen, Windschutzhecken und Trockenmauern. Die böten Pflanzen und Tieren Schutz und würden helfen, die Artenvielfalt zu erhalten.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren