Elfershausen

Elfershausen feiert seine Historie

Am 18. Januar wird die 200-seitige Chronik vorgestellt, für Juli ist ein historisches Dorffest geplant und Mitte August steigt ein besonders großes Marktfest.
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Dieses Luftbild stammt etwa aus dem Jahr 1950, lange vor dem Bau der Autobahn. Foto: Archiv Edwin Heinlein
Dieses Luftbild stammt etwa aus dem Jahr 1950, lange vor dem Bau der Autobahn. Foto: Archiv Edwin Heinlein
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Vor fast vier Jahren fiel der Startschuss, jetzt geht es endlich los: Das Jahr 2020 steht in Elfershausen ganz im Zeichen des 1200-jährigen Bestehens. Mit einem ökumenischen Gottesdienst startete die Gemeinde am 5. Januar ins Jahr, der eigentliche Eröffnungsabend ist für Samstag, 18. Januar, angesetzt. "Seit Monaten vergeht kein Tag, an dem ich nicht mit der 1200-Jahr-Feier zu tun habe", berichtet der stellvertretende Bürgermeister Jürgen Englert, der die Arbeit der Arbeitskreise koordiniert.

"Im Februar 2016 habe ich im Gemeinderat den Anstoß gegeben, dass wir uns mit dem Jubiläum befassen müssen", erinnert sich Gemeinderat Rainer Kuhn. Bereits in der Schule habe er gelernt, dass Elfershausen im Jahr 820 erstmals als "Adalfrideshuson" erwähnt wurde. Im Mai 2016 wurde ein Arbeitskreis gegründet, der sich mit der Geschichte des Ortes befasste. Ihm gehörten neben Kuhn Altbürgermeister Otmar Pfister und Historiker Bastian Reusch an. Für die Gestaltung kam Melanie Edelmann dazu.

Staatsarchiv bestätigt Datum

"Mehrere hundert Stunden" hat allein Kuhn nach eigenen Worten in die Recherche historischer Daten, die Suche nach Bildern und das Schreiben der Texte gesteckt. Erste Aufgabe dabei war, das Gründungsdatum zu bestätigen. Am 10. Oktober 820 schenkten Reinfriet und seine Frau Vodilint Güter in Adalfrideshuson ans Kloster Fulda. Aber gibt es ältere Quellen? "Es bleibt also das gesicherte Jahr 820", kam aus dem Staatsarchiv Marburg die Gewissheit.

Auf 200 Seiten hat der Arbeitskreis seine Erkenntnisse zusammengefasst. Die Texte streifen die Geschichte, zählen Pfarrer und Bürgermeister auf oder stellen die Vereine vor. Auch dunkle Kapitel sind nicht ausgespart, allerdings mit dem nötigen Feingefühl: "Wir haben die Namen derer geschwärzt, bei denen Kriegsgefangene beschäftigt waren", nennt Kuhn als Beispiel. Auch die jüngere Geschichte wird beleuchtet: "Die Schule sollte ja erst in Elfershausen gebaut werden, die Grundstücke Richtung Trimberg waren schon gekauft." Dann kam die Johannes-Petri-Schule doch nach Langendorf. Die Gebietsreform, große Reitturniere auf dem Sportplatz in den 1950er Jahren, Alt-Neu-Vergleiche von Straßenzügen und der Zug des WM-Teams von 1954 bringen Abwechslung in die Chronik, die ab 18. Januar verkauft wird.

"Wir haben lange dran gearbeitet, aber am Ende ist uns doch die Zeit davon gelaufen", berichtet Rainer Kuhn über den Redaktionsschluss. Deshalb sei auch noch jede Menge Material übrig oder manche Idee nicht umgesetzt worden. Auch historische Bilder gebe es vermutlich noch mehr: "Auf vieles sind wir durch Zufall gestoßen", sagt Kuhn, die Resonanz auf Aufrufe, in alten Alben zu stöbern, sei gering gewesen. Trotzdem sind Kuhn und Englert sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Im Jahr 2018 wurden drei Arbeitskreise gegründet, die seitdem die Veranstaltungen planen: Unter Leitung von Christiane Hurrlein wurde das historische Dorffest im Juli vorbereitet (siehe Info-Kasten). Marc Kleespies ist für das große Fest im August hauptverantwortlich, Angelika Kohlhepp und Silke Polz übernehmen mit ihrem Team alle weiteren Veranstaltungen. Rund zwei Dutzend Mitglieder hätten sich an der Vorbereitung beteiligt.

Nun hofft Haupt-Organisator Jürgen Englert auf viele Helfer: "Das sind alles keine Vereinsfeste, sondern ein großes Gemeindefest", stellt er klar. Als Anreiz gibt es für jeden Helfer ein Geschenk: "Jeder erhält ein T-Shirt mit Logo." Der Erlös aller Veranstaltungen soll dem Ort Elfershausen zu gute kommen. Lediglich beim Konzert des Heeresmusikkorps im April steht der Verwendungszweck schon vorab fest: Eintritte und Spenden gehen an den örtlichen Kindergarten.

Aus dem Veranstaltungskalender

Eröffnungsabend Unter dem Motto "Heud fange mer o" steht der Auftakt am Samstag, 18. Januar, um 19 Uhr in der Schwedenberghalle. Innenminister Joachim Herrmann ist als Schirmherr dabei, wenn die Chronik vorgestellt wird. Der Eintritt ist frei, alle Bürger dürfen kommen, für Unterhaltung sorgt die Gemeinschaftskapelle Machtilshausen/Langendorf.

Konzert Das Heeresmusikkorps Veitshöchheim spielt am Mittwoch, 29. April, ab 19.30 Uhr in der Kirche.

Brückenfest Auf der alten Saalebrücke gibt es am Samstag, 27. Juni, den "Ölferschhäuser Brüggeschobbe". Für Unterhaltung sorgen die "Frizzlich", für Leckereien ist gesorgt.

Dorffest Historische Höfe entlang der Dorfmauer sind am Wochenende 18. /19. Juli geöffnet. Vorgeführt werden alte Gewerke und Handarbeiten.

Fest-Wochenende Höhepunkt der Feierlichkeiten wird das erweiterte Marktfest vom 14. bis 17. August sein: In einem 2000-Mann-Zelt auf den Saalewiesen steigen eine Beach-Party, eine Partynacht mit "Barbed Wire" und weitere Band-Auftritte. Am Samstag und Sonntag herrscht zudem Markttreiben.

Mauerfest Bei einem Herbstfest entlang der Schlossmauer und rund ums Schloss dreht sich am 19. September alles um Federweißen, Gerupften, Zwiebelkuchen und Kürbis-Gerichte.

Abschluss Das Jubiläumsjahr endet mit einem romantischen Dorf-Weihnachtsmarkt am 5. und 6. Dezember im Schlosshof.

Info Überblick auf www.elfers- hausen-feiert.de.rr

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