Euerdorf
Ausstellung

Eine Vier-Augen-Perle ging fremd

Das Museum Terra Triassica Euerdorf beteiligte sich bei der Aktion "Kunst geht fremd", die nun zu Ende ging.
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Kinder haben ihre eigenen Perlen gestaltet. : Jacqueline Vera Mihm
Kinder haben ihre eigenen Perlen gestaltet. : Jacqueline Vera Mihm
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Zum ersten Mal beteiligte sich das Museum Terra Triassica Euerdorf bei "Kunst geht fremd", einer zeitweiligen Tauschaktion eines musealen Objektes. In diesem Jahr beteiligten sich 14 unterfränkische Museen an dieser Aktion, die den Zusatz "... und dreht ab" führte. Terra Triassica beherbergte in diesem Rahmen eine keltische Vier-Augen-Perle aus dem 5. Jahrhundert vor Christus aus dem Museum Schloss Oberschwappach. Der Archäologe Franz Bechtold gab bei der Vernissage Ende Juli fachmännisch Auskunft über deren Herkunft. Anlässlich der Finissage war das Museum angefüllt mit Kinderlachen und kreativen Werken aus den Händen kleiner Künstler. Interessierte Besucher und viele Kinder waren mit ihren Angehörigen gekommen, um stolz ihr eigenes Kunstwerk im musealen Rahmen präsentiert zu bestaunen.
Der Kindergarten Euerdorf sowie die Euerdorfer Einhard-Grundschule hatten eine gemeinsame Idee aufgegriffen und das Museum besucht, um die ausgestellte keltische Vier-Augen-Perle zu besichtigen und um dann selbst kreativ zu werden. Das Resultat waren sehr individuell gestaltete Vier-Augen-Perlen. Auch Postkarten und Bilder mit Vier-Augen-Perlenmotiv gab es zu bewundern. Bürgermeisterin Patricia Schießer war sichtlich von der Vielfalt der gestalteten Perlen angetan. Kinder ins Museum zu bringen, ihnen eine positive Assoziation zum Thema Museum zu vermitteln ist in ihren Augen wichtig. Die künftigen Erwachsenen sollen später die Eingangsschwelle eines Museums nicht als Hemmschwelle betrachten. Museum kann auch Kreativität fördern.
Die Leiterin des Kindergartens, Renate Kröckel, und drei kleine Künstlerinnen berichteten vom Ablauf ihrer Kunstaktion. "Wir haben uns überlegt, was wir brauchen, um so eine Perle zu machen. Da Erde nicht hält, haben wir selbst trocknenden Ton genommen", sagte Kröckel, "dann gab es ein Künstler-Atelier, in das die Kinder selbstständig gehen konnten, um die Perle zu bemalen." Zur Perle wurde ein Foto mit dem kleinen Künstler angefertigt, und beides konnte im Museum bewundert werden. "Die Kinder waren die ganze Woche schon ganz aufgeregt, dass sie hier im Museum ausstellen dürfen", so die Kindergartenleiterin, "und auch die Eltern."
Von Grundschulrektorin Sabine Schalke, die ein Zusammenwirken von Schule und Museum als wichtig erachtet, war zu erfahren, dass es den Grundschülern viel Spaß gemacht hatte ihre Vier-Augen-Perle aus dem Material Fimo zu formen. Diese Perlen lagen in - passend zur jeweiligen Perle - farblich abgestimmten Schachteln, deren Deckel je ein ausgemaltes Ornament zierte.
Ein Stück aus dem eigenen Museum in einem anderen wieder zu sehen, ist immer wieder ein besonderer Augenblick. Egon Stumpf war gemeinsam mit seiner Gattin bereits zur Vernissage gekommen und besuchte nun ebenfalls die Finissage. "Ich fand die Aktion einfach großartig", so der Leiter des Museums Schloss Oberschwappach und Galerist. Die exponierte Präsentation "seiner" Augenperle gefiel Stumpf sehr gut. Die Aktion des Kindergartens und der Schule ebenso. "So viele Augenperlen auf einem Fleck habe ich noch nie gesehen, und sie sind richtig schön gemacht", so Stumpf, "ein Lob an die Kinder, die sich damit beschäftigt haben und an die Betreuer."
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