Aura an der Saale
Natur

Ein besonderer Garten in Aura

Die UN-Dekade Biologische Vielfalt hat das Hortus-Netzwerk gewürdigt. Der Garten von Jutta und Thomas Weimar ist Teil dieses überregionalen Netzwerks.
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Jutta und Thomas Weimar in ihrem Garten in AuraFoto: Archiv/Arkadius Guzy
Jutta und Thomas Weimar in ihrem Garten in AuraFoto: Archiv/Arkadius Guzy

Eine Tafel weist auf die Besonderheit des Gartens ums Haus von Jutta und Thomas Weimar hin: "Dieser Garten gehört zu dem im Rahmen der UN-Dekade von den Vereinten Nationen ausgezeichneten Hortus-Netzwerk, das in beispielhafter Weise zum Erhalt biologischer Vielfalt beiträgt." Was den Garten ausmacht, das stellt das Paar bei verschiedenen Gelegenheiten vor. So ist es mit einem Vortrag demnächst sogar auf der Bundesgartenschau in Heilbronn dabei.

"Hortus Aphrodite" haben die Weimars ihren Garten genannt. Er ist nach dem Hortus-Konzept von Markus Gastl gestaltet. Das kennt drei Zonen. Dabei handelt es sich nicht um harsch voneinander abgegrenzte Flächen, sondern um Funktionsbereiche, die ineinander übergehen: die Pufferzone, die Ertragszone und die Hotspot-Zone. Die Pufferzone bilden Hecken und Sträucher als Schutz zum Beispiel vor Wind. Die Ertragszone ist der Nutzteil des Gartens. Sie dient dem Anbau von Gemüse. Die Hotspot-Zone ist der Bereich, der insbesondere eine Vielfalt an Pflanzen und Insekten fördern soll.

Die Hotspot-Zone ist eine Magerzone. "In Gesprächen interessieren sich die Menschen speziell für diese", sagt Jutta Weimar. Für viele sei die Funktionsweise nicht gleich offensichtlich. Zum Anlegen der Zone wird der Boden abgemagert. Das Ehepaar Weimar ließ die dafür auf ihrem Grundstück vorgesehenen Stellen ausbaggern. Danach wurden diese mit Dachziegelbruch und Kalkschotter aufgefüllt. In dem so aufbereiteten Grund wurzeln die Pflanzen.

Vor etwas mehr als drei Jahren, nachdem es aus Nürnberg nach Aura gezogen war, baute das Ehepaar den Garten nach diesem Konzept um. Jetzt ist es dabei, die Idee zu verbreiten. Die Würdigung des Hortus-Netzwerks schafft schon einmal Aufmerksamkeit. Die Vereinten Nationen haben das Jahrzehnt von 2011 bis 2020 zur UN-Dekade der biologische Vielfalt ausgerufen. Damit will die Staatengemeinschaft für das Thema sensibilisieren. So werden im Rahmen eines Wettbewerbs Projekte herausgestellt, die sich beispielhaft für die biologische Vielfalt einsetzen. Bei verschiedenen Vorträgen hat das Ehepaar in diesem Jahr im Landkreis schon für das Hortus-Konzept geworben. Anfang September und Anfang Oktober ist es außerdem auf der Bundesgartenschau in Heilbronn mit einem Vortrag vertreten.

Die Teilnahme ergab sich über einen Naturgartenverein, bei dem es Mitglied ist, wie Jutta Weimar erklärt. So unterstützen die beiden den Verein, indem sie in dessen Naturgarten auf der Bundesgartenschau für Besucher als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Und auch in der Region wird es wieder Veranstaltungen zum Hortus-Konzept geben. Jutta Weimar sagt: Weil die Aufmerksamkeit der Menschen schnell abflaue, müsse man immer wieder das Thema ansprechen und in Erinnerung rufen.

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