Oberthulba
Vorschriften

Drohnenflüge müssen vom Luftamt genehmigt sein

Drohnen kann inzwischen jedes Kind kaufen und auch fliegen. Trotzdem ist eine Genehmigung für den Flug unbedingt erforderlich.
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Drohnen sind inzwischen vielerorts im Einsatz. Sie helfen sogar  bei der Wartung von Photovoltaik-Anlagen (im Bild). Doch bevor man so eine Drohne in die Luft schicken darf, sollte man sich dem Flug beim Luftamt genehmigen lassen. Das wurde jetzt in der Gemeinderatssitzung Oberthulba deutlich.Sven Hoppe/dpa
Drohnen sind inzwischen vielerorts im Einsatz. Sie helfen sogar bei der Wartung von Photovoltaik-Anlagen (im Bild). Doch bevor man so eine Drohne in die Luft schicken darf, sollte man sich dem Flug beim Luftamt genehmigen lassen. Das wurde jetzt in der Gemeinderatssitzung Oberthulba deutlich.Sven Hoppe/dpa

Wer in Oberthulba seine Drohne über fremde Grundstücke oder die ganze Ortschaft fliegen lassen will, sollte nicht im Rathaus, sondern zunächst beim Luftamt Nordbayern in Nürnberg nachfragen. Zu dieser Schlussfolgerung kam Geschäftsleiterin Nicole Wehner, nachdem sie aus aktuellem Anlass bei mehreren Behörden Informationen eingeholt und bei anderen Kommunen nachgefragt hatte, um sich einen aktuellen rechtsgültigen Überblick zu verschaffen.

Das Problem dieser noch neuen und komplexen Thematik sei, so schilderte es Wehner den Mitgliedern des Gemeinderats in der jüngsten Sitzung, dass es noch keine allgemeinverbindliche Rechtsordnung gibt und jede vorläufige Regelung durch ein nächstes Gerichtsurteil für nichtig erklärt werden kann. Zudem ist jede Genehmigung oder das Verbot eines Überflugs jeweils vom konkreten Vorhaben eines Antragstellers abhängig ist. Zu klären ist dabei, ob es sich um amtliche, kommerzielle oder private Drohnen-Überflüge handelt, mit oder ohne Fotoaufnahmen, wo Start- und Landeplatz des Fluggeräts ist, welches Gewicht die Drohne hat sowie wo genau und in welcher Lufthöhe sie fliegen soll. Für jede dieser Punkte gibt es gesonderte Regelungen, über die nur das Luftamt Nordbayern als zuständige Fachbehörde umfassend informiert ist.

Ein Grund für die jetzige Diskussion im Gemeinderat war der Antrag eines ortsansässigen Arztes, der die Gemeindeverwaltung um die Erlaubnis gebeten hatte, für einen Bildband Luftaufnahmen von öffentlichen Gebäuden und Bauwerken in Oberthulba machen zu dürfen. Zwar ist die Zuständigkeit der Marktgemeinde dann gegeben, wenn Start und Landung der Drohne sowie der Betrieb über gemeindlichen Straßen und Wegen erfolgt. Doch generell sollte sich der Antragsteller zuvor beim Luftamt Nürnberg registrieren lassen und eine Allgemeinverfügung beantragen.

Der andere Diskussionsgrund waren geplante Drohnenflüge im Rahmen des Ehrenamtstages am 21. Juli in Thulba. Bei dieser Veranstaltung wollen ein gutes Dutzend Hilfsorganisationen und Feuerwehren auf dem Festgelände ihre Aufgabenvielfalt und Leistungsbandbreite der Öffentlichkeit vorstellen, um neue ehrenamtliche Helfer gewinnen zu können. Da die Veranstalter mit etwa 1 000 Besuchern rechnen, dürfte ein Überflug schon aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt sein. "Wer kommt für Personen- und Sachschäden auf, wenn eine Drohne abstürzt?", ist für Nicole Wehner die entscheidende Frage. Eine andere Rechtslage wäre gegeben, wenn die Drohne abseits der Besuchermengen fliegen würde und nur deren Luftaufnahmen auf dem Festgelände auf Leinwand übertragen würden. Außerdem wären bei Überfliegen von Personen datenschutzrelevante Fragen abzuklären. Auch dieser Antragsteller sollte sich deshalb beim Luftamt Nordbayern kundig machen, stimmte der Gemeinderat Wehners Empfehlung zu. "Besorg dir erstmal in Nürnberg eine Allgemeinverfügung, dann darfst du deine Drohne vielleicht in Oberthulba fliegen lassen", fasste Bürgermeister Gotthard Schlereth (CSU/FWG) das Ergebnis der Diskussion im Kern zusammen - wohlwissend, dass vor dem Drohnenflug über Gemeindegebiet noch andere Punkte abzuklären sind.

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