Hammelburg
Wechsel

Dirigentin Christine Huppmann gibt den Taktstock weiter

Der Nachfolger für Christine Huppmann steht noch nicht fest. Zwischenzeitlich übernimmt Stellvertreter Jürgen Kunkel das Dirigieren.
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Herzliche Worte kamen vom Vorstandsteam zum Abschied: (von links) Vorsitzende Martina Kunkel, Dirigentin Christine Huppmann und Vorsitzender Christoph Emmerth. Fotos: Doris Bauer
Herzliche Worte kamen vom Vorstandsteam zum Abschied: (von links) Vorsitzende Martina Kunkel, Dirigentin Christine Huppmann und Vorsitzender Christoph Emmerth. Fotos: Doris Bauer
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Beim Frühjahrskonzert dirigierte Christine Huppmann die Stadtkapelle zum letzten Mal. An wen sie den Taktstock weitergeben wird, ist noch offen. Zwischenzeitlich übernimmt Stellvertreter Jürgen Kunkel das Dirigieren.
"Mein Nachfolger für das Amt steht bislang noch nicht fest, aber mehrere Kandidaten haben bereits Interesse gezeigt. Wichtig ist jetzt nicht, schnell jemanden zu finden, sondern den oder die Richtige zu finden. Die Stadtkapelle ist in der komfortablen Lage, auch einen sehr guten 2. Dirigenten zu haben, nämlich Jürgen Kunkel. Er wird bis auf weiteres für die wöchentlichen Proben und die anstehenden Auftritte zur Verfügung stehen. Das macht mir den Abschied etwas leichter, weil ich die Musiker in guten Händen weiß", erklärt Christine Huppmann.
Seit 2009 leitete die 43-jährige Euerdorferin, die diverse Instrumental- und Dirigentenlehrgänge absolviert hat und den bundesweit anerkannten "B-Schein" für Blasorchesterleitung besitzt, die Stadtkapelle.
Warum wurde dieser Schritt notwendig? "In erster Linie ist das eine persönliche Entscheidung. Bereits seit meinem 18. Lebensjahr leite ich Kapellen und Musikgruppen und habe in diese Leidenschaft viel Energie gesteckt. Im Moment bin ich allerdings an einem Punkt angelangt, an dem ich einfach mal kürzer treten will, denn Familie und Beruf fordern mich ja ebenfalls. Ein weiterer Grund ist, dass mit einem neuen Dirigenten natürlich auch wieder andere Impulse und Ideen kommen, was einem Orchester nie schaden kann. Gut acht Jahre hab ich jetzt hier dirigiert - das heißt, ich habe etwa 25 Konzerte geleitet, ca. 170 Stücke einstudiert und aufgeführt. Irgendwann kommt man an den Punkt, an dem es immer schwieriger wird, das Rad neu zu erfinden. Zum einen, weil ich mit der Stadtkapelle einfach auch schon viele tolle musikalische Erlebnisse hatte und zum anderen, weil mir die Zeit, um neue Ideen zu sammeln, leider zu oft fehlt", begründet sie ihre Entscheidung und blickt gleichzeitig auf die Höhepunkte in dieser Zeit zurück: "Die Highlights waren für mich immer die Konzerte. Es ist ein tolles Gefühl, beim Konzert am Dirigentenpult zu stehen, die volle Konzentration der Musiker zu genießen und genau die Musik zu hören und zu fühlen, die man in den vorangegangenen Proben vermitteln wollte. Das sorgte bei mir immer wieder auch für Gänsehaut-Momente. Da wusste man, dass sich die Mühe gelohnt hat."
Die Tatsache des Weggehens wird jedoch etwas gelindert: "Auf jeden Fall möchte ich mich wieder mehr meiner Trompete widmen und selbst spielen. Ich habe auch vor, als Musikerin in der Stadtkapelle aktiv zu bleiben. Was für mich aber in Zukunft wegfällt, sind die vielen Stunden der Vorbereitung und Organisation. Einfach mal nur mitmachen, statt vorangehen zu müssen, das werde ich schon erst mal ein Stück weit genießen."
Zukunftsängste sieht Christine Huppmann für die Stadtkapelle nicht: "Sie steht musikalisch auf einem sehr soliden Fundament. In jedem Register sitzen mindestens zwei sehr erfahrene, sehr gute und langjährige Musiker. Wenn es gelingt, diese auch in Zukunft zu begeistern, so dass sie wiederum andere begeistern, sehe ich für die musikalische Entwicklung keine Probleme. Außerdem gibt es im Verein eine rührige Vorstandschaft. Auf jeden Fall agiert man bei der Stadtkapelle immer mit einem gewissen Weitblick, und das macht mich zuversichtlich, dass es den Verein auch noch sehr lange geben wird." Außerdem möchte sie die liebgewonnen Musikkolleginnen und -kollegen nicht missen.
Was sie vermissen wird, ist das Dirigieren selbst und die Möglichkeit, sich damit musikalisch auszudrücken. Für die Stadtkapelle hat Christine Huppmann nur gute Wünsche und "dass noch mehr Jugendliche das Hobby Musik für sich entdecken und sich begeistern lassen. Es war eine tolle Zeit am Dirigentenpult. Ein herzliches Dankeschön an alle!"
Richtig emotional wurde es dann zum Abschied, als Vorsitzender Christoph Emmerth der Dirigentin dankte, was das Publikum und die Musiker mit großem Applaus ebenfalls taten. Zunächst zählte der Vorsitzende nur einige vieler Höhepunkte des gemeinsamen Arbeitens auf, wie beispielsweise das 50-jährige Jubiläum der Stadtkapelle, die Gründung und Ausbildung der "Luftikusse" - Nachwuchsmusiker der Stadtkapelle, das Wertungsspiel "mit ausgezeichnetem Erfolg" in 2012.
2013 wechselte Christine Huppmann selbst in die Führungsspitze des Vereins, in 2016 bestritt die Stadtkapelle unter ihrer Leitung unter anderem das Eröffnungskonzert zur 1300-Jahr-Feier der Stadt Hammelburg. Der Vorsitzende freute sich besonders darüber, dass die Dirigentin zukünftig als aktive Musikerin der Kapelle treu bleibt: "Du gehst als Dirigentin, bleibst als Musikerin - aber vor allem als Freundin."
Wer sich als Dirigent bei der Stadtkapelle Hammelburg bewerben möchte, kann über die Homepage Kontakt zur Vorstandschaft aufnehmen: www.stadtkapelle-hammelburg.de
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