Ramsthal
Kunstwoche

Die Kunstwoche in Ramsthal steht bevor

Ab Samstag präsentieren Künstler eine Woche lang an mehreren Stationen in Ramsthal ihre Werke. Parallel arbeiten fünf Bildhauer an Skulpturen.
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Sebastian Bach hat auf dem Friedhof in Ramsthal die passende Umgebung für seine Werke gefunden. Foto: Arkadius Guzy
Sebastian Bach hat auf dem Friedhof in Ramsthal die passende Umgebung für seine Werke gefunden. Foto: Arkadius Guzy
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Ihre Familie hatte schon immer einen Bezug zur Kunst. So erzählt Thea Keßler, dass die zweite Frau von Max Pechstein, einem bedeutenden Expressionisten, eine Cousine ihrer Großmutter gewesen sei. Nun organisiert Keßler mit Bernhard Gößmann-Schmitt, der seit Jahren mit Holz künstlerisch arbeitet, bereits die dritte Ramsthaler Kunstwoche des Vereins "Erlebenskunst".

"Die Spannung steigt", sagt Keßler. Sie und ihr Vorstandskollege Gößmann-Schmitt werden von einer Handvoll treuer Helfer wie Susanne Ott und Georg Vorndran unterstützt. Die ersten Arbeiten sind schon im Ort zu sehen. Tag für Tag werden es mehr. Bis Samstag müssen alle Künstler ihre Werke in Ramsthal aufgestellt haben.

Die Künstler kommen aus der Region, aber auch weit darüber hinaus. Die Ramsthaler Kunstwoche zieht mittlerweile sehr weite Kreise. Rund 30 Künstler nutzen diesmal die Gelegenheit, ihre Arbeiten präsentieren zu können. Es ist wieder eine Mischung aus studierten, professionellen und Hobby-Künstlern. Das Niveau der Laien sei über die vergangenen Male gestiegen, erklärt Keßler.

Die Besucher können viele fantasievolle und ungewöhnliche Werke entdecken. So kombiniert zum Beispiel Fred Rottenbach Holz mit Keramik. Seine Objekte fügen sich sehr gut in die Atmosphäre des Rathaus-Gewölbekellers ein. Auf dem Friedhof hat Sebastian Bach seine Holz-Stelen aufgestellt. Er hat sich ganz bewusst für diesen Ausstellungsort entschieden. Auf den Stelen sind QR-Codes angebracht. Wer diese mit dem Smartphone abscannt, hört Musik zum Thema der einzelnen Stelen.

Zu den fast 30 Ausstellungsstationen im Ort gehören auch drei leere Häuser. Bevor sie demnächst baulich verändert werden sollen, geben sie der Kunst ihren eigenen Rahmen. An den kahlen, weißen Wänden des Rudolf-Hauses hängen farbige Gobelins. Die Webereien stammen von zwei Künstlerinnen aus Thüringen. "Wir möchten die Häuser in Szene setzen", sagt Gößmann-Schmitt.

Damit die Besucher sich zwischen den zahlreichen Stationen nicht verirren, werden sie diesmal noch besser durch den Ort geleitet: Wie Gößmann-Schmitt erklärt, soll ein Rundweg ausgeschildert werden. Und Am Singberg schaffen Arbeiten aus der Holzbildhauerschule Bischofsheim, die auf den Gartenmauern ihren Platz finden werden, eine Verbindung auf der Route durch den Ort.

Die Besucher der Kunstwoche können neben der Vielfalt an Stilen, Techniken und Materialien erleben, wie Kunst entsteht. Fünf Künstler, eine Frau und vier Männer, werden in Ramsthal an Skulpturen arbeiten. Im Innenhof der Bäckerei Kemmer und in der Scheune Antik Brand sollen vier Holz- und eine Metallarbeit entstehen. Die Skulpturen bleiben Ramsthal über die Kunstwoche hinaus erhalten. Sie werden den Beginn eines neuen Kunstwegs bilden, der in den kommenden Jahren wachsen soll.

Die Kunstwoche in Ramsthal Die Kunstwoche beginnt am Samstag, 13. Juli. Die Eröffnung findet um 14 Uhr im Haus "Erlebenskunst" statt. Die Kunstwoche dauert bis Sonntag, 21. Juli. Die Ausstellungsstationen sind täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet, am Donnerstag sogar bis 22 Uhr.

Verschiedene Veranstaltungen begleiten die Kunstwoche. So findet am Samstag, 13. Juli, ab 20 Uhr das Konzert "Wein & Saitenzauber auf Abwegen: Das Schlagzeug in all seinen Facetten" im Haus "Erlebenskunst" statt. Die Perkussionisten Timo-Jan Deen und Philipp Mohr werden an mehreren Stellen im Haus verschiedene Schlaginstrumente spielen. Am Sonntag, 14. Juli, gibt es im Haus "Erlebenskunst" ab 16.30 Uhr einen Workshop Improtheater und ab 18.30 Uhr in der Kirche ein Konzert mit GuIG. Am Montag, 15. Juli, findet ab 19 Uhr im Weingut Baldauf eine spezielle Weinprobe statt. Improtheater ist am Dienstag, 16. Juli, ab 18.30 Uhr im Haus "Erlebenskunst" zu sehen. Im Weingut Keller findet am Mittwoch, 17. Juli, ab 19 Uhr eine Lesung statt. Bei der langen Nacht der Kunst am Donnerstag, 18. Juli, startet um 17 Uhr am Haus "Erlebenskunst" eine Führung durch die Stationen. Am Freitag, 19. Juli, ist Open-Air-Weinabend beim Weingut Neder und am Samstag, 20. Juli, gibt es ab 16.30 Uhr noch einmal einen Improtheater-Workshop im Haus "Erlebenskunst". Ausklang der Kunstwoche und des mit ihr verbundenen Bildhauersymposiums ist am Sonntag, 21. Juli, ab 17 Uhr.

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