Elfershausen
Protest

Der "Gegenstrom" fließt: Bürgerinitiative gegen Hochspannungstrasse

Die erste Bürgerinitiative gegen die geplante Hochspannungstrasse Suedlink ist gegründet. Es soll nicht der einzige organisierte Widerstand gegen den Netzausbau entlang der Autobahn bleiben.
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Stromtrassengegner versammeln sich zur Gründung einer Bürgerinitiative. Fotos: Arkadius Guzy
Stromtrassengegner versammeln sich zur Gründung einer Bürgerinitiative. Fotos: Arkadius Guzy
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Man muss es wenigstens versucht haben. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Diese Meinungen teilen 135 Bewohner aus Elfershausen und der Umgebung. Auf Anhieb traten sie bei der Gründungsversammlung der neuen Bürgerinitiative "Der Gegenstrom Elfers hausen" bei. Das gemeinsame Ziel: Verhindern, dass die Stromtrasse Suedlink das Saaletal durchquert.

"Die Zeitungsberichte vom Februar schreckten uns auf. So überlegte sich zunächst jeder für sich, was man tun kann", erklärte Markus Stockmann, wie die Idee zu der Bürgerinitiative entstanden war. Stockmann gehört zu der sechsköpfigen Initiatorengruppe. Die frisch beigetretenen Mitglieder von "Gegenstrom" wählten ihn in der Gründungsversammlung zu ihrem Vorsitzenden. "Uns war klar: Wir müssen an die Öffentlichkeit gehen. Wenn es zu ruhig ist, könnte der Eindruck entstehen, wir wollen die Trasse", sagte Stockmann.

Er bezeichnete die Strommasten als Damoklesschwert. Stockmann: "Die Masten sind fast doppelt so hoch wie der Kamin von Schaeffler." Die Bürgerinitiative befürchtet Gesundheitsbeeinträchtigungen und die Zerstörung der Landschaft. Durch die Erdfunkstelle und die Autobahn ist das Saaletal für die Trassengegner schon genug gezeichnet. "Unser Hinterhof ist schon voll", betonte Alexander Porkristl.

Die Bürgerinitiative vertritt die Ansicht, dass die Leitung mit Ausnahme von seltenen Windspitzen nur dazu dienen soll, Strom aus Kohlekraftwerken nach Süden einzuspeisen. "Der Gegenstrom" bezieht sich dabei auf die gleichlautende Einschätzung von Professor Lorenz Jarass von der Hochschule RheinMain in Wiesbaden.

Statt der Hochspannungsleitung setzt die Bürgerinitiative auf dezentrale Energie. Wenn Wind- oder Solarparks keine Energie liefern können, sollten Gaskraftwerke einspringen. Daher spricht sich die Bürgerinitiative für die Power-to-Gas-Technik. Dabei wird mit überschüssigem Strom aus erneuerbaren Energien Wasserstoff oder Methan erzeugt. Mit Informationsveranstaltungen und Referaten will der neue Verein seinen Forderungen Nachdruck verleihen. Die Arbeit der nächsten Wochen wird sich vor allem auf die Informationsveranstaltung konzentrieren, die der Netzbetreiber TenneT laut Stockmann in Elfers hausen plant.

Die Versammelten zeigten sich kampfeslustig. Jedoch meinte Stockmann: "Die Bürgerinitiative kann nicht für den ganzen Landkreis kämpfen. Wir brauchen in jedem Ort entlang der Strecke eine Initiative." In Singenrain gibt es offenbar die ersten Überlegungen dazu. Zumindest besuchten zwei Frauen aus dem Ort die Gründungsversammlung in Elfers hausen. In Oberthulba soll es beim Ostermarkt am Montag, 21. April, einen Stand gegen die Trasse geben, wie Reiner Herold ankündigte. Er lieht sich dafür ein Protestbanner von den Elfershäusern. Die stehen auch in Kontakt mit der Bürgerinitiative "A7 Stromtrasse Nein" in Kaisten.


Bürgerinitiative: Markus Stockmann leitet die Bürgerinitiative "Der Gegenstrom". Alexander Porkristl ist sein Stellvertreter. Kerstin Orzol ist Kassiererin, Christian Klein Schriftführer. Christian Reusch und Konrad Völker ergänzen den Vorstand als Beisitzer. Kassenprüfer sind Stefan Stöth und Günter Zink. Die Internetseite soll in wenigen Tagen fertig sein.
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