Hammelburg
Bürgerhaus

Das kostet das Bürgerhaus

Etwa ein halbes Jahr haben die Architekten die Planung verfeinert. Nun können sie eine Kalkulation für den Umbau des ehemaligen Kaufhauses vorlegen.
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So soll das Bürgerhaus am Marktplatz aussehen.Foto: Raum3 Massari und Partner; SRAP
So soll das Bürgerhaus am Marktplatz aussehen.Foto: Raum3 Massari und Partner; SRAP
Nach und nach wird der Umbau des früheren Kaufhauses zum Bürgerhaus konkret. In der Stadtratssitzung am Montagabend sollte mit dem Beschluss des Bauantrags das Vorhaben nun eine wichtige Hürde nehmen. Doch eine Mehrheit aus den Fraktionen SPD, CBB, H.A.B., Grüne/BfU, Junge Liste und Bürgerliste Obereschenbach hat zumindest kurz auf die Bremse getreten.

Norbert Schaub (SPD) stellte den Antrag, die Entscheidung über den Bauantrag auf eine andere Sitzung zu verschieben. Er begründete seinen Antrag damit, dass die Fraktionen Zeit haben sollten, die zuvor in der Sitzung präsentierten Zahlen intern zu beraten. "Wir haben die Zahlen so jetzt zum ersten Mal gesehen", sagte Schaub.

Laut René Rissland vom Büro SRAP Sedlak Rissland Architekten Partnerschaft wird das Bürgerhaus 7,234 Millionen Euro kosten. Wie er erklärte, sind darin mögliche Kostensteigerungen in den kommenden Jahren schon eingerechnet. Denn mehrere Stadträte wollten wissen, wie verlässlich diese Zahl ist.

Die Stadt geht von 45 Prozent Förderung aus. Das sei aber nur ein Anhaltspunkt, sagte Stadtbaumeister Detlef Mohr. Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) erklärte: "Erst müssen der Bauantrag und der Zuwendungsantrag vorliegen, um endgültig zu wissen, wie hoch die Zuschüsse ausfallen werden."

Ein Argument für das Bürgerhaus waren immer die Mietkosten, die die Stadt sich nach einem Umzug ins neue Gebäude für die bisherigen Räume im Kellereischloss sparen könnte. Jennifer Langguth von der Kämmerei legte dazu Berechnungen vor: Demnach zahlt die Stadt jährlich etwas mehr als 74 000 Euro Miete für das Kellereischloss, das dem Freistaat gehört. In 50 Jahren - der Abschreibungsfrist für neue, öffentliche Gebäude - summiere sich das auf 3,7 Millionen Euro.

Dabei seien Mietsteigerungen und Investitionen noch gar nicht berücksichtigt. Denn, erklärte Langguth, mittelfristig werde ins Kellereischloss investiert werden müssen. Sie machte noch eine andere Rechnung auf: Sie setzte der notwendigen Darlehensaufnahme für das Bürgerhaus und den Monatsraten eine Geldanlage entgegen und kam zu dem Schluss: "Bei der gegenwärtigen Zinslage ist die Investition in das Bürgerhaus sinnvoller."

Nach der Vorstellung all der Zahlen sollte der Stadtrat das Vorhaben mit der Zustimmung des Bauantrags auf den weiteren Weg bringen. Doch kam Schaub dem mit seinem Antrag zuvor. Zwar plädierte Martin Wende (CSU) noch für eine Abstimmung über den Bauantrag - "Wir vergeben uns nichts, schließlich ist damit noch über keine Auftragsvergaben beschlossen" -, doch stimmte eine Mehrheit von 14:11 für die Verschiebung.

Das Bürgerhaus hat sich in den vergangenen Monaten, seitdem die Pläne letztmals vorgestellt worden waren, in einigen Details verändert. So sind zum Buttenmarkt hin jetzt fünf Gauben vorgesehen. Laut Rissland sind die Gauben notwendig, um die Lichtsituation im Obergeschoss zu verbessern.

Im Ratssaal, der für Veranstaltungen mit bis zu 120 Sitzplätzen bestuhlt werden kann, sind für eine der Längswände drehbare Akustik-Paneele vorgesehen. Diese haben zwei unterschiedliche Oberflächen, um die jeweils passende Raumakustik zu modulieren. Nach derzeitigem Stand sollen im Jahr 2019 die Abbrucharbeiten am früheren Kaufhaus beginnen. Das Bürgerhaus könnte dann Anfang 2021 fertig sein.
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