Hammelburg
Theater

Das gibt es alles nur einmal

Zum Jubiläum lud die Theatergruppe Spectaculum zu einem besonderen Abend ein: Das Bamberger Improvisationstheater Pipperlapupp nahm das Publikum mit auf eine ungewöhnliche Abenteuerreise.
Artikel drucken Artikel einbetten
Aktion und Imagination, Autofahren mit dem ADAC in der Wüste  Fotos: Elisabeth Assmann
Aktion und Imagination, Autofahren mit dem ADAC in der Wüste Fotos: Elisabeth Assmann
+4 Bilder

Was gibt es Schöneres für eine Schauspielgruppe, als sich selbst und dem Publikum zum 30 jährigen Bestehen einen Abend mit Schauspiel der besonderen Art zu schenken? Das hatte Spectaculum am Freitagabend mit der Aufführung des Improtheaters Pipperlapupp auf der Freilichtbühne am Schloss Saaleck getan. Trotz freiem Eintritt waren nicht alle Plätze besetzt, aber das tat der Spielfreude der Bamberger Schauspielgruppe und der Stimmung im Publikum keinen Abbruch.

"Ihr habt keine Ahnung, wir wissen auch nicht, was heute gespielt wird", begrüßte Moderatorin Carina das Publikum und ließ alle zum Aufwärmen erst einmal von Bamberg nach Hammelburg joggen mit imaginären Kurven, Verkehrskreiseln und Baustellen. Damit bekamen die Zuschauer einen kleinen Einblick, was es bedeutet, spontan zu agieren mit imaginären Szenen und Gegenständen. Spielleiterin Carina erklärte die Regeln der einzelnen Szenen, forderte von den Zuschauern Stichworte, gab die Spiel- und Richtungswechsel vor und beendete als Vorhang die Szenen. "5 ... 4... 3... 2...1... Los!"

Mehr als diese Worte braucht es beim Improvisationstheater nicht, dann beginnt auch schon eine neue Szene, deren Ablauf nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für die Spieler auf der Bühne völlig unerwartet ist. Denn bei dieser besonderen Form des Theaters ist alles was gespielt wird, improvisiert und wird sich so nicht wiederholen lassen.

Publikum gibt Anweisungen

Dabei ist auch das Publikum gefragt, denn die Vorgaben der Zuschauer geben den Rahmen für die Handlung auf der Bühne an. Sei es der Strand mit der Bocksbeutelecke oder die Zahnarztpraxis mit dem Haufen gezogener Zähne und der sehr bequemen Sprechstundenhilfe Charlotte. Irrwitzige Szenen entstanden vor dem staunenden Zuschauer, und wurden dann je nach Klatschen der Moderatorin vor- oder rückwärts gespielt oder innerhalb der Spielpartner getauscht. So verändert sich das klassische Märchen Froschkönig in eine skurrile Szene, oder eine rote Tomate wird zu etwas Teurem, Exotischen und führt als roter Faden durch ein Stück.

Ein Hochmaß an Konzentration erforderte zum Beispiel die Szene A spricht B, B spricht C. Ein bisschen Klamauk ist schon dabei, aber dadurch schleicht sich auch Hintergründiges in das Stück. So etwa, wenn der Partner nicht mehr weiß, was Libido ist, und ihm dies von seiner Partnerin anschaulich erklärt wird. Denn auch dem Publikum tut es gut, sich mal an die Zeit von vor 30 Jahren, etwa den ersten gemeinsamen Urlaub mit der heutigen Ehefrau zu erinnern.

In der best-of-Zugabe, wurden einige der gespielten Schlagworte aufgegriffen, aber schon wieder in einem anderen Zusammenhang gemischt gespielt.

Mit kräftigem Applaus dankte das begeisterte Publikum Pipperlapupp und hofft auf viele weitere Jahre Theater mit Spectaculum. Wer neugierig geworden ist, kann Pipperlapupp in Bamberg am Michelsberg regelmäßig erleben.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren