Hammelburg
Oldtimer

Das Erfolgsgeheimnis der Hammelburger Bocksbeutel-Rallye

Seit 1983 gibt es die Hammelburger Bocksbeutel-Rallye. Die Beliebtheit der Ausfahrt ist so groß, dass nun eine jüngere Teilnehmergeneration nachrückt.
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Der Hammelburger Marktplatz ist immer Start und Ziel der beiden Runden der Bocksbeutel-Rallye. Foto: Arkadius Guzy
Der Hammelburger Marktplatz ist immer Start und Ziel der beiden Runden der Bocksbeutel-Rallye. Foto: Arkadius Guzy
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Wenn die historischen Fahrzeuge vor der Rathauskulisse auf dem Marktplatz zur Bocksbeutel-Rallye starten gibt das immer ein malerisches Bild. Auf der Strecke bieten sich Zuschauern weitere perfekte Fotomotive. Doch erst wer mitfährt, erfährt, weshalb die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung ein fester Termin bei Oldtimer-Freunden ist.

Es geht locker zu. Die Stimmung ist im wahrsten Sinne des Wortes vom Start weg bestens. Moderator Karlheinz Franz begrüßte die nacheinander einrollenden Teilnehmer auf dem Marktplatz. Er hat alle Daten zu den Fahrzeugen und Besatzungen parat und wechselt mit manchen auch einige Worte. Danach schickt der frühere, langjährige Organisationsleiter die Autos auch schon einmal mit einem Klopfer aufs Dach auf die Strecke.

Die hat Bruno Vierheilig Wochen zuvor nicht nur auf der Karte zusammengestellt, sondern selbst getestet. Schließlich hat die Bocksbeutel-Rallye einen touristischen Anspruch. Sie will die Landschaft des Saaletals und der angrenzenden Landkreise in Szene setzen.

Der Schwerpunkt der 19. Bocksbeutel-Rallye liegt im Raum Main-Spessart. Es geht zum Beispiel entlang des Sinn-Tals zwischen Rieneck und Burgsinn.

Die Strecke ist perfekt ausgeschildert: Auf der ersten Etappe am Vormittag weisen fast 200 Richtungspfeile den Weg. Helfer haben diese an Schildermasten und andere Pfosten am Wegesrand angebracht. So entsteht kein Stress unter der Fahrzeugbesatzung bei der Wegfindung. Wer will, kann als Herausforderung einen alternativen Abschnitt aber rein nach Karte und Hinweis-Symbolen fahren.

Von Nebenstrecken öffnet sich immer wieder ein Blick über die bewaldeten Hügel der Spessart-Region. Als "einfach nur wunderbar" beschreibt einer der Teilnehmer den Verlauf bei der Mittagspause.

Auf Wunsch der dortigen Verantwortlichen bindet die Tour zum ersten Mal das Museum Terra Triassica in Euerdorf ein. Der nachmittägliche Halt beim Museumsweinfest verschafft der Einrichtung Aufmerksamkeit und die Besucher in Euerdorf haben dank der in der Ringstraße parkenden Oldtimer eine zusätzliche Attraktion.

Denn das Teilnehmerfeld mit knapp 190 Autos und Motorrädern deckt ein breites Spektrum der Automobilgeschichte ab: Jedes Fahrzeug ist willkommen. Die Startgebühren liegen auch nicht in astronomischen Höhen - ganz im Gegenteil: Sie sind geradezu unschlagbar günstig. Dabei lässt die Verpflegung nichts zu wünschen übrig.

Möglich wird das alles nur dank des Helferteams um Organisationsleiter Ralf Deinlein und seine Familie. Mehr als 200 Freiwillige sind zum Beispiel als Streckenposten im Einsatz. Die erklären den Teilnehmern an den Wertungsstationen die Prüfungen. Es gibt nicht nur Sollzeitaufgaben, sondern auch Abstandsmessungen und eine Schätzfrage. Wer diese am besten löst, bekommt einen der Pokale oder einen bemalten 1,5-Liter Bocksbeutel - ein Original wie die Rallye selber.

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