Hammelburg
Investition

Das Bürgerhaus wird gebaut

Der Stadtrat fasst eine Grundsatzentscheidung für das Bürgerhaus - auch wenn nicht alle überzeugt sind, wie die Debatte zeigt.
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So soll das Bürgerhaus am Marktplatz aussehen.Foto: Raum3 Massari und Partner; SRAP
So soll das Bürgerhaus am Marktplatz aussehen.Foto: Raum3 Massari und Partner; SRAP
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Nach den monatelangen, aufgeregten Debatten ist jetzt klar: Hammelburg bekommt ein Bürgerhaus. Der Stadtrat hat am Montagabend die endgültige Entscheidung getroffen, das ehemalige Kaufhaus am Marktplatz umzubauen. Viele Stadträte nutzten die Sitzung, um zu dem Vorhaben grundsätzlich Stellung zu beziehen.

Dreh- und Angelpunkt der Kritik waren die Kosten - nach derzeitigem Stand mehr als 7,2 Millionen Euro -, die Bauchschmerzen bereiteten, wie es Reimar Glückler (CBB) formulierte. Gleichwohl sagte er: "Wir können die Reißleine nicht mehr ziehen." Auch andere Stadtratskollegen sahen keine Möglichkeit mehr, das ganze Vorhaben zu stoppen. "Wir haben uns selbst an einen Punkt gebracht, wo wir nicht mehr zurückkönnen", sagte Christian Fenn (Junge Liste). Er, wie auch andere Stadträte, kritisierte dabei vor allem das Wettbewerbsverfahren für den Architektenentwurf.

Ausführlich erläuterte Fenn, warum er "trotz der Schmerzen" dann aber doch für das Bürgerhaus stimmen werde. So wolle seine Fraktion den Leerstand am Marktplatz nicht einfach hinnehmen. "Wir können es niemals allen recht machen", sagte Fenn zum Entwurf. Wichtig sei ihm aber, dass auf die Nachbarn Rücksicht genommen werde. Und seiner Einschätzung nach entstünden keine Einschränkungen für die Nachbarn.

"Es ist wichtig, dass wir am Marktplatz Lebendigkeit haben", sagte Elisabeth Assmann (Grüne). Rita Schaupp (SPD) sprach sich ebenfalls für das Bürgerhaus aus. Die Stadträte in der Jury des Architektur-Wettbewerbs hätten sich ernsthaft mit den Entwürfen auseinandergesetzt. Schaupp appellierte an den Mut der Stadtratskollegen. Von Mut zur Moderne sprach auch Martin Wende (CSU). Er sagte: "Ich will einen entwickelten Marktplatz."

Norbert Schaub (SPD), der schon den Wettbewerb abgelehnt habe, sprach sich dagegen gegen das Bürgerhaus aus - trotz der derzeit guten finanziellen Lage, denn " es liegt noch einiges vor uns". Markus Göbel (H.A.B.) nannte den Feuerwehrbedarfsplan und den Neubau des Bauhof als vordringlicher: "Die Reihenfolge passt nicht."

"Ich habe immer gesagt, das Bürgerhaus darf weitere Projekte nicht hemmen. Wir sollten nicht ein Projekt gegen ein anderes ausspielen", entgegnete Bürgermeister Armin Warmuth (CSU). Der Bauhof sei eingeplant, zum Feuerwehrbedarfsplan werden Gespräche stattfinden. Warmuth bezeichnete das Bürgerhaus als ein soziales Zentrum für die Stadt, außerdem sei eine moderne Touristinfo wichtig. Die Bibliothek sei auch nicht überdimensioniert, "sondern deutlich reduziert". Sie falle kleiner aus als im Schloss.

Mit 17:6 und 18:5 stimmten die Stadträte für das Bürgerhaus sowie den Bauantrag. Zuvor hatte Architekt Gerd Frese den Grund für die hohen Kosten erklärt. Er nannte die enge Baustellensituation, den enormen Brandschutz und die statischen Anforderungen durch die Bibliothek. An den Kosten könne daher nicht viel gespart werden.
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