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Hammelburg
Gesundheit

Corona-Test beim Drive-In in Hammelburg

Um Schutzausrüstung zu sparen und die Untersuchungen zu beschleunigen, hat sich ein Ärzteteam etwas Besonderes ausgedacht. Aber es kann nicht jeder so einfach vorbeikommen.
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Dr. Fuat Edgü nimmt den Abstrich direkt am Auto vor. Der Fahrer oder Beifahrer kann dabei sitzen bleiben. Gerd Schaar
Dr. Fuat Edgü nimmt den Abstrich direkt am Auto vor. Der Fahrer oder Beifahrer kann dabei sitzen bleiben. Gerd Schaar
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Wer heutzutage Husten bekommt, hat logischerweise gleich die Sorge, ob er sich mit dem gefährlichen Corona-Virus angesteckt haben könnte. Oder ist es bloß eine ganz normale Erkältung? Da wäre es schön, wenn diese Ungewissheit auf kurzem Wege geklärt werden könnte. Bei Dr. Fuat Edgü geht das jetzt sogar vom Auto aus. Da darf man sogar sitzen bleiben, wenn der Abstrich genommen wird - im modernen Drive-In.

Es erinnert ein wenig an den Autoschalter eines Fastfood-Betriebes. Allerdings steht man nicht am Schalter für Hamburger an, sondern reiht sich in den Kreisverkehr auf dem lang gezogenen Parkplatz des Hammelburger Ärztezentrums in die Warteschlange vor dem geschlossenen Haupteingang ein. Unter dem Vordach wartet der Doktor mit dem Abstrichwerkzeug in der Hand. Mund auf, Abstrich kurz erledigen, fertig und weiterfahren.

Allerdings kann da nicht jeder so einfach vorbeikommen. Der Hausarzt muss erst bestätigen, dass eine solche Untersuchung angezeigt ist. Dann ruft der Patient unter Tel.: 09732 /91 200 oder 09732/ 45 75 an und wird auf einer Liste vorgemerkt. Vier Helferinnen nehmen die Anrufe entgegen. Kommen dürfen nicht nur Autofahrer sondern auch Radfahrer, Fußgänger und Behinderte mit ihren Spezialfahrzeugen.

"Der große Vorteil bei dieser Untersuchung ist eindeutig die Schnelligkeit", sagt Fuat Edgü. Denn in seiner Praxis müsste er für jeden Neuen seine Schutzkleidung aus hygienischen Gründen wechseln, und hier könne er sie für einen längeren Zeitraum anlassen. Das geht nicht nur schneller, sondern spart auch Ressourcen.

Und wenn es regnet? Da dient das Vordach des Haupteinganges als Wetterschutz. An der Seite von Fuat Edgü steht sein Kollege Dr. Marius Barbuia. So geht es noch schneller mit den Abstrichen. Fuat Edgü betont: "Wir richten uns ganz nach den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes".

Zeigt der zu Untersuchende nämlich schon die Symptome einer Erkrankung wie zum Beispiel Fieber, so bekommt der eine Extrabehandlung im separaten Behandlungsraum des Ärztezentrums.

Die engagierten Mediziner beklagen, dass es zu Engpässen bei der Produktion von Mundschutzen gekommen ist. Nachfragen bei der kassenärztlichen Vereinigung sowie beim Landratsamt und Gesundheitsamt hätten bislang nicht den gewünschten Erfolg gezeigt. "Vielleicht sieht unser Landrat einen Weg", hofft Fuat Edgü. Offensichtlich seien auch die Vorräte bei den Baumärkten rar. Braucht doch auch so mancher Handwerker einen solchen Schutz.

Zurzeit werde sogar eine Videosprechstunde eingerichtet, erklärtt Fuat Edgü, der sich offen für die moderne Technik zeigt. Vorerst lautet das Hauptziel: "Die Verbreitung der Viren verhindern und die Kette der Übertragungen rechtzeitig verhindern". Der Virus mache auch vor jungen Leuten nicht Halt.