Euerdorf
Bürgermeisteramt

Bürger entscheiden

Bei der Kommunalwahl 2020 wird auch darüber abgestimmt, ob der Markt weiter einen hauptamtlichen Bürgermeister haben wird.
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Patricia Schießer ist möglicherweise die letzte hauptamtliche Bürgermeisterin Euerdorfs. Ein Referendum soll 2019 über den künftigen Bürgermeister-Status entscheiden.  Foto: Winfried Ehling
Patricia Schießer ist möglicherweise die letzte hauptamtliche Bürgermeisterin Euerdorfs. Ein Referendum soll 2019 über den künftigen Bürgermeister-Status entscheiden. Foto: Winfried Ehling

Ist Patricia Schießer die letzte hauptamtliche Bürgermeisterin im Markt? Welchen Status das Bürgermeisteramt ab der nächsten Kommunalwahl im März 2020 einnimmt, sollen die Bürger entscheiden. Der Markt und sein Ortsteil Wirmsthal zählen aktuell gut 1400 Bürger und können auf einen berufsmäßigen Bürgermeister verzichten. Das Gesetz schreibt diesen Status erst ab 3000 Einwohnern vor.

Ein schriftlicher Antrag der Wirmsthaler Gemeinderäte Bernhard Herterich, Christian Rost und Guntram Gock, die eine entsprechende Kostenaufstellung in der Gemeindeordnung fanden, löste die Debatte und ein Ratsbegehren aus. Zwar fehlten fünf Räte in der Sitzung, doch war das Gremium entscheidungsfähig und stimmte dem Wunsch einmütig zu.

Zuvor hatten die Gemeinderäte und die Bürgermeisterin Gelegenheit, ihre Meinung vorzutragen. Dabei bezweifelte die Amtsinhaberin, dass ein berufstätiger Bürgermeister die inzwischen kompakte Arbeit im Amt leisten könne und bemühte Oberthulba und Oerlenbach als Beispiele. "Wir sollten den Bürgern klarmachen, dass es nicht nur um Amt und Besoldung geht, sondern um Euerdorf und Wirmsthal", betonte sie.

Michael Röder konnte beiden Seiten etwas abgewinnen, stimmte aber mit einem Bürgerbegehren zu, "weil die Markteinwohner mitentscheiden können". Elmar Hofmannn glaubt, dass Euerdorf auf den berufsmäßigen Bürgermeister verzichten kann, wenn dessen Arbeit anders organisiert ist und überflüssige Termine einfach entfallen. "Wir sparen mit einem ehrenamtlichen Bürgermeister jährlich 55 000 Euro", sagte er mit dem Vorschlag, eine Bürgerversammlung einzuberufen, um die Meinungen abzugreifen. Guntram Gock verwies auf die Europawahl im nächsten Jahr, in deren Rahmen ein mögliches Referendum stattfinden könnte.

Für den Rathausbau genehmigte der Rat zwei Nachträge. Der Aushub eines Rohrgrabens und Entwässerungsarbeiten steigern mit einem Ansatz von rund 23 700 Euro die Kosten um rund insgesamt acht Prozent. Die Anfrage Herterichs nach Sperrung der Hammelburger Straße beantwortete Schießer mit dem damit verbundenen, hohen finanziellen Aufwand für eine solche Maßnahme. Der Wirmsthaler Rat fordert zudem eine Aufstellung der Nachtragskosten. Auch die Auftragsvergabe für die Geländeauffüllung an der Bundesstraße 287 passierte den Gemeinderat. Den Zuschlag erhielt die Baufirma Heil zum Bruttopreis von ca. 50 000 Euro.

Keine Radarkontrollen

Erneut lag dem Gremium eine Beschwerde des Elternbeirats des Kindergartens vor. Nach Darstellung der Eltern werde an der Ringstraße immer noch zu schnell gefahren. Schießer bestätigte, dass 70 Prozent der vorbeifahrenden Pkw zu schnell sind. Nach Beratungen mit der Polizei und dem Landratsamt sind im fraglichen Bereich jedoch nur "Sichtungen" vorgesehen, da Radarkontrollen nicht möglich sind. Zum Schutz der Kinder stimmten die Räte für ein Geländer vor der Treppe.

Ein Antrag auf Einführung eines Anliegerparkausweises in der Kissinger Straße lehnte der Marktgemeinderat geschlossen ab. Das Schreiben forderte, die Hälfte der dortigen Parkplätze für Anlieger zu reservieren. Für die Bauvoranfrage zur Einrichtung eines Stellplatzes im Ortsteil "Breet" gab der Rat seine Einwilligung. Auch der Bauantrag auf Nutzungsänderung in der Schweinfurter Straße 11 wurde positiv entschieden. Hier entstehen vier Parkplätze für die Mieter.



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