Hammelburg
Kriminalität

Brandstifter sorgen für Aufsehen im Altlandkreis

Die Zahl der Straftaten bleibt auf vergleichsweise niedrigem Niveau. So machen sich vor allem einige wenige Serientäter in der Statistik bemerkbar.
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Brandstiftung: Fast 500 Strohballen gingen im Oktober zwischen Aura und Euerdorf in Flammen auf. Foto: Archiv/ Peter Seufert
Brandstiftung: Fast 500 Strohballen gingen im Oktober zwischen Aura und Euerdorf in Flammen auf. Foto: Archiv/ Peter Seufert
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Alfons Hausmann, Leiter der Hammelburger Polizeiinspektion, kann mit der Lage zufrieden sein. "Die Sicherheit bleibt auf hohem Niveau", sagt er. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 851 Straftaten im Altlandkreis. Das ist zwar gegenüber den 840 Fällen im Jahr 2012 ein leichter Anstieg, aber im Zehnjahresvergleich bewegen sich die Zahlen weiterhin auf niedrigem Niveau.

Daher machen sich Serien besonders bemerkbar, wie Hausmann bemerkt. Im vergangenen Jahr waren das die Einbrüche in Vereinsheime. Sie konnten ebenso aufgeklärt werden wie die Strohballen-Brandserie. Im Zuständigkeitsbereich der Hammelburger Polizei schlugen die Brandstifter 13 Mal zu. Es waren drei verschiedene Tätergruppen, erklärt der stellvertretende Dienststellenleiter, Günther May. Einer der Täter war auch über die Landkreisgrenzen hinweg aktiv. "Die Motivlage kann man schwer nachvollziehen", sagt Hausmann.

Wild verursacht viele Unfälle

Bei den Sachbeschädigungen an Autos verzeichnete die Polizei eine Steigerung um 18 Fälle auf 75 Straftaten. Auch dafür ist ein Serientäter verantwortlich, der regelmäßig Autos verkratzte. Der 66-jährige Mann wurde angezeigt. Als im Herbst eine bayernweite Serie von Wohnungseinbrüchen für Schlagzeilen sorgte, kontrollierte die Hammelburger Polizei an den Autobahnausfahrten. Für den Zeitraum der Serie zählt die Inspektion nur zwei Einbrüche.

Im vergangenen Jahr passierten dafür deutlich mehr Verkehrsunfälle. Die Zahl kletterte auf 702 (2012: 617). So viele Verkehrsunfälle gab es in den vergangenen zehn Jahren nicht. Einen großen Anteil daran haben die Wildunfälle. Ihre Zahl hat wieder zugenommen. Hausmann: "Wildunfälle machen 34 Prozent aller Unfälle aus."

Der Trend scheint sich in diesem Jahr fortzusetzen. So sind von den 82 Unfällen, die im Januar und Februar von der Polizei aufgenommen wurden, allein 35 durch Zusammenstöße mit Wild verursacht. "Erstaunlich ist vor allem die Zahl der getöteten Rehe", erklärt der Inspektionschef. Laut der Polizeistatistik wurden 2013 28 Prozent mehr Rehe getötet als 2012. Die Anzahl der getöteten Wildschweine ist dagegen fast gleich geblieben. Neben dem Populationsdruck hat Hausmann vor allem eine Erklärung dafür: "Wildschweine sind schlau, sie können mit Straßensituationen umgehen."

In Zusammenarbeit mit den Straßenbaubehörden lässt die Polizei Schwerpunktstrecken entbuschen, damit das Wild keinen Unterschlupf findet und Autofahrer die Tiere leichter erkennen können. Ein häufig betroffener Abschnitt ist die Strecke zwischen Euerdorf und Bad Kissingen sowie der Bereich zwischen Gauaschach, Lager Hammelburg und Fuchsstadt.

Der Prävention dient auch die Zusammenarbeit mit der Gebietsverkehrswacht. So verteilten Beamte an zwei Tagen früh am Morgen Reflektorwesten, die die Verkehrswacht gesponsert hatte, an Radfahrer. Die Aktion wird fortgesetzt. May kündigt zudem Schwerpunktkontrollen zum Beispiel zum Start in die Motorradsaison an. Hausmann appelliert an das Verständnis der Verkehrsteilnehmer und wünscht sich ein partnerschaftliches Miteinander.

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