Hammelburg
Wirtschaft

Blick in die Produktion von Tribo-Chemie in Hammelburg

Chemie klingt geheimnisvoll. So fragen Anwohner sich immer wieder, was Tribo-Chemie macht. Der Betrieb gewährt ihnen nun einen Blick in die Produktion.
Artikel drucken Artikel einbetten
Geschäftsführer Felix Bastian erklärt die Herstellung einer Emulsion. Im Hintergrund sind die Kneter zu sehen. Foto: Arkadius Guzy
Geschäftsführer Felix Bastian erklärt die Herstellung einer Emulsion. Im Hintergrund sind die Kneter zu sehen. Foto: Arkadius Guzy

Wer einen Teig backt, muss die Form vorher einstreichen, damit der fertige Kuchen sich gut daraus lösen lässt. Nicht anders ist es auch beim Aluminiumguss. Statt Butter kommen hier jedoch die produkte von Tribo-Chemie aus Hammelburg ins Spiel.

Zu den Kunden des Unternehmens zählen namhafte Hersteller, unter denen die Automobilbrache einen bedeutenden Stellenwert einnimmt. Was das Unternehmen für sie produziert, erklärten Barbara Bastian, geschäftsführende Gesellschafterin, und Geschäftsführer Felix Bastian Anwohnern und weiteren Interessierten bei einer Besichtigung.

Tribo-Chemie stellt Trennmittel und Schmierstoffe für Aluminiumguss und die Stahlschmiede her. Die Mittel sorgen dafür, dass sich beim Guss das Aluminium in der Form gut verteilt und das fertige Teil sich aus der Form löst. "Die Automobilbranche stellt hohe Anforderungen an die Oberflächen", sagte Felix Bastian. Die Mittel müssen während des Gussprozesses also rückstandsfrei verschwinden.

Dabei handelt es sich um Emulsionen und Dispersionen - alles eigene Entwicklungen von Tribo-Chemie. Das Unternehmen stellt die Emulsionen und Dispersionen selber her und mischt nicht nur Komponenten. Die Emulsionen entstehen in Knetern, in denen die eigentlich nicht ineinander lösbaren Bestandteile zu einem homogenen Gemisch vermengt werden.

Bei den Dispersionen werden Graphitpartikel fein verteilt. Sie werden dafür in Perlmühlen mit Hilfe von Stahlkugeln nass vermahlen. "Wir mahlen im Nanobereich", erklärte Felix Bastian. Im Labor wird die Qualität kontrolliert und es entstehen Modifikationen für die Kunden. Dabei konkurriert Tribo-Chemie mit großen Unternehmen aus der Chemie-Branche. "Unser Vorteil ist aber, dass wir klein und flexibel sind", sagte Felix Bastian.

Die Produkte seien wasserbasiert, beruhigte er Fragen der Besucher nach möglichen Feuer- und Explosionsgefahren. "Bei uns gibt es auch keine chemischen Reaktionen", erklärte er. Die Produktion beruhe auf physikalischen Prozess-Techniken.

Tribo-Chemie - der Name leitet sich ab von Tribologie, der Spezialdisziplin aus Werkstoffkunde, Chemie und Physik, die sich mit Schmierung befasst - produziere etwa 1500 Tonnen pro Jahr, wie Felix Bastian sagte. Seine Mutter, Barbara Bastian, nannte weitere Kennzahlen: Das Unternehmen hat 18 Mitarbeiter und machte 2018 drei Millionen Euro Umsatz.

Das vergangene Jahr bezeichnete Felix Bastian als starkes Jahr. Zwar spüre das Unternehmen den Wandel in der Automobilbranche, aber: "Einige Teile werden weniger, dafür kommen andere Teile dazu." Felix Bastian nannte Batteriegehäuse als Beispiel. Für die Herstellung von Karosserieteilen bleiben die Mittel von Tribo-Chemie ebenfalls wichtig.

So hat das Unternehmen sich Expansionsmöglichkeiten für die Zukunft gesichert. Es hat die unbebauten Grundstücke unterhalb seines Gebäudes in der Gutenbergstraße Richtung Bahnlinie gekauft.



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren