Trimberg
Mittelalter

Begeisterte Knappen beim Ritterleben auf der Trimburg

Auf der Trimburg können Kinder erfahren, wie die Menschen einst auf einer Burg gelebt haben.
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Einen Topf-Helm stülpt Ritter Kai der etwas skeptischen Knappin über. Winfried Ehling
Einen Topf-Helm stülpt Ritter Kai der etwas skeptischen Knappin über. Winfried Ehling
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Die Knappen-Schule erweckt zur Sommerszeit das Mittelalter in den Mauern der einst mächtigen Feste. Kinder und Jugendliche sind Gast auf der Burg, um die Sitten, Gebräuche und die Lebensweise von Adeligen, Rittern und Knappen hautnah zu erleben. Matthias Schiebl alias "Hugo von Trimberg", entführt die jungen Besucher in Zeiten die 800 Jahre zurückliegen.

"Wer herrschen will muss das Dienen erlernt haben", so könnte das Motto der dreitägigen Knappen-Schule lauten. Dieses Mal waren Geschwister verstorbener Kinder der "Regenbogenstation" in Würzburg zu Gast, die von Sozialpädagogin Mechthild Ritter betreut werden.

Begleitende Eltern konnten die Aktionen von außen mitverfolgen oder sich auf eine angebotene Wanderung begeben. Denn außer den Würzburger Kindern weilten am Sonntag Buben und Mädchen aus dem Nikol-Haus in Wilmars und am Montag eine Grundschulklasse aus Bad Kissingen in den Trimburgmauern.

Nach dem Eintreffen begann das Programm mit Musik und Tanz der "Troubadours" aus Fuchsstadt. Dann war der Umgang mit Pfeil und Bogen oder dem Schwert angesagt. Auf der Burgbrücke postierte sich Ritter Rolf mit einigen Mannen, der den Kindern beibrachte, wie man ein Schwert führt und sich damit verteidigt. Am offenen Lagerfeuer im ehemaligen Pferdestall der Festung bereiteten Richard von Wolkenstein und seine Gefährten inzwischen das Essen - Fladenbrot, Würste und feine Zutaten. Doch vor dem Essen gab es einen Blick in das Zeltlager, das den gesamten Burggraben füllte.

Hier hatten die Ritter ihre Schlafplätze samt Rüstungen und Waffen aufgereiht: Schwerter, Lanzen, Morgensterne, aber auch verschiedene Helme und Kettenhemden, die die Gepanzerten unter Ihrer Kleidung trugen. Mutige nahmen eines der großen Schwerter in die Hand oder setzten einen - meist viel zu großen Topf-Helm auf, der schwer auf den Schultern lag.

Höhepunkt der von den Freunden der Trimburg initiierten Knappen-Schule ist das Festmahl im Erthal-Saal mit Sir Galahad, seiner Gefolgschaft und seinen Freunden. An der großen Tafel mit Stühlen, die die Ritterwappen tragen, speisten die blau bekleideten Knappen mit den Rittern und ihren Damen, welche im Anschluss ihre Künste beim Weben, Sticken und Schneidern darstellten.

Wie beurteilen die Kinder und Jugendlichen den Ausflug ins Mittelalter ? Marion, ein größeres Mädchen, meint: "Wir haben hier viel gelernt und gesehen. Das werde ich bestimmt nicht vergessen". Für Moritz war der Schwertkampf und das Pfeil- und Bogenschießen die Krönung und Lean gestand freimütig: "Ich dachte nicht, dass die so ein gutes Essen kochen können". Der fünfjährigen Lina gefiel die Musik und das Tanzen am besten. "Das war super", kommentiert sie in die Hände klatschend.

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