Langendorf
Treffen

Begehrte Trophäe 1969 gewonnen

Vor 50 Jahren gewannen zwei Mannschaften der Bundeswehr den Prix Leclerc. Bei einem Veteranentreffen erinnerten sich die Kameraden an den Wettkampf.
Artikel drucken Artikel einbetten
Beim Veteranentreffen im Gasthof "Stern" werden Erinnerungen wach (v. l.) Walter Vogel, Bernd Pichler, Harald Schneider und Gerd Klose.
Beim Veteranentreffen im Gasthof "Stern" werden Erinnerungen wach (v. l.) Walter Vogel, Bernd Pichler, Harald Schneider und Gerd Klose.
+3 Bilder

Grenzenloser Jubel begleitete die Szenerie am 14. Juli 1969 im belgischen Leopoldsburg, wo einer der bedeutendsten militärischen Wettkämpfe ausgetragen wurde - der Prix Leclerc. Vor genau einem halben Jahrhundert gelang es zwei Mannschaften der Bundeswehr die heiß begehrte Trophäe den Teams aus sechs weiteren Nato-Partner-Ländern wegzuschnappen. Ein grandioser Sieg, dessen Glanz auf das ganze Heer fiel.

Und auf den Standort Hammelburg. Denn hier erhielten die beiden deutschen Mannschaften den Großteil ihres Trainings. Die Teams aus allen Waffengattungen der Bundeswehr sollten aus guten Sportlern und zielsicheren Schützen bestehen.

Lange Vorbereitung

Die speziellen Vorbereitungen für den Wettbewerb liefen außerhalb der normalen Dienstpläne und beinhalteten im Grunde ein halbes Jahr nur Sport und Schießübungen. Manchmal wechselten die Sportarten, zum Beispiel zum winterlichen Biathlon an einem Alpen-Standort. Wahrhaftig kein Zuckerlecken. Zumal der in Hammelburg bestens bekannte Heiner Metzler als Trainer mitwirkte - der mehrfacher Deutscher Meister im Judo, Mittelgewichts-Europameister 1960 sowie späterer Bundestrainer der deutschen Judokas war.

Im Januar 1969 traten 50 Soldaten zum Training an, im Februar kehrten 16 Teilnehmer zu ihren Einheiten zurück. Immer wieder stießen neue Soldaten zur Gruppe von denen man sich Spitzenergebnisse erhoffte - insgesamt 80. Übrig blieb Anfang Juli ein "harter Kern" von 33 Männern. Doch auch sie mussten noch einmal zur Tauglichkeitsprüfung in die Uni-Klinik nach Freiburg. Zum Training gehörte eine Laufstrecke über 1500 Meter einschließlich Überwindung einer Hindernisbahn sowie Schießen mit dem Gewehr G3 und dem Maschinengewehr MG 1 auf Klappscheiben auf Entfernungen zwischen 100 und 400 Metern. In mehreren Ausscheidungskämpfen qualifizierten sich die Besten.

Für sie hieß es Anfang Juli '69 "auf nach Belgien zum Prix Leclerc". Diese Wander-Trophäe geht zurück auf den französischen Marschall Jacques-Philippe Leclerc, der an Kämpfen in Europa und Afrika teilnahm und auch im Widerstand mitwirkte.

Wie kam es zu dem doch überraschenden Wettkampf-Sieg für die deutschen Teams? "Unsere Stärke waren die Schießergebnisse. Wir versuchten die Laufstrecke und die Hindernisbahn möglichst kraftsparend zu absolvieren um nicht völlig verausgabt beim Schießen antreten zu müssen", verrät Teilnehmer Bernd Pichler die taktische Einstellung. Dabei zählte auch, möglichst wenig Munition auf die insgesamt 115 Ziele abzufeuern. Offensichtlich lagen die "Germans" damit richtig und ließen die favorisierten Teams der Amerikaner, Briten und Franzosen hinter sich.

Es war das erste und das einzige Mal, dass Deutschland diesen Wettkampf gewann, der fast schon zur Legende wurde. Die Bundeswehr-Mannschaften, die es 1971 und 72 noch einmal versuchten, wurden knapp geschlagener Zweiter.

Für die Sieger von 1969 gab es fünf Tage Urlaub auf Sardinien und vier Wochen Sonderurlaub sowie weitere Vergünstigungen, erinnert sich Crew-Mitglied Harald Schneider, der das Treffen zum 50. Jahrestag im Langendorfer Gasthaus "Stern" initiierte und organisierte. Die Stadt Hammelburg ehrte die ruhmreichen Gewinner mit dem Eintrag ins Goldene Buch und zwei Bocksbeuteln pro Teilnehmer.

Zu den beiden Siegermannschaften zählten auch Soldaten aus Hammelburg und der Region. Dies waren Conrad Weberpals, Herbert Dimter, Heiner Metzler, Helmut Tomaschewski, Gustav Pfeuffer und Hans Jürgen Weissner.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren