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Hammelburg
Kunst

Ausstellung verlängert

Die Werke von Walter Graf können noch einige Wochen länger betrachtet werden.
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Walter Graf zwischen zwei Ballett-Statuen aus der Zeit des Nürnberger Studiums.  Foto: Winfried Ehling
Walter Graf zwischen zwei Ballett-Statuen aus der Zeit des Nürnberger Studiums. Foto: Winfried Ehling
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Skulpturen und Plastiken in Holz oder Gips, experimentelle Flechtarbeiten, mit Erdfarben gemalte Grafiken und Bilder sind derzeit in acht verschiedenen Standorten der Saalestadt zu besichtigen. Die Ausstellungen "Exfugium und Reposition - formenreich" des Bildhauers und Künstlers Walter Graf, die am 1. Adventssonntag enden sollte, bleibt nach Informationen des Eschenbachers noch über die Weihnachtstage präsent.

Verschiedene Ausstellungsorte

Interessierte, die es "nicht geschafft haben", aber auch Hammelburger, die zum Christfest Verwandte besuchen, will der Obereschenbacher die Möglichkeit geben, dies nachzuholen. Die Präsentation "Behausungen flüchtiger Geister" im Pferdestall von Schloss Saaleck und das "Laboratorium" im Stadtmuseum Herrenmühle sowie der "Ruhende Mensch" im Garten des Kellereischlosses können Kunstfreunde in jedem Fall besichtigen. Auch die Ausstellungsteile "Findlinge, Gestalten und Gedichte" im Bocksbeutelkeller und die "Kleinen Häuser" in Plewes "Weinhäusle" stehen zur Verfügung.

Im alten Kaufhaus am Marktplatz ist Graf jetzt ein Stockwerk höher zu finden, da die Fläche im Erdgeschoss dem Altstadt-Advent vorbehalten ist. Um das "Instrumentenkarussell", die "Kinderbaustelle", Zeichnungen, Plastiken und Modelle sowie die Sammlung "Stadt-Park-Fluss-Landschaften" zu inspizieren, sind es nur ein paar Stufen Aufstieg. Ob die Stadtpfarrkirche mit "Gehäuse, Götterlärm" und das Kloster Altstadt mit dem Titel "Form - Klang - Raum" weiterhin zur Verfügung stehen obliegt Stadtpfarrer Thomas Eschenbacher. Das breite Spektrum künstlerischen Schaffens beeindruckt - auch der ungewöhnlich zahlreich verwendeten Materialen wegen.

Der 62-jährige Graf, der eine pädagogische Ausbildung absolvierte, wechselte in den 80er Jahren in die Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim und studierte anschließend an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, die er als Meisterschüler von Professor Wilhelm Uhlig verließ.

Auch musikalisch unterwegs

Heute unterrichtet er an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Münnerstadt und setzt dabei exotische und rhythmische Instrumente ein, die er teils selbst weiterentwickelt, wie das Instrumentenkarussell im Kaufhaus zeigt. Musik gehört ebenfalls zu den Sektoren, die Walter Graf besetzt. Dies ruft auch die Band ins Gedächtnis, an die sich Heimische noch erinnern können, das Trio Walter, Reinhard und "Mannix". Die damals produzierte CD mundartlicher Bänkel-Songs, "Die Schoppehauer vo Hammelburch", will Graf erneut auf den Markt bringen, wahrscheinlich noch vor dem Fest. Beim Bau seiner ersten Mandoline assistierte dem Künstler Bandmitglied Reinhard.

Im größten Raum des Obergeschosses finden sich zwei Gips-Statuen in Originalgröße, ein Mann und eine Frau, nackt und anmutig. Sie zeigen einen russischen Balletttänzer und eine Bekannte des Künstlers, Michaela, im Tanz vertieft, eine Arbeit von der Nürnberger Akademie, garniert von den Portraits einiger Studienkollegen. In der Nachbarschaft sind experimentelle Flecht- und Farbarbeiten zu bewundern. So Aquarelle, die mit selbst gefertigter Erdfarbe, Pigmenten und Bindemittel geschaffen wurden. Die geometrischen Anordnungen tragen den Namen "Stadt-, Park- und Flusslandschaften". Grafs Abschlussarbeit an der Akademie der Bildenden Künste ist der holzgeschnitzte St. Michael, der Drachentöter. Zwei weitere mannshohe Gips-Statuen fallen ins Auge. Es sind die Gottesmutter Maria und der hl. Johannes unter dem Kreuz. Als Modell dienten hier der Künstler selbst und seine Schwester.

Ein Blick in einen oder mehrere Ausstellungsorte lohnt also. Geöffnet sind diese zum Altstadt-Advent, am Tag vor Heiligabend sowie am 2. Weihnachtsfeiertag, an Neujahr und an Dreikönig. Wer sich für die Exponate in Schloss Saaleck interessiert, sollte sich bei Pächter Ewald Hupp melden. Generell steht die Leiterin des Museums, Elfriede Böck, und die Tourist-Info für Auskünfte zur Verfügung. Im Weinhäusle ist eine Besichtigung zu den Öffnungszeiten möglich, in den Kirchen wäre dies zwischen 9.30 Uhr und 17 Uhr gegeben. Außerdem plant Graf zwischen den Jahren eine Führung im alten Kaufhaus und im Bocksbeutelkeller. Kontakt: www.walter-graf.de.

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